
Annegret Jung-Wanders übernimmt den Eurocampus an der Playa de Palma
Annegret Jung-Wanders übernimmt den Eurocampus an der Playa de Palma
Mit 71 Jahren beginnt Annegret Jung-Wanders ein neues Kapitel als Leiterin des Eurocampus an der Playa de Palma. Kleine Schule, großes Potenzial – und viel Vertrautes aus Spanien im Gepäck.
Annegret Jung-Wanders übernimmt den Eurocampus an der Playa de Palma
Erfahrung aus Barcelona und Washington trifft auf mallorquinische Gelassenheit
Wenn man morgens über den Hof des Eurocampus geht, hört man das Klappern von Pausenschuhen, das ferne Rauschen der Playa de Palma und manchmal ein paar Kinder, die auf Spanisch und Deutsch durcheinanderrufen. Genau in dieser Mischung aus Vertrautem und Neuem hat Annegret Jung-Wanders jetzt ihren Dienst angetreten. Mit 71 Jahren zieht sie aus Wesel an den Niederrhein aufs flachere Land der Insel – genauer: in eine Wohnsiedlung in Puigderrós bei Llucmajor, wo sie mit ihrem Mann ein neues Zuhause gefunden hat.
Jung-Wanders bringt eine lange Auslandserfahrung mit: Sie leitete deutsche Auslandsschulen, unter anderem über Jahre in Barcelona und zuletzt in Washington D.C.. Auf Mallorca trifft sie nun auf eine deutlich kleinere Einrichtung als in den Großstädten. Während in Barcelona etwa 1.700 Schüler lernen, zählt der Eurocampus an der Playa de Palma rund 245 Schülerinnen und Schüler. Das Merkwürdige: Die Schule hier finanziert sich eigenständig, anders als manche große deutsche Projekte im Ausland, die staatliche Unterstützung erhalten.
Genau diese überschaubare Größe bezeichnet die neue Leiterin als Vorteil. Dienstwege sind kurz, Entscheidungen können pragmatisch getroffen werden – und manchmal genügt ein persönliches Gespräch auf dem Flur statt eines langen Protokolls. Das heißt nicht, dass sie auf Veränderungen verzichten will. Vielmehr geht es ihr darum, den vorhandenen Schatz an Traditionen zu bewahren und zugleich die Schule behutsam in die Gegenwart zu führen: moderner Unterricht, klare Strukturen, aber kein Bruch mit dem, was den Eurocampus ausmacht.
Die Gründerin des Projekts, Gabriele Fritsch, bleibt dem Campus verbunden und wird sich künftig schwerpunktmäßig dem angeschlossenen Kindergarten widmen. Für eine Gründerin ist das manchmal wie ein Loslassen mit angezogener Handbremse: Man gibt die Leitung ab, bleibt aber nahebei, um das zu hüten, was man aufgebaut hat. Das schafft Kontinuität – und beruhigt Eltern, die Wert auf Herkunft und Charakter der Schule legen.
Auf der Insel selbst ist das eine Nachricht mit kleinem, aber feinem Signalwert: Eine erfahrene Pädagogin entscheidet sich bewusst für Mallorca, obwohl sie viele Jahre in großen Städten gearbeitet hat. Das ist nicht nur eine persönliche Geschichte von Lebensfreude und Neugier; es ist auch ein Vertrauensvotum für die Bildungslandschaft hier. Für Eltern bedeutet das: Stabilität in der Leitung, ein Netzwerk aus langjähriger Erfahrung und eine Leitung, die internationale Perspektive mit lokaler Verbundenheit verbindet.
Wer an einem milden Vormittag an der Playa de Palma einen Cortado trinkt und den Schulweg beobachtet, merkt schnell: Kleine Schulen haben ihren eigenen Rhythmus. Lehrkräfte kennen die Namen der Kinder, Pausengespräche bleiben nicht anonym, und Projekte können persönlicher begleitet werden. Jung-Wanders hat sich vorgenommen, genau dieses Gefühl zu pflegen. Gleichzeitig will sie moderne Unterrichtsmethoden und klare organisatorische Abläufe stärken, ohne die entspannte Inselluft zu ersticken.
Für Mallorca ist das ein guter Moment. Bildung lebt von Erfahrung, aber auch von der Bereitschaft, Neues zu probieren. Eine gestandene Leiterin, die bewusst hierher zieht und die Gründerin weiter aktiv am Campus beteiligt weiß, bringt beides mit: Bewährtes und Offenheit. Der Ausblick ist weniger die große Reform als ein sanfter, verlässlicher Übergang – und ein Alltag, in dem Eltern, Kinder und Lehrkräfte weiterhin sagen können: Hier wird gut gearbeitet und gut aufgepasst.
Und am Ende bleibt ein Bild, das viele Mallorquinerinnen und Mallorquiner kennen: Eine Schulmutter oder ein Schulvater, der am Zaun stehen bleibt, die Wintersonne im Gesicht, während aus dem Schulhof Stimmen zu ihnen herüberschallen. Da ist eine neue Leitung, ja. Aber vor allem bleibt das kleine, lebendige Gemeinschaftsgefühl, das den Campus durch die Jahre getragen hat.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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