Artà feiert die Fira: Traktoren, Tiere und die Mühle

Artà feiert die Fira: Traktoren, Tiere und die Mühle, die wieder mahlt

Auf dem Dorfplatz von Artà duftet es nach Heu, Pa amb oli und gebratenem Fleisch. Die jährliche Landwirtschaftsschau zeigt: Tradition lebt — und ist nützlich.

Artà feiert die Fira: Ein Tag zwischen Stallgeruch und alten Maschinen

Der Morgen in Artà beginnt heute anders: der Platz füllt sich früh, Stimmen mischen sich mit dem Rattern von Traktoren und dem leisen Plätschern eines Bachs. Wer sich den ersten Kaffee holt, bleibt meist stehen. Man atmet tief ein — ein Duftmix aus frischem Heu, Bratfett und dem süßlichen Aroma von Honig. Es ist Fira-Tag, die Landwirtschaftsschau, die Nachbarn, Besucher aus der Umgebung und Urlauber aus dem Nordosten Mallorcas zusammenbringt.

Lebendige Tiere, alte Technik

Auf den Ständen stehen Kühe, Hühner, Schweine und Hofhunde, die am liebsten sofort gestreichelt werden würden. Daneben glänzen Traktoren in allen Farben, vom rostigen Erbstück bis zum modernen Feldwagen. Die Menschen drehen an Knöpfen, fachsimpeln über Reifenprofile und vergleichen den Klang alter Dieselmotoren. Besonders charmant: eine alte Wassermühle, die nach viel Zuwendung wieder mahlt. Das knirschende Geräusch der Steine, das Fließen des Wassers — für Kinder fast so spannend wie ein Kinofilm.

Mehr als nostalgisches Schaulaufen

Die Fira ist kein Museumsstück. Es gibt Vorführungen: Schafschur, Kälberfütterung, eine Jury, die Milchrinder bewertet. Handwerksstände verkaufen Körbe, Honig, Käse und frisch gebackenes Brot. An einer Ecke riecht man Pa amb oli auf dem Grill; jemand schneidet frische Olivenöl-Toast-Stücke, und die Einheimischen nicken anerkennend. Am Nachmittag spielt eine lokale Band auf der Plaza de la Vila — nicht zu laut, genau richtig für ein Nickerchen im Schatten der Platane oder für einen Plausch mit den Produzenten.

Für Familien: Kinder können Pony reiten, Heu stapeln und in einer Bastelwerkstatt kleine Figuren aus Naturmaterialien herstellen. Der Hofhund, der stets die Besucher im Blick hat, sorgt für Lacher. Viele Eltern schätzen, dass hier kein Rummel mit lauten Fahrgeschäften herrscht, sondern ein echtes Treffe der Gemeinde — mit echtem Nutzen.

Warum die Fira wichtig ist

Solche Schauen sind mehr als Tradition. Für viele kleine Betriebe sind sie ein Markt; Direktverkäufe bringen Einkommen ohne Zwischenhandel. Es sind Plattformen für Wissenstransfer: Gespräche über heimische Sorten, nachhaltige Bewässerung und moderne Anbaumethoden finden auf improvisierten Podien statt. Und ja, das Thema Wasser bleibt präsent: Bauern tauschen Tipps zur effizienten Nutzung aus, während Experten über neue Bewässerungslösungen sprechen. Das interessiert nicht nur die Alteingesessenen, sondern auch junge Bäuerinnen und Bauern, die an einem praktikablen, klimafitten Hof interessiert sind.

Hinzu kommt ein unterschätzter Effekt: Touristen erleben die ländliche Realität. Wer hier ein Glas hausgemachten Honig kauft oder den Geruch der Mühle riecht, bekommt ein Verständnis für die Arbeit hinter lokalen Produkten. Das stärkt Nachfrage nach Qualität statt Massenware und hilft, kleine Höfe über die Jahreszeiten zu tragen. Das stärkt nicht nur unsere Heimat, sondern auch den gesamten Sektor.

Blick nach vorn

Es wäre naiv zu glauben, dass eine Fira allein die großen Probleme löst. Aber sie schafft Räume — für Austausch, Verkauf und neue Ideen. Ein paar konkrete Chancen liegen auf der Hand: engere Direktvermarktungsnetzwerke, gemeinsame Lager- und Kühlmöglichkeiten für kleine Produzenten und regelmäßige Weiterbildung zu Wassertechnik und Agrarmanagement. Wenn die Gemeinde, Jüngere und Tourismusakteure zusammenrücken, kann aus einem Jahrmarkt ein Motor für nachhaltige Entwicklung werden.

Also: Wenn Sie heute in Artà sind, schlendern Sie über den Platz, probieren ein Stück Käse, hören Sie den Traktoren zu und schauen Sie sich die Mühle an, die wieder mahlt. Es ist genau diese Mischung aus Praxis, Tradition und einem leisen, aber spürbaren Drang nach Zukunft, die die Fira lebendig hält. Und vielleicht nehmen Sie ja ein Glas Honig mit nach Hause — als kleines Stück Mallorca, das man schmecken kann.

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