
Nach Dachteinsturz in Artà: Termiten-Alarm in der Carrer de les Roques — Wer jetzt Verantwortung übernimmt
Ein Stück Dach fiel in der Carrer de les Roques — bei der Untersuchung wurden Termiten entdeckt. Ein Weckruf für Artà: Was Anwohner, Vermieter und Rathaus jetzt tun sollten, damit aus einem kleinen Schaden kein großes Problem wird.
Ein Stück Dach stürzt ein — und mit ihm die Gewissheiten
Frühmorgens in der ruhigen Carrer de les Roques: Ein dumpfes Knacken, dann das leise Gerumpel von Kies, und ein kleines Stück Dach gibt nach. Glücklicherweise niemand verletzt. Bei der genaueren Untersuchung entdeckten Fachleute jedoch Termiten in der Holzkonstruktion. Plötzlich ist aus einem lokalen Zwischenfall eine Leitfrage geworden: Wie konnte das hier passieren — und wer trägt die Verantwortung, bevor aus einem kleinen Schaden ein größeres, teures Problem wird?
Warum dieser Fall mehr ist als ein Handwerkerauftrag
Artà ist voll von Häusern mit sichtbaren Balken, alten Dachstühlen und mediterraner Patina. Viele dieser Gebäude stammen aus Zeiten, in denen andere Baustoffe und andere Regeln galten. Dazu kommt das Mikroklima: Nach Regenperioden bleibt die Feuchte gerne in Dachstühlen und Ecken hängen, und das mögen Termiten. Doch es geht weiter: Ferienvermietungen mit kurzen Zwischenaufenthalten, lange Leerstände und sporadische Wartung bieten Schädlingen ideale Bedingungen. Und nicht zuletzt spielt die Marktseite eine Rolle — viele Anbieter, nicht alle mit EU-Zertifikaten, locken mit günstigen Angeboten, die später teuer werden können.
Die wenig besprochenen Punkte
Öffentliche Debatten drehen sich oft um einzelne Einsätze, nicht um systemische Lücken. Wer kontrolliert, ob die eingesetzten Firmen zertifiziert sind? Wie transparent sind Empfehlungen der Verwaltung? Und: Wie reagieren Versicherungen, wenn Schäden an alten Holzkonstruktionen entdeckt werden? Manche Policen schließen Schäden durch Holzschädlinge aus oder reduzieren Zahlungen, wenn Instandhaltung vernachlässigt wurde. Diese Schnittstellen — Verwaltung, Markt, Versicherung — bleiben zu selten verbunden.
Worauf Anwohner jetzt konkret achten sollten
Kurzer Sicht- und Klopf-Check an Türrahmen, sichtbaren Balken im Dachboden und Verkleidungen: Hohles Klopfen oder bröseliges Holz sind Alarmsignale. Auf Fraßmehl achten: feine, sandartige Ablagerungen oder Röhrchen weisen auf holzfressende Insekten hin. Schiefe Türen, sinkende Böden: Wenn Türen plötzlich klemmen oder der Boden uneben wirkt, kann das auf Tragwerksprobleme hindeuten. Und: Feuchte, schlecht belüftete Bereiche — Dachboden, Keller, hinter Holzverkleidungen — werden oft zu spät überprüft.
Praktische Schritte für Betroffene
Notieren und fotografieren — das ist das Erste. Datumsangaben und Detailaufnahmen sind später bei Gutachten und Versicherungen Gold wert. Zweitens: Rufen Sie eine zertifizierte Schädlingsbekämpfungsfirma; Hausmittel kaschieren oft nur Symptome und können Gutachten erschweren. Auf Mallorca gibt es Anbieter mit EU-Zertifikat — nachfragen lohnt sich. Drittens: Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung, bevor Sie größere Sanierungen beauftragen. Manche Policen verlangen Nachweise über regelmäßige Wartung, andere übernehmen bestimmte Schäden nicht. Viertens: Melden Sie den Fall dem Rathaus. Die Gemeinde hat Prüfungen angeregt, um mögliche Reihenuntersuchungen zu koordinieren — nutzen Sie dieses Angebot.
Was die Gemeinde tun sollte — und warum sie es jetzt tun muss
Ein einzelner Vorfall legt strukturelle Lücken offen. Die Gemeinde sollte kurzfristig eine Liste zertifizierter Schädlingsbekämpfer veröffentlichen, geprüfte Gutachter benennen und eine Karte potenziell gefährdeter Altbauten erstellen. Eine koordinierte Informationskampagne, flankiert von stichprobenartigen Kontrollen, schafft mehr Sicherheit als Einzelmaßnahmen. Außerdem wären Beratungsangebote für einkommensschwächere Eigentümer sinnvoll — Prävention ist günstiger als großflächige Sanierung.
Langfristige Lösungen — nicht nur Pflaster auf Rissen
Bei Sanierungen von Holzkonstruktionen sollte geprüft werden, ob der Einsatz geprüfter Hölzer und Schutzmittel gefördert werden kann. Bauvorschriften für den Umgang mit historischen Holzdecken brauchen klare Empfehlungen für regelmäßige Sichtkontrollen. Auch das Thema Ferienvermietungen gehört auf die Agenda: Leerstände attraktiv bewirtschaften oder verpflichtend prüfen lassen, damit sie nicht zur Schädlingsbrutstätte werden.
Verantwortung und Nachbarschaft — eine praktische Mischung
Wer zahlt am Ende? Es gibt keine einfache Antwort: Eigentümer, Vermieter, Versicherer und die öffentliche Hand teilen Verantwortung. Wichtig ist, dass sie jetzt koordiniert handeln. Die Nachbarschaft kann helfen — Hinweise geben, Erfahrungen teilen, gemeinsam zertifizierte Dienstleister suchen. Ein Aushang im Café am Plaça, ein E‑Mail-Verteiler oder ein Treffen beim Nachbarverein können hier kleinen, aber wirksamen Zusammenhalt schaffen.
Ein letztes Wort aus der Nachbarschaft
Ich bin nicht hier, um Panik zu verbreiten, sondern um wachzurütteln: Ein kleines Stück Dach, das nachgibt, ist ein Weckruf. Augen auf, Fotos machen, Profis fragen. Feuerwehr oder technischer Dienst der Gemeinde sind bei akuter Einsturzgefahr die richtigen Adressen — scheuen Sie nicht den Anruf. Prävention kostet Zeit und Geld, doch sie ist meist billiger als eine komplette Sanierung. Wenn die Balken wieder sicher sind und die Nachbarin beim Abendspaziergang wieder ruhig schläft, hat sich die Mühe gelohnt. Die Stadtverwaltung muss jetzt klare Schritte zeigen — die Nachbarschaft sollte sie dabei nicht alleingelassen lassen.
Hinweis: Bei akuter Einsturzgefahr sofort die Feuerwehr oder den technischen Dienst der Gemeinde informieren.
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