
Axel Dieter Ball gestorben: Der Mann, der La Residencia mit Musik und Kunst prägte
Axel Dieter Ball gestorben: Der Mann, der La Residencia mit Musik und Kunst prägte
Axel Dieter Ball, 1942 in Berlin geboren, ist mit 83 Jahren verstorben. Er gründete 1984 das Hotel La Residencia in Deià, setzte auf Kunst und Musik und prägte Mallorcas Luxushotellerie.
Axel Dieter Ball gestorben: Der Mann, der La Residencia mit Musik und Kunst prägte
Ein Rückblick auf den Hotelerfinder, der Deià ein Stück Welt öffnete
Am späten Nachmittag, wenn in Deià die Kirchenglocken über die engen Gassen rollen und Pinien am Horizont nach Meer riechen, erinnert man sich an Menschen, die dem Dorf sein Gesicht gegeben haben. Einer von ihnen war Axel Dieter Ball. Der deutsche Unternehmer und Architekt, 1942 in Berlin geboren, starb diese Woche im Alter von 83 Jahren. Sein bleibendes Werk auf Mallorca trägt den Namen La Residencia.
1984 eröffnet, war La Residencia kein gewöhnliches Hotelprojekt. Ball baute es gemeinsam mit seiner Frau, Kristen Tomassi, als ein familiäres Unternehmen mit dem Ziel, Gäste Teil des Dorflebens werden zu lassen. Statt sterilem Luxus setzte er bewusst auf Räume, in denen Kunst und Musik eine Rolle spielen: Innenhöfe, in denen mallei‑nmal Konzerte stattfanden, Zimmer mit lokalen Bildern, und eine Atmosphäre, in der sich Besucher und Einheimische begegneten.
Nur wenige Jahre nach der Eröffnung veränderte sich die Eigentümerstruktur, doch das Konzept blieb sichtbar: Deià blieb ein Ort, an dem Kultur nicht Beiwerk ist, sondern Fundament. Wer heute durch die gepflasterten Straßen geht, hört noch das entfernte Klavier aus einem Hotelhof, sieht Musiker auf Terrassen proben und trifft auf Reisende, die bewusst Ruhe und kreative Atmosphäre suchen.
Ball war kein Insel‑Typ von gestern, er dachte in Projekten. Um die Jahrtausendwende arbeitete er gemeinsam mit einem britischen Unternehmer an einem weiteren Hotelprojekt an der Westküste nahe Banyalbufar. Später lenkte er Energie und Erfahrung in zwei Agro‑Tourismus‑Betriebe auf Menorca, eine Insel, die ihm nach eigenen Worten 2005 besonders ans Herz gewachsen sei. Diese Verbindung zwischen Respekt vor der Landschaft und wirtschaftlicher Initiative war typisch für seine Arbeit.
Was bleibt auf Mallorca? Zum einen ein konkretes Gebäude, das inzwischen vielen als Referenz für diskreten, kultivierten Aufenthalt gilt. Zum anderen eine Haltung: Gastlichkeit, die lokale Kultur pflegt, Räume schafft, in denen Musik und bildende Kunst natürlich sind, und Projekte, die ländliche Räume stärken statt sie zu überformen. Gerade in Zeiten, in denen die Insel stark gefordert ist, sind solche Impulse wertvoll.
Einen kleinen, sehr mallorquinischen Alltagseindruck: An einem kühlen Morgen sitzt die Bäckerin am Plaça und erzählt von Gästen, die seit Jahrzehnten wiederkommen. Ein Maler scheucht die Farben trocken, bevor er sein nächstes Bild im Innenhof aufhängt. Junge Musiker laden ihre Instrumente aus dem Auto, um an der Rezeption zu proben. Solche Szenen sind Teil der Spur, die Ball hinterlassen hat.
Für die Menschen hier hat sein Wirken Spuren in Arbeitsplätzen, im kulturellen Leben und in der Wahrnehmung der Insel als Ort für anspruchsvollen Tourismus hinterlassen. Seine Arbeit an Hotels und Landprojekten verband Wertschätzung für Landschaft und Tradition mit einem Blick für Qualität — eine Kombination, die Mallorca gut gebrauchen kann.
Der Tod von Axel Dieter Ball ist Anlass, nicht nur an ein einzelnes Haus zu denken, sondern an die Idee, die es trug: dass Reisen mehr sein kann als Konsum, wenn Gastgeber Räume schaffen, in denen Kunst, Musik und Gemeinschaft Platz haben. Wenn der nächste Sonnenaufgang über der Serra de Tramuntana flutet, trifft man in Deià wieder auf Besucher und Einheimische, die genau das suchen — und so bleibt ein Stück seiner Arbeit lebendig.
Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die mit ihm gearbeitet haben und bei seiner Familie. Wer durch Deià schlendert, wird an manchen Ecken noch heute seine Handschrift finden.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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