Luftschutzbunker unter IES Ses Estacions entdeckt – Schule macht Geschichte erlebbar

Verborgener Luftschutzbunker unter Palmas Schulhof wird Teil des Unterrichts

Verborgener Luftschutzbunker unter Palmas Schulhof wird Teil des Unterrichts

Bei Erweiterungsarbeiten am IES Ses Estacions nahe der Plaça d'Espanya stießen Arbeiter auf einen gut erhaltenen Luftschutzbunker aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Die Stadt sicherte den Zugang, künftig soll der Tunnel schulischen Geschichtsunterricht anschaulich machen.

Verborgener Luftschutzbunker unter Palmas Schulhof wird Teil des Unterrichts

Fund bei Bauarbeiten am IES Ses Estacions: Tunnelanlage soll Schülern Geschichte greifbar machen

An einem frostigen Morgen Anfang des Jahres — die Anzeige am Paseo zeigte damals knapp 8 °C — blieben bei Erdarbeiten am IES Ses Estacions unweit der Plaça d'Espanya die Maschinenräder in einer Vertiefung stecken. Was als kleines Problem für den Bauleiter begann, entwickelte sich schnell zu einem Fund mit Erinnerungskraft: Arbeiter entdeckten einen Eingang zu einem unterirdischen Schutzraum aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs.

Juan José García, der die Erweiterungsarbeiten leitet, beschreibt, wie die Entdeckung zustande kam: Beim Freilegen des Fundaments stieß das Team auf eine Öffnung, die zuvor offenbar überbaut oder verschüttet worden war. Anstatt die Stelle zuzuschütten, hielten die Handwerker an — ein Entscheid, der jetzt vielen Schülern zugutekommt.

Die Anlage liegt teilweise bis zu 14 Meter unter der Erdoberfläche und befindet sich in bemerkenswert gutem Zustand. In den steinernen Wänden sind Nischen zu erkennen, wahrscheinlich für Laternen oder Kerzen. An der Decke hängen Reste alter elektrischer Leitungen. Ein Treppenabgang führt in einen tieferen Abschnitt, der durch ein rostiges Gitter vom oberen Gang getrennt ist. Historiker vor Ort deuten das als Hinweis darauf, dass der Schutzraum mit militärischen Bereichen in der Umgebung verbunden war.

Ein Betonpfeiler, der beim Bau der Schule in den 1990er-Jahren gesetzt wurde, durchbrach eine Wand des Tunnels; trotzdem blieb der unterirdische Bereich jahrzehntelang unbeachtet. Bei den aktuellen Arbeiten mussten die Planer die Fundamente neu arrangieren, damit die historische Struktur erhalten bleibt. Die Erweiterung des Instituts, die im Februar begann und mit Ausrichtungen für berufliche Bildung zusätzliche Räume schafft, hat ein Volumen von rund 2,8 Millionen Euro und soll nach Angaben der Stadt im März fertiggestellt sein.

Für die erste Sicherung und Zugangssicherung des Bunkers gab die Schulverwaltung etwa 15.000 Euro aus. Am Dienstag war auch der balearische Bildungsminister vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Geplant ist, das unterirdische Tunnelsystem als Anschauungsobjekt in den Geschichtsunterricht einzubinden: Statt langer Vorträge sollen die Jugendlichen selbst in den Raum hinabsteigen und einen direkten Eindruck von den Schutzstrukturen der 1930er Jahre gewinnen.

In Palma sind solche Relikte keine exotische Seltenheit, die Stadt hat Schichten von Geschichte unter den Pflastersteinen. Trotzdem überrascht es, wie gut erhalten dieser Bunker wirkt: die Kälte in seinen Mauern wirkt anders als die kühle Dezemberluft über der Plaça, sie riecht nicht nach Kastanienständen oder Weihnachtslichtern, sondern nach feuchtem Stein und alten Zeiten.

Für die Anwohner der angrenzenden Carrer von Ses Estacions bedeutet das Projekt nicht nur eine bauliche Verzögerung, sondern auch einen unerwarteten Gewinn: ein Stück Lokalgeschichte, das sichtbar bleibt. Lehrerinnen und Lehrer sehen darin eine Chance, jungen Menschen geschichtliche Abläufe konkreter zu machen. Eltern zweifeln gelegentlich an den Kosten, wünschen sich aber, dass die Benutzung sicher und gut vorbereitet erfolgt.

Was bleibt, ist die Erinnerung daran, wie eng Alltag und Geschichte hier zusammenliegen: Ein Baggerrad, das im Dezember am Platz steckenbleibt, reicht aus, um eine vergessene Tür wieder zu öffnen. Für die Schüler des IES Ses Estacions könnte das heißt: weniger trockene Daten, mehr ein eigener Gang in die Vergangenheit — mitten im Zentrum von Palma.

Ausblick: In den kommenden Monaten sollen Führungskonzepte und Sicherheitsvorkehrungen erarbeitet werden. Wer über die Plaça d'Espanya schlendert, hört das stete Rauschen der Stadt; unter den Sohlen verbirgt sich bald ein Ort, an dem Geschichte nicht nur gelehrt, sondern erlebt werden kann.

Häufige Fragen

Wie kalt ist Mallorca im Winter und lohnt sich ein Ausflug nach Palma trotzdem?

Im Winter kann es auf Mallorca kühl werden, auch in Palma, wo es tagsüber teils frisch ist und der Wind die Temperatur zusätzlich spürbar macht. Für Stadtspaziergänge, Museumsbesuche oder historische Orte ist die Jahreszeit aber gut geeignet. Wer länger draußen unterwegs ist, sollte eine leichte Jacke und etwas Wärmeres für den Abend einpacken.

Kann man auf Mallorca im Winter noch gut draußen unterwegs sein?

Ja, für Spaziergänge, Besichtigungen und Stadterkundungen ist Mallorca auch im Winter gut geeignet. Das Wetter ist meist angenehmer als in vielen Teilen Europas, auch wenn es an einzelnen Tagen kühl oder wechselhaft sein kann. Für längere Aufenthalte draußen ist es sinnvoll, wetterfeste Kleidung dabeizuhaben.

Welche Kleidung sollte man für Mallorca im Dezember oder Januar einpacken?

Für Mallorca im Winter sind Schichten am praktischsten, weil es tagsüber mild und am Morgen oder Abend deutlich kühler sein kann. Eine Jacke, lange Hosen und geschlossene Schuhe sind meist die bessere Wahl als Sommerkleidung allein. Wer viel in Palma zu Fuß unterwegs ist, sollte auch an etwas Windschutz denken.

Gibt es auf Mallorca noch Spuren aus dem Spanischen Bürgerkrieg?

Ja, auf Mallorca gibt es noch verschiedene historische Spuren aus dieser Zeit, darunter Schutzräume und andere Relikte in und um Palma. Solche Orte erinnern daran, wie stark der Krieg auch das Leben auf der Insel geprägt hat. Viele dieser Zeugnisse liegen unauffällig im Stadtbild verborgen und werden erst bei Bauarbeiten wieder sichtbar.

Was wurde bei den Bauarbeiten am IES Ses Estacions in Palma gefunden?

Bei Bauarbeiten am IES Ses Estacions in Palma wurde ein unterirdischer Luftschutzbunker entdeckt, der zum Teil gut erhalten ist. Die Anlage liegt tief unter der Erde und zeigt noch bauliche Details wie Nischen, Leitungen und einen Treppenabgang. Der Fund soll nicht nur gesichert, sondern auch für den Unterricht genutzt werden.

Wo liegt das IES Ses Estacions in Palma?

Das IES Ses Estacions liegt in Palma unweit der Plaça d'Espanya, also in einem zentralen Bereich der Stadt. Die Lage macht den Ort gut erreichbar und erklärt auch, warum dort bei Bauarbeiten historische Strukturen auftauchen können. In diesem Teil von Palma überlagern sich moderne Bebauung und ältere Stadtschichten besonders deutlich.

Kann man den Luftschutzbunker unter dem Schulhof in Palma besuchen?

Geplant ist, den Luftschutzbunker pädagogisch zu nutzen und kontrolliert in den Unterricht einzubinden. Ob daraus später reguläre Besichtigungen entstehen, ist noch offen und hängt von Sicherheit, Zugang und dem endgültigen Konzept ab. Im Moment steht zunächst die Sicherung der Anlage im Vordergrund.

Warum wird ein Bunkerfund in Palma im Geschichtsunterricht genutzt?

Ein echter Fund vor Ort macht Geschichte für Schülerinnen und Schüler oft greifbarer als reine Theorie. Der Bunker zeigt, wie Schutzräume im Spanischen Bürgerkrieg aufgebaut waren und welche Rolle sie im Alltag gespielt haben. Gerade in Palma lässt sich so Stadtgeschichte direkt mit einem konkreten Ort verbinden.

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