
El Terreno bekommt ein neues Boutiquehotel – Familienprojekt zwischen Geschichte und Dachterrasse
El Terreno bekommt ein neues Boutiquehotel – Familienprojekt zwischen Geschichte und Dachterrasse
Im Westen Palmas entsteht ein kleines Boutiquehotel in zwei Häusern an der Calle Joan Miró. Ein Familienprojekt restauriert ein Gebäude von 1932 und öffnet eine Dachterrasse mit Blick auf Bellver.
El Terreno bekommt ein neues Boutiquehotel – Familienprojekt zwischen Geschichte und Dachterrasse
Renoviertes Haus von 1932 und ein Neubau-Anbau sollen dem Viertel neue Impulse bringen
Wer am späten Vormittag die Calle Joan Miró entlanggeht, hört Hundegebell, das Rattern von Lieferrollen auf Kopfsteinpflaster und manchmal Möwenrufe aus Richtung Hafen. Zwischen den typischen Stadthäusern hat in den letzten Monaten sichtbare Arbeit stattgefunden: Ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1932 wird instandgesetzt und ergänzt durch ein neues Nebengebäude – daraus entsteht ein Boutiquehotel mit 21 individuell gestalteten Zimmern.
Das Projekt wird von der Familie Piñero als eigenes Vorhaben vorgestellt; auf einer Präsentation zur Fitur am 22. Januar soll das Haus öffentlich vorgestellt werden. Architektonisch zeichnet das Büro Ohlab für die Restaurierung des Altbaus verantwortlich; der ursprüngliche Entwurf stammt von Francesc Casas Llompart. Die Adresse: Calle Joan Miró 73 und 75 – mitten im Viertel, das lange als Sommerrefugium für Mallorcas und Europas Oberschicht galt und heute wieder Aufmerksamkeit erregt.
Was auffällt: Die Innenausstattung mischt traditionelle Materialien und lokales Handwerk mit modernen Akzenten. Namen, die bereits genannt wurden, stehen für regionale Handwerkskunst: Keramikböden von Huguet, Möbel von La Pecera und eine Bar, die vom Studio Dos Monos gestaltet wurde. Insgesamt soll jede der 21 Zimmer ein Unikat sein und Arbeiten lokaler Kunsthandwerker zeigen. Für Frühstück ist ein à-la-carte-Angebot geplant; auf dem Dach entsteht eine Bar mit Meerblick und Sicht auf die Burg Bellver, sie trägt den Namen El Terrado. Das Haus bekommt außerdem ein Restaurant mit Außenterrasse namens Destape, in dem Küchenchef Gabriel Conti die Speisekarte bestimmen soll.
Für Anwohnerinnen und Anwohner kann so ein Konzept zwei Dinge bedeuten: Einerseits wird denkmalgeschützte Substanz saniert statt abgerissen – andererseits bringt das Hotel neue Nutzungen in ein Wohnviertel. Das ist nicht nur für Touristinnen von Interesse: Wenn die Betreiber Räume für lokale Ausstellungen öffnen, Kooperationen mit Zulieferern aus der Inselküche anbieten oder Platz für Nachbarschaftsveranstaltungen schaffen, profitiert das Quartier ebenfalls.
Ein positiver Nebeneffekt: Ein kleineres Boutiquehotel mit 21 Zimmern erzeugt normalerweise weniger Verkehr und Lärm als große Resorts an der Küste. Dazu kommt die Chance für Handwerker und Zulieferer auf der Insel, an Ausstattung und Gastronomie beteiligt zu sein – eine Vorstellung, die in Palma inzwischen wieder zunehmend geschätzt wird.
Wer durch El Terreno schlendert, merkt, wie das Viertel zwischen Erinnerung und Alltag pendelt: Alte Fassaden, Fischrestaurants mit rauchigem Duft, junge Leute mit Thermoskannen auf den Stufen, Taxifahrer, die kurz warten. Ein Haus, das Geschichte sichtbar macht und zugleich Gäste mit einem Blick auf Bellver begrüßt, fügt sich in dieses Bild ein, ohne es laut zu übermalen.
Ausblick und Anregungen: Wer an der Umsetzung beteiligt ist, könnte besondere Angebote für Nachbarn schaffen – etwa regelmäßige Kunstausstellungen mit lokalen Künstlerinnen, ein offener Frühstückstag pro Woche oder kleine Pop-up-Dinners mit Produkten von Inselproduzenten. Solche Formate verbinden das Hotel mit dem Alltag vor Ort und machen es zu mehr als nur einer Schlafadresse.
Für Mallorca bedeutet das Projekt eines: ein weiteres Beispiel dafür, wie Stadthäuser aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine neue Rolle finden. Ob die geplanten Nutzungen tatsächlich so umgesetzt werden, werden die kommenden Monate und die Vorstellung auf der Fitur zeigen. Bis dahin ist auf der Calle Joan Miró bereits sichtbar, wie Arbeit und Handwerk dem Viertel ein wenig Leben zurückgeben – und dem Bellver-Blick einen neuen Publikumsschauer.
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