
Palma setzt auf El Terreno: Drei Millionen für ein Viertel, das wieder leben soll
Die Stadt investiert Millionen in Gehwege, Bäume und Spielplätze – und hofft, dass El Terreno sein altes Nachtleben‑Flair mit neuen Angeboten verbindet.
Neue Pflastersteine, mehr Schatten und ein Plan für den Abend
Am späten Vormittag stand der Bürgermeister mit verschränkten Armen auf der frisch umgestalteten Plaza Gomila — nicht, weil er posieren wollte, sondern weil man das Ergebnis sehen muss, um zu glauben, wie sehr ein neuer Bodenbelag die Stimmung verändert. Die Stadt kündigt an, bis Ende 2025 insgesamt mehr als drei Millionen Euro in El Terreno zu stecken.
Das klingt nach viel Geld für ein Viertel, das lange ein wenig schlummerte. Tatsächlich sind bereits knapp 1,1 Millionen Euro in verschiedene Maßnahmen geflossen: Bordsteine wurden erhöht oder verbreitert, Versorgungsleitungen verschwanden unter der Erde und an einigen Ecken sind jetzt Blumenkübel statt Marode‑Ecken. Wer gestern noch über kaputte Platten gestolpert ist, geht heute auf ebenem Untergrund — ganz simpel, aber für Anwohner ein Unterschied.
Konkrete Baustellen — und praktische Effekte
Die Arbeiten konzentrieren sich auf Plaza Gomila und die Avenida de Joan Miró. Dort wurden die Bürgersteige verbreitert und neue Bäume gepflanzt — man spricht von Kosten im Bereich von 221.500 Euro für diesen Abschnitt. Auf der Carrer de Germans Schembri und rund um die Plaza Gomila sind Pflastersteine im Wert von etwa 155.000 Euro erneuert worden.
Auch der Park Sa Quarentena hat mehr Platz zum Ausruhen bekommen: neuer Spielplatz, reparierte Bänke — alles für rund 226.200 Euro. Und in der Carrer de s'Aiigo Dolça laufen Arbeiten mit einem Budget von etwa 208.000 Euro. Auf dem Papier sind das Zahlen. Vor Ort merkt man aber, dass sich die Parkplatzsituation stabilisiert und Kinder wieder ungestört rutschen können. Weitere Informationen zu städtischen Investitionen finden Sie hier.
Öffentliche Hand trifft auf Privates
Die Stadt betont, dass die Aufwertung nicht allein aus städtischen Mitteln entsteht. Private Anleger seien mit im Boot, sagt man — und das macht Sinn. Wenn Cafés, kleine Hotels und sogar ein paar Läden investieren, funktioniert die Straße anders: mehr Laufkundschaft, weniger leeres Schaufenster. Das ist der Plan, jedenfalls. Man fragt sich jedoch, ob das langfristig ausreichen wird, um die Attraktivität zu steigern, was auch mit der Umgestaltung des Luis-Sitjar-Areals zu tun hat.
Ob El Terreno sein früheres Image als Ausgehmeile völlig zurückbekommt, bleibt offen. Die Verantwortlichen sagen, es gehe nicht nur ums Nachtleben, sondern um ein dauerhaftes, funktionierendes Viertel — tagsüber wie abends. Mir fällt auf: Auf der Avenida merkt man jetzt öfter Menschen, die langsam flanieren, Hunde an der Leine, Kinder im Kinderwagen. Das sind gute Anzeichen.
Karten auf den Tisch
Wer in Palmas Rathaus die Zahlen aufschlägt, zählt die Millionen zusammen. Investitionen in Straßenbelag, neue Bäume, barrierefreie Bürgersteige und Spielplätze summieren sich — und sollen das Viertel stabiler machen. Ob das reicht, um Touristen, Zugezogene und Langjährige gleichermaßen zu begeistern, weiß keiner genau. Aber: Ein gepflegter Platz lädt zum Bleiben ein — und das kann sich langsam auszahlen. Die Situation wird auch durch die geplante Errichtung von 3.600 neuen Wohnungen beeinflusst.
Ich selbst gehe morgen nochmal hin. Um 11 Uhr, wenn die Bäckerei in der Ecke frische Ensaimadas rausholt und der Kaffee von der Bar gegenüber dampft. Man kann eine Baustelle in Zahlen beschreiben — oder man geht hin und spürt, ob ein Quartier wieder atmet.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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