Maximilian Redden: Vom Gassenfußball in Fornalutx in die Startelf des CF Sóller

Heimat, Sprache, Fußball: Ein 18‑Jähriger aus Fornalutx wird Stammspieler beim CF Sóller

Heimat, Sprache, Fußball: Ein 18‑Jähriger aus Fornalutx wird Stammspieler beim CF Sóller

Maximilian Redden, 18, aus dem Bergdorf Fornalutx hat sich in die Startelf des CF Sóller gespielt. Zwischen mallorquinischen Gassen, Deutsch im Wohnzimmer und Arbeit als Maler wächst hier ein bodenständiges Talent heran.

Heimat, Sprache, Fußball: Ein 18‑Jähriger aus Fornalutx wird Stammspieler beim CF Sóller

Wenn die Sonne am späten Nachmittag die Kalksteinhäuser von Fornalutx anleuchtet und die Zikaden ein vertrautes Hintergrundrauschen liefern, sieht man noch immer Gruppen von Jugendlichen, die einen Ball an die Hauswand kleben. Einer von ihnen hat diesen Weg bis in die erste Mannschaft des CF Sóller geschafft: Maximilian Redden, 18 Jahre alt, sitzt inzwischen regelmäßig in der Verteidigung des Dorfklubs.

Fornalutx wirkt wie ein Ort, der die Zeit langsamer laufen lässt: schmale Gassen, steile Treppen, der Duft von frischgebackenem Brot am Morgen. Genau dort hat Redden mit den anderen Jungs das Fußballspielen gelernt, barfuß oder in abgewetzten Turnschuhen, auf Plätzen, die eher Einfahrten als Trainingsplätze sind. Dieses natürliche Aufwachsen, sagt er, hat ihm mehr gebracht als jede Taktikstunde: ein Gefühl für Raum, Ballkontrolle und den instinktiven Blick für den Mitspieler.

Zu Hause ist er mehrsprachig. Mit Vater und Großmutter wird Deutsch gesprochen, die Mutter unterrichtet Deutsch und Englisch, und mit der erweiterten Familie im Dorf läuft das Gespräch auf Katalanisch. Diese Mischung hat den jungen Verteidiger geprägt: sprachlich und menschlich. Er nennt die Insel und seine mallorquinischen Wurzeln „einen Teil von mir, den ich nicht missen möchte“ – ein Satz, der in der gemütlichen Stille von Fornalutx mehr wie ein Versprechen klingt als eine Floskel.

Sportlich ging alles überraschend schnell: Anfang der Saison stand Maximilian noch in der A‑Jugend, im Oktober holte ihn der damalige Coach in den Profikader. Sein erstes Spiel für die erste Mannschaft vergisst er nicht: ein eigenartiger Mix aus Lampenfieber und Stolz, am Ende eine Niederlage, aber für ihn persönlich ein echter Meilenstein. Inzwischen hat er sich unter dem aktuellen Trainer seinen Platz erarbeitet und übernimmt jetzt die Rolle des Innenverteidigers, obwohl er ursprünglich als Außenverteidiger trainiert wurde.

Der CF Sóller spielt in der División de Honor Mallorca, aktuell belegt die Mannschaft einen Platz im vorderen Tabellendrittel. Für einen jungen Spieler aus einem Dorf mit kaum 700 Einwohnern ist allein die Präsenz in der Startelf schon ein Erfolg – trotzdem bleibt der Wunsch, das Team weiter voranzubringen. Maximilian spricht offen davon, sich weiterzuentwickeln, häufiger zum Einsatz zu kommen und seinen Beitrag zu leisten, wenn es um die Play‑Off‑Ambitionen geht.

Was auffällt: Trotz der sportlichen Verantwortung bleibt sein Alltag sehr bodenständig. Er arbeitet als Maler und kennt die frühen Arbeitsstunden, bei denen die Gassen noch leer sind und die Sonnenstrahlen das Kopfsteinpflaster aufwärmen. Dieses Nebeneinander von Handwerk und Fußball gehört hier dazu; es sorgt dafür, dass der Traum vom Profifußball nicht abhebt, sondern geerdet bleibt.

Für Mallorca ist es eine kleine, aber schöne Nachricht: Ein Junge aus dem Tramuntana‑Gebirge, der die Dorfidylle kennt und die Sprache seines Viertels spricht, trägt aktiv zum regionalen Vereinsleben bei. Solche Geschichten halten die lokale Identität lebendig und zeigen jungen Menschen, dass Talente auch abseits großer Städte wachsen können. Wenn an einem Abend das Training in Sóller endet und die Spieler den Heimweg Richtung Berge antreten, mischt sich das Klackern der Fußballschuhe mit dem Klang der Tramuntana‑Winde – ein Bild, das lange nachhallt.

Ausblick? Für Maximilian heißt das: dranbleiben, lernen, Spiele sammeln. Für den Verein bedeutet es: junge Kräfte integrieren, die Verbindung zur Gemeinde pflegen und sportliche Ziele mit lokalem Stolz verbinden. Und für die Nachbarskinder in Fornalutx bleibt die wichtigste Botschaft: Ein Ball, ein Stück Straße und Durchhaltevermögen reichen oft, um ganz oben mitzumischen.

Warum das gut für Mallorca ist: Junge Talente wie Redden stärken das Vereinsgefüge, halten die Dörfer lebendig und sind Vorbild für die nächste Generation. Es ist keine große Schlagzeile, aber genau solche Geschichten sind es, die auf der Insel die Identität tragen.

Häufige Fragen

Wie wird das Wetter in Fornalutx und im Tramuntana-Gebiet typischerweise am Nachmittag?

In Fornalutx und anderen Orten im Tramuntana-Gebirge fühlt sich der späte Nachmittag oft warm und ruhig an, mit viel Sonne auf den Steinhäusern und dem typischen Zirpen der Zikaden. Gerade in den schmalen Gassen und an den Hängen wirkt das Klima oft ein wenig milder als in den stärker bebauten Teilen der Insel. Wer dort unterwegs ist, merkt schnell: Die Atmosphäre ist eher mediterran-gelassen als hektisch.

Kann man in Fornalutx oder Sóller auch abseits großer Sportplätze Fußball spielen?

Ja, auf Mallorca beginnt Fußball für viele Kinder und Jugendliche ganz unkompliziert auf kleinen Flächen, in Einfahrten oder auf improvisierten Plätzen. Gerade in Orten wie Fornalutx oder Sóller ist das oft Teil des Alltags und prägt das Ballgefühl mehr als eine perfekte Sportanlage. Wer dort aufwächst, lernt früh, mit wenig Platz und viel Übersicht zu spielen.

Wie groß ist der CF Sóller im mallorquinischen Fußball und in welcher Liga spielt der Verein?

Der CF Sóller ist ein fester Bestandteil des lokalen Fußballs auf Mallorca und spielt in der División de Honor Mallorca. Der Verein arbeitet eng mit seiner Umgebung zusammen und setzt auch auf junge Spieler aus der Region. Für Talente aus den Dörfern ist das oft ein wichtiger Schritt, um sich auf höherem Niveau zu beweisen.

Wie laufen junge Talente aus kleinen Orten auf Mallorca in den Profifußball hinein?

Oft beginnt es in der Jugendmannschaft eines Vereins in der Nähe, bevor die Spieler nach guten Leistungen in den Kader der ersten Mannschaft rutschen. Auf Mallorca ist dieser Weg besonders nahbar, weil lokale Vereine und Gemeinden eng zusammenhängen. Wer sich dort durchsetzt, bringt meist nicht nur Talent mit, sondern auch viel Bodenständigkeit aus dem Dorfalltag.

Warum sind mehrsprachige Familien auf Mallorca so häufig?

Auf Mallorca wachsen viele Menschen mit mehreren Sprachen auf, weil sich im Alltag oft Deutsch, Spanisch und Katalanisch mischen. Das ist in Familien mit internationalem Hintergrund besonders typisch, aber auch in vielen Dörfern ganz normal. Für Kinder und Jugendliche prägt das nicht nur die Sprache, sondern oft auch das Miteinander im Ort.

Lohnt sich ein Ausflug nach Fornalutx für Besucher, die das echte Mallorca suchen?

Ja, Fornalutx gilt als sehr ursprünglicher Ort in der Tramuntana, mit schmalen Gassen, steilen Treppen und viel Dorfcharakter. Wer das ruhigere, alltägliche Mallorca erleben möchte, findet dort keine große Inszenierung, sondern ein lebendiges Dorf mit viel lokaler Identität. Gerade solche Orte zeigen, wie stark das Inselgefühl abseits der Küste sein kann.

Welche Rolle spielen Dorfvereine für junge Menschen auf Mallorca?

Dorfvereine sind auf Mallorca oft weit mehr als nur Sportstätten. Sie verbinden Generationen, geben Jugendlichen eine Aufgabe und schaffen Identität im Ort. Gerade in kleineren Gemeinden kann ein Verein wie der CF Sóller ein wichtiger Treffpunkt sein, an dem Zusammenhalt und sportliche Entwicklung zusammenkommen.

Was kann man auf Mallorca tun, wenn man wenig Zeit hat, aber das Dorfleben erleben will?

Ein Spaziergang durch kleinere Orte im Tramuntana-Gebiet reicht oft schon, um das Inselgefühl zu spüren. Frühmorgens oder am späten Nachmittag sieht man dort am besten, wie Alltag, Handwerk und Nachbarschaft zusammengehören. Wer Mallorca nicht nur von der Küste aus erleben will, findet in Dörfern wie Fornalutx sehr viel Authentisches auf engem Raum.

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