
Abokonzert in Palma: Wagner, Colomer und Bruckner – ein Abend zwischen Farben und Weite
Am 20.11. bringt das OSIB im Auditori eine Mischung aus Festlichkeit, Moderne und großem romantischen Klang: Wagner-Ouvertüre, ein dreiteiliges Werk von Juan J. Colomer und Bruckners 4. Sinfonie. Dirigent Pablo Mielgo und die Spanish Brass versprechen einen Abend voller Farbe und Raum.
Abokonzert in Palma: Wagner, Colomer und Bruckner – ein Abend zwischen Farben und Weite
Endlich wieder Abokonzert im Auditori: Am Donnerstag, 20.11., lädt das Orquesta Sinfónica de les Illes Balears zu einem Programm, das zwischen festlichem Prunk und intimem Nachsinnen pendelt. Auf dem Programm stehen die Ouvertüre zu Richard Wagners Die Meistersinger, ein dreiteiliges Werk des Komponisten Juan J. Colomer sowie Anton Bruckners 4. Sinfonie. Dirigent Pablo Mielgo hat außerdem die Spanish Brass eingeladen – und das bedeutet: Blech in Farben, die man im Sinfonieorchester nicht jeden Abend hört.
Wagner: Ein lautstarker Willkommensgruß
Die Ouvertüre zu den Meistersängern eröffnet den Abend mit hohem Feier-Gestus. Es ist Musik, die sich zwischen Handwerk und Fest bewegt. Stellen Sie sich pompöse Akkorde vor, kurz getrieben von tänzerischen Einwürfen, dann wieder Ausatempausen, in denen Holzbläser leise erzählen. Kurze, prägnante Phrasen geben Raum für das Orchester, sich selbst zu zeigen – ein guter Auftakt, der sagt: Achtung, es wird etwas geboten.
Colomer: Drei Teile, viele Fragen
Juan J. Colomer steht für eine andere Sprache: moderner, fragmentarischer, aber nicht verschlossen. Sein dreiteiliges Werk wirkt wie eine kurze Reise in Etappen: ein erstes Zögern, ein mittlerer Abschnitt voller Entdeckungen, ein drittes, das in eine Art Offenbarung mündet. Rhythmisch gibt es ungewöhnliche Schiefstände, kleine Drehungen, die Spannung erzeugen. Zuhören lohnt sich — nicht alles ergibt sich sofort. Geduld zahlt sich aus, vor allem, wenn man auf subtile Klangdetails achtet: das Flirren der Becken, ein verschwommenes Hornmotiv, Pizzicati, die wie Schritte klingen.
Bruckner: Die weite Landschaft der „Romantischen“
Den Schlussstein bildet Anton Bruckners 4. Sinfonie, die sogenannte „Romantische“. Hier geht es um Raum. Hornrufe, weite Melodiebögen, chorale Verdichtungen — Bruckner baut mit Tönen Räume, in denen man gerne verweilt. Es gibt leisere, intime Momente, ein Scherzo mit fast jägerischer Energie und ein Finale, das Themen zusammenführt und zu etwas Größerem verwebt. Für alle, die gern in Klanglandschaften versinken, ist das ein Hauptgewinn.
Besonders spannend ist die Kombination aus dem sinfonischen Kernrepertoire und der zusätzlichen Farbe der Spanish Brass. Wenn die Trompeten und Hörner nicht nur als Kraftwerk auftreten, sondern als Farbtupfer, kann das dem Bruckner-Abend einen unerwarteten Glanz verleihen — ohne ihn zu einer bloßen Brass-Show zu machen. Genau diese Balance verspricht Spannung.
Der Abend ist also nicht nur etwas für eingefleischte Bruckner-Freunde, sondern für alle, die Freude an Kontrasten haben: an laut und leise, an Tradition und Gegenwart, an vertrauten Bögen und neuen Winkeln.
Praktisches
Einlass ist in der Regel gegen 19:00 Uhr, Beginn meist um 20:00 Uhr — genug Zeit für einen schnellen Espresso am Kiosk am Passeig oder einen letzten Zigarettenstopp an der frischen Luft. Karten gibt es online und an der Abendkasse. Falls Palma ausverkauft ist: Am Freitag wird das Programm im Auditori de Manacor wiederholt.
Ein kleiner Tipp gegen die Novemberkälte: Ziehen Sie etwas Wärmeres an. Die Abende in Palma sind zwar oft mild, aber der Wind vom Meer bei Konzertbeginn kann überraschend frisch sein. Und noch etwas: Kommen Sie ein bisschen früher. Die Atmosphäre vor dem Saal, das Murmeln der Zuhörer, das Klappern der Umhänge — das gehört zum Konzertabend dazu.
Ich freu mich auf den Klang, die Farben und die Stille nach dem letzten Akkord. Vielleicht sehen wir uns im Publikum – mit Schal, Programmheft und einem leisen Nicken.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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