
Drei‑Tonnen‑Llaüt in Puerto Portals geborgen – Freiwillige räumen Mikroplastik aus dem Hafen
Beim Wochenendeinsatz in Puerto Portals zogen Taucher ein rund drei Tonnen schweres Llaüt aus dem Hafen. Vereine und Freiwillige sammelten zusätzlich etwa eine Tonne Müll — ein kleines, handfestes Erfolgserlebnis für Küste und Hafenleben.
Drei‑Tonnen‑Llaüt in Puerto Portals geborgen – Freiwillige räumen Mikroplastik aus dem Hafen
Am vergangenen Wochenende herrschte an der Einfahrt von Puerto Portals mehr Betrieb als sonst: nicht nur die üblichen Motoren‑ und Riggengeräusche, sondern auch das leise Klatschen von Paddeln und das gelegentliche Lachen von Freiwilligen. Im Rahmen einer Müllsammelaktion, die an den Weltmüllsammeltag anknüpfte, zogen professionelle Taucher gemeinsam mit Ehrenamtlichen ein klassisches mallorquinisches Llaüt aus dem Becken des Luxushafens.
Das rund fünf Jahre alte Holzboot wog schätzungsweise drei Tonnen und musste mit einem technisch aufwendigen Manöver an die Oberfläche gebracht werden. Die Bergung, so hieß es in einer Mitteilung des Hafens, erforderte Spezialgerät und koordiniertes Vorgehen: Taucher sicherten Rümpfe und Leinen am Meeresgrund, Trossen wurden außen an kleine Arbeitsboote verlegt, und ein Hebesystem brachte das Boot schließlich ans Tageslicht. Anschließend wurde das Llaüt sicher an Land gebracht.
Neben dem Llaüt kamen bei der Suche auch weitere schwere Teile zum Vorschein: ein Motor, ein Anker und sogar das Chassis eines anderen Bootes. All das lag verborgen unter Tang und Sedimenten — kleine Zeitkapseln, die plötzlich die Frage stellten, wie viel unsichtbarer Ballast in den Häfen liegt.
Die Aktion fand im Rahmen der dritten Ausgabe des Formats „Blue Marina Clean‑Up Subaquatic“ statt. Mit im Einsatz waren die Vereine PROTEMAR, Mar de Fondo und Big Blue Diving. Während die Taucher am Meeresgrund arbeiteten, patrouillierten Teilnehmer in Kayaks, auf Paddle‑Surf‑Brettern und kleinen Booten die Liegeplätze, sammelten Mikroplastik in Netzen und räumten Zigarettenstummel, Plastikfolien und andere Überbleibsel aus dem Wasser und von den Kaimauern.
Am Ende des Tages landeten zusätzlich zum geborgenen Llaüt rund eine weitere Tonne Müll außerhalb des Bootsrumpfs an der Küste und in Sammelcontainern. Für einen Sonntag in der Nebensaison ist das eine ordentliche Menge — und ein sichtbares Ergebnis kollektiver Arbeit.
Wer am Ufer stand, konnte beobachten, wie Hafenpersonal und Freiwillige Kisten voller Fundstücke sortierten. An der Promenade roch es nach Meer und frischem Espresso, die hängenden Taucherleinen klapperten im leichten Westwind, und auf den Stegen tauschte man Anekdoten über gestrandete Netzreste und kurioses Treibgut aus. Solche Szenen zeigen: Umweltschutz ist hier keine abstrakte Debatte, sondern Handarbeit zwischen den Booten.
Für Mallorca hat das eine doppelte Bedeutung. Zum einen mindert das Entfernen schwerer Teile und Mikroplastik direkt Gefahren für Schiffspropeller, für Seevögel und für Taucher. Zum anderen ist es ein Signal an Hafenbetreiber, Charterfirmen und Bootsbesitzer, genauer hinzusehen — weniger Müll heißt weniger Folgekosten und weniger ungeplante Bergungen.
Die Beteiligung lokaler Vereine und Tauchzentren macht außerdem Hoffnung, weil sie zeigt, wie Fachwissen und bürgerschaftliches Engagement zusammenpassen: Die Taucher bringen technische Expertise, die Ehrenamtlichen Manpower und ein Bewusstsein für den Alltag an den Kai. Solche Kooperationen lassen sich leicht wiederholen und ausweiten — etwa durch regelmäßige Kontrollen der Hafenbecken, gezielte Präventionskampagnen bei Liegeplatzmietern oder Sammelstationen für Bootsteile und Altöl.
Wer sich inspiriert fühlt: Viele der beteiligten Gruppen suchen regelmäßig Helferinnen und Helfer für kommende Termine. Ein kleiner Beitrag — ein Vormittag mit Handschuhen oder ein paar Stunden als Beobachter vom Ufer — reicht oft schon, um den nächsten Einsatz wirkungsvoller zu machen.
Am Ende blieb ein gutes Gefühl in Puerto Portals. Nicht weil ein spektakuläres Boot geborgen wurde, sondern weil Menschen zusammenkamen, sich die Hände schmutzig machten und am Wasser zeigten, dass Veränderungen praktisch anfangen. Für die Insel ist das mehr als Symbolik: es ist eine Erinnerung daran, dass Sauberkeit und Sicherheit in unseren Häfen eine Frage des Miteinanders sind.
Häufige Fragen
Wie läuft eine Bergung eines Llaüt im Hafen von Puerto Portals ab?
Warum wird Mikroplastik in Häfen wie Puerto Portals gesammelt und welchen Nutzen hat das?
Welche Organisationen waren bei der Blue Marina Clean-Up Subaquatic am Start?
Welche Auswirkungen hat die Entfernung schwerer Teile und Müll auf die Hafensicherheit?
Welche Aktivitäten erleben Besucher bei Hafenreinigungen auf Mallorca?
Gibt es regelmäßige Termine für Umweltaktionen an Mallorcas Küsten?
Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit von Taucherzentren, Vereinen und Ehrenamtlichen für Mallorca?
Wie kann man sich als Besucher von Mallorca beim Verhindern von Müll am Hafen beteiligen?
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