
Lloseta zieht Kostüme an: Sa Rua, Musik und Balkonwettbewerb
Lloseta zieht Kostüme an: Sa Rua, Musik und Balkonwettbewerb
In Lloseta wird der Karneval besonders emphatisch gefeiert: Sa Rua startet am Sonntag um 16:00 Uhr, der Zug hält direkt am Festgelände, und Balkone werden prämiert. Wer dabei sein will: lieber mit Zug als mit Parkplatzsuche.
Lloseta zieht Kostüme an: Sa Rua, Musik und Balkonwettbewerb
Sa Rua am Sonntag um 16:00 — ein Dorf, das feiert
Am kommenden Sonntag steht Lloseta im Ausnahmezustand, und zwar im allerbesten Sinn: Die Straßen duften nach gebratenem Räucherfleisch, aus offenen Fenstern dringt Trommeln und Luftgitarren-Geschrammel, und an den Ecken fliegen Konfetti-Flocken wie bunte Vögel. Das Highlight heißt Sa Rua und beginnt um 16:00 Uhr — pünktlich, wie man auf Mallorca selten behaupten kann.
Was Lloseta auszeichnet, ist nicht nur die Lautstärke der Blasinstrumente oder die Länge der Umzugsstrecke, sondern die Art, wie ein kleines Dorf sich vorbereitet: Seit Wochen hängen Girlanden an Balkonen in der Carrer Major und in der Plaça des Poble, Schaufenster sind mit Papierblumen bestückt, und die schönste Dekoration wird — ganz lokal — von einer Jury prämiert. Es geht weniger um Perfektion als um Erfindungsreichtum: eine alte Truhenblüte als Narrenkopf, eine Olivenölkanne als Laterne, eine Seniorin, die mit einer Perücke die Nachbarschaft zum Lachen bringt.
Praktisch für Besucher: Der Zug hält direkt an der Estació de Lloseta, die nur ein paar Minuten vom Startpunkt des Umzugs entfernt liegt. Das spart Parkplatzstress und hält die Stimmung gelassener. Die besten Plätze sind früh weg — gerade Familien mit kleinen Kindern sichern sich die Böen an der Plaça Major, wo oft spontane Straßenkünstler auftreten.
Eine kleine Alltagsszene: Gegen 15:00 Uhr räumt ein Junge namens Toni seine Holzbank vor dem Bäckerladen, damit seine Großmutter die besten Bonbon-Wurfplätze hat. Daneben steht ein älterer Herr mit einem großen Beutel voller Kastanien, die er aus Sicherheitsgründen in Papiertüten verteilt. So wirkt der Karneval: laut, bunt, aber erstaunlich fürsorglich.
Warum das gut für Mallorca ist? Solche Dorffeste halten Traditionen lebendig, stärken Nachbarschaften und sorgen für kurze, aber intensive Einkommensspitzen für Cafés, Bäckereien und kleine Läden. Besucher bringen Leben in die Gassen, und zugleich bleibt vieles familiär — kein Riesenrummel, sondern ein Fest mit persönlicher Handschrift. Das ist ein Stück Mallorca, das nicht in Prospekten steht, sondern auf der Bank neben der Kirche stattfindet.
Für alle, die mitmachen wollen: Packt eine wiederverwendbare Trinkflasche ein, zieht eine warme, kreative Schicht an (Februarmitten kann hier noch frisch werden) und denkt an festes Schuhwerk — die Straßen sind teils Pflaster, teils improvisierte Laufstege. Wer fotografiert, sollte Rücksicht nehmen: Viele Bewohner tauschen Blicke gegen ein Lächeln, nicht gegen ein Blitzlicht. Und wer sich für andere lokale Abende interessiert, kennt vielleicht schon Veranstaltungen wie den Unterwäschelauf in Bunyola, die ebenso Dorfcharakter und Musik verbinden.
Als kleiner Ausblick: Lloseta bleibt in der Karnevalswoche ein Magnet für Leute, die Lust auf echtes Dorffeeling haben. Manche Nachbarn planen bereits für den Abend ein improvisiertes Konzert, andere proben kleine Theaterstücke auf dem Pflaster. Das ist kein polierter Eventbetrieb, sondern gelebte Nachbarschaft — mit Luftschlangen, Handarbeit und gelegentlichem Schabernack; in anderem Kontext bringt auch die Kölsche Woche am Ballermann Karnevalsflair an andere Ecken Mallorcas.
Wenn Sie also am Sonntag Lust auf ein unkompliziertes, herzliches Spektakel haben: Zug nehmen, früh kommen, Maske auf — und die Augen offenhalten für die kleinen, liebevollen Details. Lloseta zeigt: Karneval kann rau, fröhlich und warm zugleich sein. Und wer weiß, vielleicht gewinnen gerade Ihre Lieblingsbalkonisten den Preis für die kreativste Dekoration.
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