
Wie Mallorca aus dem All wuchs: Neue Plattform zeigt Bilder von 1956 bis 2024
Wie Mallorca aus dem All wuchs: Neue Plattform zeigt Bilder von 1956 bis 2024
Der Inselrat stellt eine interaktive Kartenplattform vor: historische Luft- und Satellitenbilder von 1956 bis 2024, deutscher Interface-Anteil und Werkzeuge zum Vergleichen, Messen und Dokumentieren.
Wie Mallorca aus dem All wuchs: Neue Plattform zeigt Bilder von 1956 bis 2024
Ein digitales Werkzeug für Behörden, Fachleute – und Neugierige auf der Insel
Am Passeig Mallorca, wo man morgens das Klappern der Reinigungswagen hört und die ersten Café-Tassen klirren, lässt sich ein schönes Experiment machen: die Insel mit den Augen der Vergangenheit betrachten. Der Consell hat eine Online-Anwendung veröffentlicht, die Luft- und Satellitenaufnahmen Mallorcas aus mehreren Jahrzehnten zusammenbringt – angefangen bei 1956 bis hin zu aktuellen Aufnahmen aus 2024. Für Menschen, die hier leben oder arbeiten, ist das ein praktisches Stück Zeitreise.
Die Sammlung umfasst Bildjahrgänge, die bisher nicht immer leicht zugänglich waren: 2004, 1973, 1968 und andere Jahre stehen nun über die Raumdateninfrastruktur von Mallorca (IDEmallorca) zur Verfügung. Ergänzt werden sie durch Karten aus 1998 des Nationalen Geografischen Instituts (PNOA) sowie durch Aufnahmen, die die Balearen-Regierung (IDEIB) bereitstellt: 2024, 2023, 2021, 2018, 2015, 2012, 2010, 2008, 2006, 2002, 2001, 1995, 1989 und 1984. Mehr zum Blick aus der Luft berichtet auch Seltenes Naturkino: Mallorca über dem Meer.
Die Oberfläche ist bewusst benutzerfreundlich gestaltet und bietet Funktionen, die sonst vorrangig Fachleute nutzen: Wer Linien, Flächen oder Punkte aufzeichnet, kann gezielt messen, Flächenberechnungen durchführen oder eigene Markierungen setzen. Wer eine Karte als Beleg braucht, kann die Ansicht als PDF exportieren und so einfach in Berichten oder Anträgen verwenden.
Ein kleines technisches Schmankerl ist der Schieberegler zum Direktvergleich zweier Jahre. Damit wird sichtbar, wie sich Siedlungen ausgedehnt haben, wie in Wenn Mallorca wächst: Strategien für eine Insel im Wandel beschrieben, wo Küstenlinien sich verändert oder landwirtschaftliche Flächen ihre Form verloren haben. Für die Bewohner der Küstenorte ist das kein abstraktes Spiel: Veränderungen am Strand, neue Promenaden oder zurückgewonnene Flächen werden mit einem einfachen Wisch nachvollziehbar.
Die Plattform akzeptiert außerdem lokale Nutzerdaten, erlaubt Suche nach Katasterreferenz, Gemeinde, Gewerbegebiet oder Eintrag als ländliche Parzelle. In der Praxis heißt das: Ein Architekt in Cala Major, eine Umweltgruppe in Sóller oder ein Landwirt in Inca kann eigene Informationen einbinden und präzise Vergleiche anstellen; ähnliche Fragen zur Entwicklung der Insel diskutiert Wer prägt Mallorcas Straßen?.
Der zuständige Minister für Raumordnung und Innovation hat die Mühe hervorgehoben, viele Serien historischer Bilder zusammenzuführen, damit Verwaltungen und Fachleute leichter Studien erstellen können. Zugleich soll die Anwendung auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger offenstehen – und das Interface bietet inzwischen überwiegend deutsche Texte, was hier auf der Insel viele Alltagssituationen erleichtert.
Warum das für Mallorca nützlich ist, lässt sich an konkreten Beispielen erklären: Gemeinden können Bauentwicklungen prüfen, Naturschutzvereine Küstentrends beobachten, Schulen lokale Geschichte mit Kartenmaterial lebendig unterrichten und Landwirtinnen ihre Flächenentwicklung analysieren. Ich sehe das oft: Auf der Plaça del Mercat sitzen Menschen mit Tablets, vergleichen alte und neue Aufnahmen, zeigen einander, wo früher Mandelbäume standen oder wo eine Straße neu entstanden ist.
Ein kleiner Praxisvorschlag für den Einstieg: Portal öffnen, zwei Jahresstände wählen, mit dem Slider die Unterschiede sichtbar machen, eine Fläche rund um den Lieblingsstrand zeichnen und anschließend die Ansicht als PDF speichern. Für Jugendliche in einer Gemeindegruppe ist das ein schneller Zugang zur Forschung – ohne komplizierte Software.
Ein Ausblick: Solche digitalen Archive könnten zu lokalen Werkstätten führen, in denen Bürgerinnen und Gemeinden selber Kartenprojekte starten. Denkt an Nachbarschaftsinitiativen, die Veränderungen dokumentieren, oder an Schulen, die den eigenen Ort im Wandel erforschen. Das ist keine ferne Zukunft – die Technik liegt jetzt auf dem Tisch; Beispiele für solche Veränderungen finden sich in Die neue Wohnachse Mallorcas.
Die Anwendung macht deutlich: Mallorca ist nicht nur Postkartenstrand, sondern ein Raum mit Geschichte, die sich auf Karten lesen lässt. Wer das nächste Mal am Hafen an der Plaça de Toros entlanggeht, kann sich vorstellen, wie die Luftaufnahme von 1973 dort aussieht – ähnlich wie im Mallorca im Rückspiegel.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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