Marktstände und Besucher zwischen blühenden Mandelbäumen auf der historischen Finca Ses Cases de Ca s’Hereu.

Mandelblütenmesse in Son Servera: Fira de la Flor d’Ametler in der Finca Ses Cases de Ca s’Hereu

Mandelblütenmesse in Son Servera: Fira de la Flor d’Ametler in der Finca Ses Cases de Ca s’Hereu

Am Sonntag füllt sich die historische Finca Ses Cases de Ca s’Hereu mit dem Duft von Mandeln, Turrón und handgemachter Seife. Die Fira de la Flor d’Ametler bringt Marktstände, Vorführungen zur Ernte und ein Stück mallorquinische Jahreszeit in den Osten der Insel.

Mandelblütenmesse in Son Servera: Fira de la Flor d’Ametler in der Finca Ses Cases de Ca s’Hereu

Sonntagsvormittag zwischen Duft von Turrón und handgesiedeter Seife

Am kommenden Sonntag verwandelt sich die alte Finca Ses Cases de Ca s’Hereu wieder in einen kleinen Marktplatz für alles rund um die Mandel. Das Herrenhaus, das bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht, öffnet von 9:30 bis 14:00 Uhr seine Tore zur Fira de la Flor d’Ametler. Wer ankommt, hört zuerst das Knirschen der Kieswege unter den Schuhen, dann das Gemurmel von Gesprächen und das gelegentliche Bellen eines Hundes — ganz normale Sonntagsmusik hier im Osten der Insel.

Auf den Ständen liegen handgemachte Seifen, Flakons mit lokalen Düften und natürlich Turrón, dieser feste, süße Klassiker, der zur Mandelzeit dazugehört wie der Wind hier am Cap de Ferrutx. Zu sehen gibt es aber mehr als nur fertige Produkte: Kleinbauern zeigen, wie die Mandelernte funktioniert, welche Sorten angebaut werden und warum manche Mandeln nur zum Backen taugen, andere lieber pur geknabbert werden. Es ist eine einfache Lehrstunde in Sachen Landwirtschaft, direkt neben Olivenbäumen und den geraden Reihen alter Mandelbäume.

Die Finca selbst ist Teil der Veranstaltung — ihre Steinfassaden, die schmalen Fenster und der Hof schaffen die richtige Kulisse. An einem sonnigen Wintertag fangen die hellen Blüten das Licht ein, und die Luft riecht leicht nach Bittermandel und angebranntem Zucker. Besucher bleiben stehen, probieren, fragen nach, kaufen eine Packung Turrón für die Nachbarschaft oder ein Stück Seife, das zuhause im Badezimmer noch monatelang an diesen Sonntag erinnert.

Das Besondere an solchen Messen ist nicht nur der Handel. Es sind die Begegnungen: die ältere Frau, die die Rezeptur für ihr Parfum erklärt, der junge Landwirt, der stolz über die Ernte berichtet, Kinder, die mit glänzenden Augen an einem Stand kleben bleiben. Für viele Einheimische ist die Fira ein Ritual, eine Art Jahresanfang, an dem man sich vergewissert, dass Traditionen weitergegeben werden und lokale Produzenten sichtbar bleiben.

Warum das gut für Mallorca ist? Weil Veranstaltungen wie diese die kleinen Netzwerke stärken, die man in Supermarktregalen nicht sieht. Handwerk und kleine Landwirtschaft sorgen dafür, dass die Insel produktiv bleibt, nicht nur touristisch. Wer hier einkauft, unterstützt direkte Erzeuger, hält alte Sorten und Methoden lebendig und bringt ein Stück Mallorca mit nach Hause — nicht nur als Foto, sondern als Geschmack und Geruch.

Praktisch ist die Sache auch: Die Finca liegt gut erreichbar, nur ein kurzer Fußweg vom Ortskern entfernt. Parkplätze sind begrenzt — früh kommen lohnt sich, und ein Beutel für Einkäufe ist klug. Wer mit Kindern kommt, findet genug Raum zum Umherlaufen; wer Ruhe sucht, kann sich in einen Winkel des Innenhofs zurückziehen und dem Treiben zusehen.

Ein kleiner Tipp aus dem Alltag: Probieren Sie die verschiedenen Turrónsorten systematisch — mit und ohne Mandeln, mit Honig oder Schokolade. Und legen Sie ein Gespräch mit einem Produzenten ein. Meist erzählen diese Menschen die besten Inselgeschichten, die man sonst nirgendwo hört: Von Schneejahren, in denen die Mandeln früher kamen, von trockenen Sommern, die neue Sorten nötig machten, von Rezepten, die von Großmutter zu Enkel wanderten.

Wenn Sie also Lust auf einen Sonntag mit lokalen Aromen, handgemachten Produkten und echtem Inselcharakter haben, ist die Fira de la Flor d’Ametler eine Einladung. Ein Markt, kein großes Spektakel — aber genau deswegen sympathisch. Nehmen Sie Bargeld mit, tragen Sie bequeme Schuhe und bringen Sie Zeit mit. Am Ausgang wartet vielleicht eine Tüte Turrón, ein Stück Seife und das warme Gefühl, etwas für die Insel getan zu haben.

Wann: Sonntag, 9:30–14:00 Uhr. Wo: Finca Ses Cases de Ca s’Hereu, Son Servera. Ein Morgen für alle Sinne und ein Stück mallorquinischer Alltag, das sich lohnt.

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