
Open House Palma: Über 60 Türen öffnen sich — die Stadt zum Anfassen
An diesem Wochenende öffnet Palma mehr als 60 sonst verborgene Häuser: Amtsstuben, Innenhöfe und Bühnen. Ein Stadtspaziergang zwischen warmer Sonne, Kopfsteinpflaster und überraschenden Einblicken.
Open House Palma: Die Stadt, die ihre Türen aufschließt
Wenn Palma an diesem Wochenende seine Innenhöfe, Amtsstuben und Hinterbühnen öffnet, fühlt sich die Stadt an wie ein Nachbar, der plötzlich sagt: Komm doch rein, ich zeig dir was. Über 60 Orte machen mit — Gebäude, die sonst hinter verschlossenen Türen liegen. Und das Ganze ist alles andere als trocken. Besonders wenn die Sonne um elf am Passeig del Born die alten Treppen aufheizt und der Geruch von frisch gebrühtem Café durch die Gassen zieht.
Wo es sich lohnt, die Schlange in Kauf zu nehmen
Ein paar Highlights, die ich auf dem Zettel habe: Das Parlament der Balearen lässt Besucher hinein, der Sitz des Inselrats ist offen, und der Rathaus-Palacio gewährt Einblicke mit Blick auf die Plaça Cort. Für Theaterfans lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen im Teatre Principal — hinter der Bühne sitzt die Arbeit, die man im Zuschauerraum nie vermutet. Auch im Artikel Open House Palma: Über 60 Türen öffnen sich — die Stadt zum Anfassen finden Sie wertvolle Informationen zu diesem Event.
Es sind nicht nur die großen Namen. Manche Höfe, winzige Treppenhäuser und private Gärten erzählen Geschichten vom Alltag: wie Nachbarinnen auf den Balkonen miteinander plaudern, wie Verwaltungskorridore still Entscheidungen atmen und wie Licht durch eine mallorquinische Jalousie fällt, kurz bevor es im Innenhof klingelt.
Praktisches für den Rundgang
Mein Tipp: Starten Sie am Vormittag. Führungen sind dann oft pünktlicher, die Sonne steht noch günstig und die Steine sind nicht so heiß. Viele Häuser bieten Einlass zwischen 10 und 18 Uhr, einige nur an einem der beiden Tage — also unbedingt vorher ins Programm schauen. Feste Schuhe sind kein Mode-Statement hier, sondern sinnvoll: Kopfsteinpflaster, schmale Treppen und schattige Calle sind Alltag. Weitere nützliche Tipps finden Sie im Artikel Stadt zum Anfassen: Open House Palma öffnet über 60 Türen.
Nehmen Sie Wasser mit, eine gedruckte Karte ist Gold wert (die kleinen Stände in der Innenstadt haben sie meist). Fotografieren ist meist erlaubt, aber lesen Sie die Hinweisschilder: Handschuhe an historischen Möbeln sind tabu, manche Räume nur in kleinen Gruppen zugänglich. Es wird voll. Reisegruppen, Studentengruppen und Einheimische mischen sich; an der Plaça Cort sah ich samstags um 12:15 Uhr eine Führung, die besonders gut besucht war.
Warum Open House mehr ist als ein Blick von außen
Solche Festivals machen sichtbar, wie eng Verwaltung, Kultur und Alltagsleben in Palma verwoben sind. Man steht plötzlich in Fluren, in denen Entscheidungen getroffen werden, und merkt, dass hinter den Fassaden Menschen arbeiten, die sich um Denkmalschutz, Stadtplanung und Veranstaltungen kümmern. Das hat etwas Versöhnliches: Stadt ist nicht nur Postkarten-Kulisse, sondern ein Netz aus Orten, an denen gelebte Geschichte und moderne Verwaltung aufeinandertreffen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Wohnungsnot in Palma empfiehlt sich auch ein Blick auf die Hintergründe, die im Artikel Wenn Türen zugemauert werden: Reina, Luna und die eskalierende Wohnungsnot in Palma beleuchtet werden.
Für die Insel ist das auch ein kleiner Demokratie- und Kulturkurs: Transparenz, Wertschätzung für historische Räume und ein Bewusstsein dafür, dass diese Orte gepflegt werden müssen — oft mit wenig Geld und viel Engagement. Wer die Kathedrale verlässt, schlendert nicht einfach weiter; wer jetzt die kleine Gasse dahinter nimmt, entdeckt vielleicht einen überraschend ruhigen Innenhof und ein Café mit Plätzen im Schatten.
Ein kleiner Plan für neugierige Füße
Ich würde empfehlen: Vormittags am Passeig del Born anfangen, dann zur Plaça Cort und weiter Richtung Kathedrale. Die Seitenstraßen sind oft die lohnendsten; dort hört man das Klappern der Tassen, das ferne Läuten der Kirche und gelegentlich die Stimmen von Handwerkern. Machen Sie zwischendurch Pause in einem kleinen Café, blinzeln Sie in einen Hof, nehmen Sie die gedruckte Karte mit — und lassen Sie sich überraschen. Palma zeigt sich an solchen Tagen warm, ein bisschen laut und sehr offen. Für eine bildliche Vorstellung von Palma in der Vergangenheit könnte der Artikel Palma, lautlos schön: Ein Spaziergang in die Stadt vor hundert Jahren interessant sein.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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