Herbstfeste auf Mallorca: Caimari, Llubí und Es Capdellà erleben

Wochenende auf der Insel: Dorfherbstfeste in Caimari, Llubí und Es Capdellà

Wenn die Morgenluft kühler wird, öffnen Mallorcas Dörfer ihre Herbstbasare: Olivenpressen in Caimari, Honigproben in Llubí und Volkstänze in Es Capdellà – ein Wochenende zum Probieren, Zuhören und Schlendern.

Die Dörfer rüsten sich für das Wochenendtreffen: Oliven, Honig und gelebte Nachbarschaft

An einem dieser klaren Herbstmorgen auf Mallorca, wenn die Kaffeetassen draußen auf den Tischen noch beschlagen sind und die Sonne gerade erst die Hausgiebel anstupst, öffnen wieder kleine Plätze ihre Tore. An diesem Wochenende laden mehrere Dörfer zu ihren Herbstfesten – bodenständige, laute und leise Sachen zugleich: Stände in engen Gassen, Stimmengewirr, ein Kirchenglockenläuten aus der Ferne und immer der Duft von frisch Gebackenem und gerösteten Mandeln in der Luft. Weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen findet ihr in unserem Artikel über Herbstmärkte auf Mallorca.

Caimari: Die Olive als Gesprächspartnerin

In Caimari dreht sich alles um die Olive. Auf dem Dorfplatz sieht man Einheimische, die mit einer Gelassenheit erklären, warum die erste Pressung goldener schmeckt, und Besucher, die aufmerksam an kleinen Probierlöffeln schnuppern. Wenn die Olivenmühlen laufauf, klingt das fast wie ein leises Summen, das durch die engen Straßen wabert. Mein Tipp: Wer früh kommt – gegen zehn, wenn die Sonne noch nicht alles aufheizt – erlebt die intensivsten Aromen. Die Olivenbauern erzählen gern von alten Bäumen, kalten Wintern und dem Jahrgang, der dieses Jahr überraschend fruchtig geraten ist. Und ja: eine Flasche Öl für zuhause macht sich besser als viele Fotos im Feed. Weitere Informationen zu den Olivenfesten findet ihr auch in unserem Artikel über Herbstfeste auf Mallorca.

Llubí: Honig, Wein und Abende mit Musik

Llubí empfängt Besucher dieses Jahr mit dem warmen Knistern kleiner Gespräche, einem Glas Wein in der Hand und vereinzelten Gitarrenklängen auf der Bühne. Der Honigmarkt am Sonntag ist ein gemütliches Miteinander: Imker stellen kleine Probeschälchen auf, Kinder lecken ungeniert an Löffeln, und an den Ständen gibt es Marmeladen, Nussmischungen und süße Pralinen. Achtet darauf, Bargeld einzustecken – in manchen Ständen zählt noch die alte Art des Handelns: Händedruck, Probierrunde, Tausch. Wer das Samstagabend-Programm mitnimmt, bekommt eine Prise Dorfalltag gratis dazu: Laternen, klackernde Teller und das langsame Verschwinden der Hitze in kühle, klarere Luft. Für mehr über Honig und andere lokale Produkte, schaut in unseren Artikel über Goldmakrelen, Tapas und Kunst.

Es Capdellà: Tradition mit Riesenfiguren und Volkstanz

In Es Capdellà verbindet sich Handwerk mit Festlichkeit. Die Riesenfiguren werden herausgeputzt, lokale Vereine üben ihre Tänze, und auf der Plaza entsteht ab dem Nachmittag eine kleine Parade aus Farben und Bewegungen. Kinder starren mit großen Augen, ältere Besucher klatschen im Takt – und zwischendurch helfen ehrenamtliche Hände an den Ständen mit kleinen Speisen aus: Oliven, Brotscheiben mit sobrasada, ein Schluck lokalen Weins. Solche Szenen sind auf der Insel kein nostalgisches Museum, sondern lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Warum das wichtig ist: Die Herbstfeste sind mehr als nur Marktstände. Sie schaffen Einkommen für Produzenten, erhalten traditionelle Handwerke und bringen Nachbarn zusammen. Für Mallorca, das oft als Urlaubsparadies gesehen wird, sind diese Dorfmessen das, was die Insel lebendig hält: echte Gespräche, Aromen direkt vom Erzeuger und Geschichten, die in der Dorfkneipe weitererzählt werden. Weitere Aspekte zu diesen Festen findet ihr in unserem Artikel über Kürbisse, krähende Hähne und Hüpfburgen.

Praktische Hinweise für Besucher: Parkplätze sind rar — plant Zeit ein und erwägt Mitfahrgelegenheiten. Zieht euch in Schichten an: Morgens kann es frisch sein, mittags zeigt die Sonne oft noch einen warmen Arm. Bargeld ist nützlich, Kartenlesegeräte nicht immer selbstverständlich. Und: Probiert vor Ort. Ein ehrliches Lob oder ein konkreter Hinweis auf den Geschmack bedeutet den Verkäuferinnen und Verkäufern oft mehr als fünf Sterne online.

Wenn ihr an diesem Wochenende unterwegs seid, nehmt euch Zeit zum Schlendern. Setzt euch an einen Treppensitz auf der Plaza, hört den Leuten zu, lasst die Geräusche der Gassen auf euch wirken: ein Kinderlachen, das Klappern von Keramik, die Stimme eines Verkäufers, der seine Geschichte erzählt. Manchmal ist es genau diese Tasse heißen mallorquinischen Kaffees und das Stück Mandelkuchen auf einem improvisierten Pappteller, das ein Wochenende zu einem echten Inselerlebnis macht.

Wer mag, plant den Besuch mehrerer Dörfer ein: Caimari für die Olive, Llubí für den Honig und Es Capdellà für die Traditionen. Und wenn ihr dann abends zurückfährt und das Radio nur noch leise läuft, bleibt das Gefühl, etwas Echtes erlebt zu haben — kein großes Event, sondern ein kleines Stück Mallorca, das weiterlebt.

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