
O’zapft is in Santa Ponça: Tracht, Meerluft und ein Lächeln über die Panne
Mit Blasmusik, Brathähnchen und einer kurzen technischen Panne eröffnete Calviàs Oktoberfest vor der alten Mühle in Son Bugadelles. Ein Fest, das Urlauber und Einheimische zusammenbringt — laut, warmherzig und ein bisschen chaotisch.
Feierlaune am Meer: Wiesn-Flair in Son Bugadelles
Der Abend kam mit leichter Brise vom Meer, Möwenrufe mischten sich mit dem Stampfen der Band – und kurz nach 18 Uhr war das Festgelände vor der alten Mühle in Son Bugadelles plötzlich voller Leben. Trachten, Flip‑Flops, Kastanienbrauner Holzboden, der unter den tanzenden Füßen knarrte: Das Oktoberfest in Santa Ponça zeigte einmal mehr, wie Mallorcas Herbstabende klingen können. Bürgermeister Juan Antonio Armengual übernahm den symbolischen Zapfhahn – und nach einem kleinen technischen Hickhack floss endlich das erste Bier.
Eine Dichtung und ein kollektives Lächeln
Wer gedacht hätte, eine kaputte Gummidichtung könne den Abend trüben, hat die Stimmung im Zelt unterschätzt. Zwei Helfer rückten mit gezielten Handgriffen an, es wurde gefummelt, geschraubt, gelacht – und als der erste Krug erklang, folgte ein großes Prost. Statt Gereiztheit gab es Gelächter, Zuspruch und eine spürbare Welle des Zusammenhalts. Fast so, als sei das kleine Pannen‑Intermezzo ein gemeinsamer Auftakt gewesen, nicht nur ein Anstich.
Die Kapelle spielte klassische Märsche und ein paar Schlager, dazu sangen Urlauber lauthals mit, während an den langen Tafeln mallorquinische Gespräche durch das Zelt waberten. Zwischen Brathähnchen‑Duft, Senf und heißer Holzkohle traf man Stadträte ebenso wie Familien aus dem Ort und Gäste, die erst gestern angelandet waren. Die Bänke waren voll; ab und an erklang ein Freudentanz auf dem Holz, das Klirren von Maßkrügen setzte rhythmische Akzente.
Mehr als nur ein Bierfest
Das Event ist längst kein reines Touristenspektakel mehr, sondern ein Treffpunkt, an dem sich Einheimische und Neuangeregte begegnen. Händler aus der Region boten Speisen an, örtliche Dienstleister verdienten an den Abenden ein Zubrot, und die Gastronomie in der Umgebung spürte das Plus an Gästen. In Zeiten, in denen die Insel vom Sommertourismus in die Nebensaison gleitet, sind solche Veranstaltungen ein wichtiger Impuls: Sie verlängern die Saison, schaffen Verweilqualität und stärken die lokale Wirtschaft. Mehr Informationen dazu gibt es im Artikel über Herbstfeste auf Mallorca.
Praktische Hinweise blieben realistisch: Bargeld ist oft schneller als das EC‑Terminal, warme Jacke für den Abend nicht vergessen, und wer Ruhe sucht, setzt sich an den Rand – doch verpasst dann vielleicht das mitreißende Chaos, das Santa Ponça so charmant macht.
Zwischen Herz und Organisation: kleine Lehren für die Zukunft
Die kleine Panne enthielt auch eine leise Aufforderung: Ein gut bestückter Ersatzteilkasten inklusive Ersatzdichtung und ein Plan B für die Bezahlung würden künftige Eröffnungen noch reibungsloser machen. Solche Kleinigkeiten sind schnell zu lösen und sollten die Stimmung nicht trüben. Viel wichtiger ist, dass das Festival die Kontakte zwischen Bewohnern, Vereinen und lokalen Betrieben stärkt — ein echter Gewinn für Calvià. Weitere Veranstaltungen in der Umgebung sind auch Piratenstürme und der Mittelaltermarkt in Santa Ponça.
Und so bleibt das Bild, das viele nach Hause trugen: Holzknarren, Stimmengewirr, der salzige Hauch des Meeres in der Luft und ein Bürgermeister, der mit Händen voller Bierdeckel Interviews gibt. Ein Oktoberfest wie ein Treffen alter Freunde, nur dass viele Freunde eben gerade erst angekommen sind. Laut, herzlich — und mit einem kleinen technischen Zwischenfall, über den später noch geschmunzelt wurde.
Ort: Festgelände Santa Ponça, vor der Mühle in Son Bugadelles.
Öffnungszeiten: freitags & samstags ab 18:00 Uhr, sonntags (19. Oktober) ab 12:00 Uhr; jeweils bis etwa 22:00 Uhr.
Wer hingeht: Gute Laune mitbringen, warme Jacke für den Abend einpacken und am besten etwas Bargeld. Dann steht dem geselligen Abend mit Meerblick nichts im Weg.
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