El Pesquero in Palma: Neuer Betreiber, 2,9 Mio. Investitionen und Photovoltaik

Paella mit Hafenblick bleibt – doch das Pesquero bekommt ein neues Gesicht

Nach fast 30 Jahren wechselt das Pesquero am Kai vor der Lonja den Betreiber. 2,9 Millionen Euro, Photovoltaik und 16 Jahre Konzession sollen Tradition und Nachhaltigkeit verbinden.

Paella mit Hafenblick bleibt – doch das Pesquero bekommt ein neues Gesicht

Paella mit Hafenblick bleibt – doch das Pesquero bekommt ein neues Gesicht

Wenn der leichte Regen an einem grauen Dezembernachmittag gegen die Markise prasselt und die Möwen über dem Kai kreischen, dann riecht man in Palma sofort: hier brutzelt irgendwann wieder Paella. Das Ecklokal direkt vor der Lonja, mit Blick auf den Fischerhafen, bereitet sich auf eine neue Phase vor. Nach rund drei Jahrzehnten übergibt der bisherige Betreiber das Haus; die Hafenbehörde hat einem neuen Pächter den Zuschlag erteilt.

Die Fakten sind klar: Die neue Konzession wurde im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben. Der künftige Betreiber, der unter dem Namen Coliving Puig de Alaró, hat eine Laufzeit von 16 Jahren und plant Investitionen in Höhe von 2,9 Millionen Euro. Teil des Vorhabens ist der Neubau großer Teile des Bestands, der Einbau eines Untergeschosses und die Nutzung nachhaltiger, möglichst lokal gewonnener Materialien. Außerdem ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen, um einen Teil des Strombedarfs durch Solarenergie abzudecken.

In Zahlen: Die Konzession betrifft knapp 733 Quadratmeter Hafenfläche, davon rund 268 Quadratmeter für das Gebäude und etwa 465 Quadratmeter Terrasse. Bar, Café und Restaurant sind weiterhin vorgesehen; auch zusätzliche gastronomische Angebote sollen möglich bleiben. Nach Abschluss der noch ausstehenden Verwaltungsformalitäten und der Vertragsunterzeichnung kann die Übergabe erfolgen und die Planung in die praktische Umsetzung übergehen.

Was das für den Alltag am Hafen bedeutet, lässt sich schon jetzt erahnen: morgens kommen weiterhin die Fischer mit ihren Netzen an Land, gegenüber werden am Kai die Brote für die Arbeitspausen verkauft, und abends bleiben die Tische für diejenigen reserviert, die auf den Lichterschein der Boote schauen wollen. Die Terrasse ist ein sozialer Ort — hier trifft sich, wer Palma liebt: Rentner mit Zeitung, Kellner, die Bestellungen rufen, Touristen, die versuchen, ein Foto ohne fremde Hände zu machen.

Die geplanten Maßnahmen sind nicht nur kosmetisch. Photovoltaik und lokale Baustoffe deuten in Richtung Energieeffizienz und kürzere Lieferketten — zwei Punkte, die gerade in Hafenbereichen Sinn ergeben. Eine modernisierte Infrastruktur kann dazu beitragen, dass die Promenade lebendig bleibt, auch außerhalb der Hochsaison: wenn die Laternen in der Passeig-Region angehen und der Duft von Fisch und Safran durch die Gassen zieht, trägt ein attraktives Lokal zur Aufenthaltsqualität bei und die gastronomischen Angebote in der Umgebung werden bereichert.

Für die tägliche Gastronomie heißt das: Chancen auf neue Arbeitsplätze, aber auch Verantwortung, die kulinarische Identität zu bewahren. Die gute Nachricht für Stammgäste ist: Meerblick und Paella-Essenz sollen erhalten bleiben. Wer die Gäste künftig begrüßt, mag andere Töpfe und Konzepte mitbringen, doch das Prinzip — essen am Wasser — bleibt bestehen.

Ein kleiner, praktischer Wunsch aus der Nachbarschaft: bei aller Modernisierung die Freundlichkeit der Bedienung behalten, lokale Produzenten auf die Karte setzen und den öffentlichen Charakter der Terrasse respektieren. Solche Kleinigkeiten machen den Unterschied zwischen einer schicken Fassade und einem Ort, den die Insel wirklich zurückgewinnt. Ein Beispiel für derartige Fortschritte in der Gastronomie wäre der Ánima Beach, der neu verpachtet wird.

Am Ende ist das Projekt ein anderes Zeichen: Investitionen in Hafenbereiche müssen nicht automatisch große Bettenburgen bedeuten. Hier könnte ein Beispiel entstehen, wie Gastronomie, handwerkliche Bauweise und saubere Energie zusammenwirken. Und solange die ersten Pfannen noch auf offener Flamme glühen und der Wind den Geruch von Meer hereinträgt, bleibt es ein gutes Stück Palma, das wir alle gerne weiterhin besuchen und die Entwicklung der Mercats im Auge behalten sollten.

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