Palma: Bäume am Es Portitxol entfernt – Anwohner fordern Aufklärung

Palmas Küstenweg vergreist ohne Bäume: Anwohner fordern Aufklärung

Palmas Küstenweg vergreist ohne Bäume: Anwohner fordern Aufklärung

Im Meeresviertel Es Portitxol fehlen plötzlich zahlreiche Straßenbäume entlang des Rad- und Fußwegs. Nachbarn zeigen Fotos, die Lücken dokumentieren. Wer entschieden hat und warum, ist bislang unklar. Zeit für transparente Aufarbeitung und praktische Lösungen.

Palmas Küstenweg vergreist ohne Bäume: Anwohner fordern Aufklärung

Wer hat die Bäume entfernt – und aus welchem Grund?

Am Morgen, wenn Jogger ihre Runden drehen und Fischer ihre Netze am Es Portitxol kontrollieren, fallen jetzt kahle Stellen ins Auge, wo zuvor Kronen Schatten spendeten. Anwohner haben auf Instagram Aufnahmen geteilt, die deutlich machen: Entlang des Rad- und Fußwegs sind mehrere Ficus-Exemplare verschwunden. Die Frage, die seitdem die Runde macht, ist knapp und dringlich: Wer hat das entschieden und mit welcher Begründung?

Kurzfristige Baumfällungen sind nicht neu in Palma, doch der Ort macht die Sache besonders sichtbar. Der Küstenstreifen ist ein Lieblingsstück der Stadt: enge Promenade, vereinzelte Bänke mit Saltastreifen, Kinder, die auf dem Bordstein balancieren, und die Möwen, die bei Niedrigwasser kreischen. In diesem Alltag fällt das Wegfallen von Grün sofort auf – und die Wut wächst, weil niemand bislang offiziell erklärt hat, was genau passiert ist.

Kritische Analyse: Mangelnde Transparenz und fehlende Folgenabschätzung

Entscheidungen über städtisches Grün sind oft verteilt: Rathaus und Hafenbehörde teilen sich Zuständigkeiten, Genehmigungen können kompliziert sein. Genau das ist das Problem: Wenn die Verantwortung auf mehrere Stellen verteilt ist, verschwindet die politische wie fachliche Verantwortung schnell aus dem Blick. Vor Ort fehlt aktuell eine öffentlich zugängliche Bestandsaufnahme: Welche Bäume waren krank, welche mussten wirklich weg, und welche Maßnahmen wurden zuvor geprüft? Ohne solche Informationen wirkt jede Aktion willkürlich.

Ökologisch sind die Folgen leicht zu beschreiben: Weniger Schatten bedeutet höhere Aufheizung des Bodens und der Promenade im Sommer, weniger Verdunstungskälte, weniger Lebensraum für Vögel und Insekten. Für Anwohnerinnen und Anwohner steigert das die subjektive Belastung: Sitzplätze werden sonniger, Spaziergänge im Juli unangenehmer. Diese praktischen Folgen wurden in der öffentlichen Diskussion bisher zu wenig in den Blick genommen.

Was in der Debatte fehlt

Es fehlt an drei Dingen: erstens an klaren, leicht abrufbaren Informationen über die Entscheidungsgründe; zweitens an unabhängigen Baumgutachten, die vor einer Fällung transparent gemacht werden; drittens an einem Plan zur unmittelbaren Wiederaufforstung oder zumindest zu temporären Schattenspendern. Bürgerbeteiligung bleibt oftmals Stichwort, aber keine Praxis: Ein kurzes Aushangblatt oder eine digitale Meldung, die erklärt, warum Bäume entfernt wurden, würde vieles beruhigen.

Alltagsszene aus Es Portitxol

Ein Freitagmittag: Cafés befüllen die Promenade, ein älterer Herr sitzt auf der Bank neben der Stelle, an der drei Bäume fehlten, und zeigt mit dem Finger auf die kahlen Wurzeln. Kinder schaukeln im Wind, der länger auf ihrer Haut brennt als früher. Ein Radfahrer bremst, schaut, zieht die Schultern hoch und sagt: »Schade, das war ein schöner Schattenplatz.« Das ist die kleine, konkrete Unruhe, die sich aus der entfernten Baumreihe ergibt.

Konkrete Vorschläge — was jetzt zu tun ist

1) Sofortige Informationspflicht: Rathaus und Hafenbehörde sollten gemeinsam eine kurze, öffentlich zugängliche Akte veröffentlichen: welche Arbeiten wurden durchgeführt, wer hat genehmigt, welche Gutachten lagen vor. 2) Unabhängige Baumkontrolle: Ein externes Gutachten durch zertifizierte Baumpfleger schafft Fakten; solche Berichte müssen nachvollziehbar sein. 3) Übergangsmaßnahmen: Mobile Sonnensegel, zusätzliche Sitzgelegenheiten mit Überdachung oder rasch anzupflanzende Jungpflanzen würden die Zeit überbrücken, bis größere Neupflanzungen Wurzel fassen. 4) Langfristiger Masterplan: Ein städtisches Baumkataster und verbindliche Wiederaufforstungsregeln für Küstenzonen verhindern, dass nach Fällungen monatelang kahle Lücken bleiben. 5) Beteiligung vor Ort: Ein einfaches Verfahren, in dem Nachbarschaftsverbände informiert und angehört werden, reduziert spätere Konflikte.

Fazit

Das Problem ist weniger das einzelne Fällen als das Verfahren: Wenn Bewohner nachts oder ohne Erklärung aufwachen und Grün fehlt, entsteht Misstrauen. Eine kurze, klare Antwort der zuständigen Stellen und ein pragmatischer Fahrplan für Ersatzpflanzungen würden viel beruhigen. Sonst bleibt die Promenade ein Stück ärmer – und lauter im Sommer.

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