
Mit Pflegern nach Mallorca: Heidemaries großer Wunsch wurde wahr
Mit Pflegern nach Mallorca: Heidemaries großer Wunsch wurde wahr
Zwei Seniorinnen aus Rostock — 85-jährige Heidemarie und 73-jährige Ingelore — reisten mit Begleitung ihres mobilen Pflegedienstes nach Palma. Ein ruhiger, fröhlicher Urlaub zeigte, wie inklusiver Tourismus auf Mallorca funktionieren kann.
Mit Pflegern nach Mallorca: Heidemaries großer Wunsch wurde wahr
Wenn Reiseglück und Pflege zusammenkommen
Am frühen Morgen, noch bevor die Straßenkehrer am Passeig Mallorca ihre Wagen in Gang setzen, saßen zwei Frauen auf der Terrasse einer rollstuhlgerechten Finca und sahen über die Dächer von Palma. Ingelore (73) und Heidemarie (85) hatten eines gemeinsam: den Wunsch, die Insel noch einmal zu sehen. Dass sie die Reise antreten konnten, verdanken sie einem mobilen Pflegedienst aus Rostock, der Begleitflüge für Pflegebedürftige anbietet.
Die beiden Seniorinnen reisten im Oktober mit dem Flugzeug nach Palma. Untergebracht waren sie in einer Finca bei Llucmajor, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität eingerichtet ist: ebenerdige Zimmer, Rampen statt Stufen, und ein Garten, in dem morgens der Kaffeeduft und das entfernte Rauschen des Meeres zusammenkamen. Die Angehörigen blieben über eine WhatsApp-Gruppe täglich im Bild – Fotos von Plaza Major, vom bunten Treiben der Altstadt und später vom roten Zug nach Sóller wurden schnell zur kleinen Familienchronik.
Auf dem Programm standen keine Marathon-Ausflüge, sondern Dinge, die Freude bringen: langsame Spaziergänge durch die Altstadt, ein Besuch im Kloster Lluc mit Kerzen für die verstorbenen Ehemänner, ein ruhiger Nachmittag am Strand und — zur Überraschung der Frauen — ein Abend im Megapark. In einer reservierten Lounge wippten sie zur Musik; Gelächter mischte sich mit dem Klang der Gläser. Außerdem gab es einen Kunststopp in einer lokalen Galerie und ein Glas Sekt, das Michael, der Pflegedienstleiter, organisiert hatte.
Die pflegerische Begleitung übernahmen Fachkräfte des Dienstes: Unterstützung beim An- und Ausziehen, Hilfe im Rollstuhl, Medikamente planen, aber auch die kleinen Dinge des Alltags — Händchenhalten beim Frühstück, das gemeinsame Eintauchen ins Meer am Morgen. Finanziell lief das so, dass die Teilnehmerinnen Reise und Unterkunft trugen; die pflegerische Betreuung wurde über Leistungen der sozialen Pflegeversicherung abgedeckt. Für die Rostocker Pfleger ist das kein Einzelfall mehr: der Anbieter plant künftig kürzere Gruppenreisen für bis zu fünf Teilnehmende und will regelmäßiger solche Angebote organisieren.
Was das für Mallorca bedeutet, ist mehr als ein paar glückliche Tage. Solche Reisen bringen Menschen in Kontakt mit der Insel, die sonst selten kommen: sie besuchen Cafés in der Calle de Sant Miquel, hören die Kirchenglocken am Plaça Major und stärken eine andere Form des Tourismus — ruhig, respektvoll und auf die Bedürfnisse der Gäste eingestellt. Hotels und Unterkünfte, die barrierefrei planen, profitieren ebenso wie kleine Shops und Lokale, die auf persönliche Begrüßung setzen.
Am Ende der Reise blieb das, was immer wichtig ist: Erinnerungen, die man mit nach Hause nimmt. Heidemarie sagte, es sei ihre erste Flugreise im Leben — und vielleicht nicht die letzte. Ingelore, die sich gerade von einer Knieoperation erholt, lachte und meinte: "Ich liebe Mallorca." Für die Pfleger war das Bestätigung genug: solche Angebote passen in eine Insel, die sich nicht nur an Pauschaltourismus messen lassen will, sondern an Tagen wie diesem, an Nähe und Menschlichkeit.
Als Ausblick: Der Pflegedienst steht bereits mit mallorquinischen Ansprechpartnern in Kontakt und plant einen nächsten Flug Mitte Februar. Für die Insel sind das kleine Signale: inklusiver Tourismus funktioniert, wenn Menschen, Organisationen und Gemeinden zusammendenken. Für andere Pflegedienste in Deutschland könnte dieses Modell Vorbild sein — ein Urlaub, der pflegerische Sicherheit und Reisefreude zusammenbringt, ist eine Erinnerung, die lange wirkt.
Eine leise Beobachtung vom Hafen bis zur Stadt: Auf Mallorca klingt Gastfreundschaft am besten, wenn sie ohne Hast und mit echten Gesichtern kommt.
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