
Familien-Premiere im Marivent: Ein lauer Abend unter Palmen
Erstmals komplett vereint: Die spanische Königsfamilie gab im Marivent-Palast einen sommerlichen Empfang. Lockerere Kleiderordnung, Prominenz aus Sport und Wirtschaft und ein Hauch von Protest prägten die Nacht – Mallorca erlebte wieder eine gemütliche königliche Tradition.
Familien-Premiere im Marivent: Ein lauer Abend unter Palmen
Die Zikaden gaben ihren üblichen, lauten Takt vor, irgendwo in der Nähe schaukelten kleine Boote sacht in der Bucht – und zwischen Palmen und Rosenrabatten des Marivent-Palasts schritt die spanische Königsfamilie durch eine Sommernacht, wie man sie sich in Palma vorstellt: warm, entspannt und doch mit einem Hauch offizieller Zeremonie. Zum ersten Mal waren König Felipe VI., Königin Letizia, Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor, Infantin Sofía und Alt-Königin Sofía gemeinsam beim traditionellen Sommerempfang erschienen. Ein Familienbild, das auf der Insel eine besonders heimelige Stimmung verbreitete.
Ein Empfang, der nach Sommer klingt
Die Gärten des Palasts verwandelten sich in einen Ort des leisen Klirrens von Gläsern, leiser Unterhaltung und gelegentlichem Lachen. Die Luft roch nach Meer und Kiefern, eine leichte Brise vom Cap Enderrocat kühlte die Gäste und die Scheinwerfer zeichneten lange Schatten auf die Kieswege. Auffällig war diesmal die entspanntere Kleiderordnung: Sakko? Kein Muss. Kurzes Kleid? Willkommen. Diese kleine Modernisierung wirkte wie ein Signal: Ein königlicher Empfang, der zugänglicher sein will – ohne dabei seinen festlichen Charakter zu verlieren.
Wer war da — und warum das für Mallorca zählt
Rund 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport füllten die Alleen. Unter den Anwesenden waren lokale und nationale Größen, die das öffentliche Leben Mallorcas mitprägen: Präsidentinnen und Ministerinnen, Unternehmerpersönlichkeiten und Sportler, die hier zu Hause sind oder enge Verbindungen zur Insel pflegen. Namen wie Rafa Nadal oder Vertreter der Hotelbranche zeigten, dass der Empfang nicht nur Staatsakt, sondern auch Netzwerkabend war. Für Mallorca bedeutet das: Sichtbarkeit und Austausch auf hohem Niveau, der sich oft in Projekten, Tourismuskampagnen oder kulturellen Kooperationen niederschlägt. Prinzessin Leonor segelt in Palma und trägt ebenfalls zur Bekanntheit der Insel bei.
Kleine Sternstunden zwischen Häppchen und Gesprächen
Auf den Tellern servierte ein Spitzenkoch leichte, sommerliche Kost — kleine Kunstwerke, die man im Stehen essen konnte, während man dem Gesprächspartner zuhört. Edle Weine und frische, prickelnde Getränke rundeten das Angebot ab. Man hörte das leise Klappern von Besteck, das Murmeln vertrauter Stimmen und ab und an ein heimliches „Foto?“ – Selfies mit Sportlern oder Erinnerungsfotos mit dem Königspaar gehörten zum Abendprogramm und sorgten für fröhliche Gesichter.
Protest am Rande: Teil einer Demokratie
Vor den Toren blieb es nicht völlig still: Eine kleine Gruppe von Demonstranten nutzte die Gelegenheit, um Kritik an der Monarchie zu äußern. Das ist auf Mallorca, wie auch anderswo, Teil der politischen Kultur. Die Präsenz von Gegnerschaft ist kein Störgeräusch, sondern eine Erinnerung daran, dass solche Ereignisse in einem lebendigen, pluralen Raum stattfinden.
Zwischen Tradition und Gegenwart
Was bleibt von diesem Abend? Ein Eindruck von Gelassenheit, von einer Institution, die sich an die Inseltradition anschmiegt: Spaziergänge durch Palmas Altstadt, Segeltörns bei der Copa del Rey, Abendessen am Meer — all das gehört zur sommerlichen Spur der Königsfamilie. Der Empfang im Marivent ist dabei mehr als Fototermin: Er ist ein Ort der Begegnung, wo Politik, Wirtschaft und Kultur ins Gespräch kommen, und wo Mallorca einmal mehr im Rampenlicht steht. Eine weitere interessante Veranstaltung war der Besuch von König Felipe VI. im Krankenhaus, von dem viele hier auf der Insel gehört haben: Wenn das Königspaar ins Krankenzimmer kommt.
In einer Zeit, in der viele Dinge lauter werden, wirkte der Abend unter den Palmen fast sanft. Die Premiere der komplett erschienenen Familie hat dem Traditionstermin einen wärmeren, persönlichen Ton verliehen. Für die Insel ist das ein kleines Geschenk: ein Sommerabend, an dem Prominenz und Publikum, Meeresluft und Diskussionen zusammenkamen — und am Ende die Zikaden weiter ihr endloses Konzert spielten.
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