Sant Antoni fire runs bring villages to life on Mallorca

Feuer, Trommeln, Dorfplatz: Sant Antoni erwacht auf Mallorca

Feuer, Trommeln, Dorfplatz: Sant Antoni erwacht auf Mallorca

Ende Januar wird es auf Mallorca in vielen Dörfern wieder laut, warm und ein bisschen verrückt: Die traditionellen Feuerläufe zu Sant Antoni starten – mit Teufeln, Märkten und Nachbarschaftsgrills.

Feuer, Trommeln, Dorfplatz: Sant Antoni erwacht auf Mallorca

Wenn die Winternacht Funkensprühend wird

Man spürt es in der Luft: die Nächte sind noch kalt, aber an bestimmten Orten auf der Insel knistert es schon. In Sa Pobla und Manacor richten die Menschen Tische, hängen Lampions und bereiten sich auf die ersten Feuerläufe für Sant Antoni vor. Es ist kein lautes Fest der Großstadt, sondern ein enger, rauchiger Ritus, bei dem Nachbarn auf der Plaza, Kinder mit Kapuzen und ältere Herren mit Schürzen zusammenkommen.

In Sa Pobla beginnt der Hauptlauf gegen Mitternacht auf der Plaza Mayor. Die Menge drückt sich an den Brunnen, es riecht nach Asche, gegrilltem Fleisch und dem süßen Staub von Mandelkuchen. Trommeln setzen ein, und die so genannten Teufelsfiguren durchschreiten die Gassen, Funken sprühen – ein Durcheinander aus Licht und Lachen.

Auch Son Servera macht mit: Hier starten die Feierlichkeiten schon am frühen Abend. Ab etwa 17:00 Uhr öffnen Stände mit T-Shirts, Figuren und allem, was später auf den Grill kommt. Um 23:00 Uhr ziehen die verkleideten Gestalten dann durch die Hauptstraßen, funkenfliegend und mit einer gewissen schelmischen Energie, die man kaum unterdrücken kann.

Pollença hat sein eigenes Tempo: Dort gibt es am kommenden Abend zuerst einen Kinderlauf in den Joan-March-Gärten gegen 20:00 Uhr. Die Jüngsten dürfen mit kleinen Fackeln und ohne echten Feuerkontakt an einer abgesicherten Route teilnehmen; später, gegen 22:30 Uhr, übernehmen die Erwachsenen und die ganze Gemeinde füllt die Straßen.

Manacor gilt ebenfalls als einer der Orte, an denen Sant Antoni besonders lebendig begangen wird. Dort sind es die lokalen Bruderschaften, die mit ihrer Erfahrung und mit Sorgfalt dafür sorgen, dass das Spektakel sicher abläuft, ohne den ursprünglichen Schalk zu verlieren. Man hört die Stimmen der Organisatoren, die letzte Anweisungen rufen, und sieht Freiwillige, die Leitungen und Absperrungen kontrollieren.

Eine Szene, die sich überall ähnlich wiederholt: Ein alter Bäcker, der noch frische Ensaimadas verkauft; Jugendliche, die auf stacheligen Winterwinden stehen und heiße Schokolade trinken; ein Paar, das sich neben einem kleinen, improvisierten Grill wärmt und Sobrasada auf Brot teilt. Diese Alltagsmomente machen das Fest aus – nicht das Großplakat oder das Mediengetöse, sondern der Duft, die Wärme der Körper und die Gewissheit, dass man zusammensteht.

Für Besucher und Einheimische gilt: Respekt vor Feuer und Tradition ist Pflicht. Komm nicht mit offenen Schuhen in die Laufzone, hör auf die Hinweise der Veranstalter, und lass die Kinder nicht unbeaufsichtigt mit Fackeln. Kleine Vorsichtsmaßnahmen, großer Spaß. Wer möchte, bringt auch eine Decke mit – die Dorfplätze kühlen schnell aus, sobald die Flammen verlöschen.

Wer das Sant-Antoni-Feeling noch nie erlebt hat, dem sei geraten: Suche dir ein Dorf, stell dich an den Rand der Plaza, nimm einen Becher Glühwein oder eine Portion gegrilltes Fleisch und lass dich vom Rhythmus der Trommeln mitziehen. Es ist ein Erlebnis, das Mallorca in der ruhigen Jahreszeit lebendig hält, die Nachbarschaften zusammenführt und Erinnerungen an lange Winternächte schafft.

Ausblick: In den kommenden Tagen werden weitere Dörfer ihre Termine veröffentlichen. Ein schneller Blick auf die Aushänge in Rathäusern oder die schwarzen Bretter in Bars reicht oft schon. Und wer mitmachen will: Mit Respekt, warmen Schuhen und einer Portion Neugier wird Sant Antoni zu einem der charmanteren Gespräche, die die Insel im Januar führt.

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