Linsenwolken über Mallorca: Schlauchförmige Wolken am Abendhimmel

Schlauchwolken über Mallorca: Wenn der Abendhimmel die Insel verzaubert

Schlauchwolken über Mallorca: Wenn der Abendhimmel die Insel verzaubert

Am Samstagabend blieben auf Mallorca viele Menschen mitten auf der Straße stehen: langgezogene, schlauchähnliche Wolken zogen über Orte wie Sa Pobla, Alaró und Son Ferriol. Meteorologische Erklärung, Beobachtungen vor Ort und kleine Tipps für Hobbyfotografen.

Schlauchwolken über Mallorca: Wenn der Abendhimmel die Insel verzaubert

Warum glatte, linsenförmige Wolken am Samstag viele Blicke nach oben zogen

Am Samstagabend verwandelte sich der Himmel über Teilen Mallorcas in eine kleine Show. Auf Feldern und an Dorfplätzen — von Sa Pobla über Alaró bis in die Vororte von Palma wie Son Ferriol — hielten Menschen plötzlich an, stellten die Einkaufstüten ab oder stiegen von ihren Fahrrädern, um nach oben zu schauen. Die Wolken wirkten wie lange, glatte Schläuche, abgezeichnet gegen das rötliche Licht der Dämmerung. Wer am Passeig Mallorca spazierte oder im Olivar-Markt einkaufte, konnte die gleiche Szene beobachten: Mobiltelefone zückten, Stimmen verstummten, dann ein leises Lachen oder das Klicken zahlreicher Kameras.

Solche Formen sind keine mystische Seltenheit, sondern eine bekannte Wolkenart: Linsenwolken, in der Fachsprache oft als altocumulus lenticularis beschrieben. Sie entstehen nicht einfach so aus dem Nichts, sondern wenn Luftmassen über Gelände formen — zum Beispiel über die Kämme der Serra de Tramuntana — in Schwingungen geraten. In den Wellenbergen kühlt die Luft, Feuchtigkeit kondensiert und es bilden sich glatte, scheibenähnliche Wolken. Die wenigen Fotos aus den Dörfern zeigten genau diese Struktur: klare Ränder, glatte Flächen, teils übereinander geschichtete „Scheiben“.

Ein weiterer Grund, warum die Formen so spektakulär wirkten, war das Licht. Am späten Nachmittag betonte die tief stehende Sonne die Konturen; Schattenlinien und die Perspektive vom Boden gaben den Gebilden eine schlauchförmige Optik, die aus manchen Blickwinkeln fast wie bewegte Bänder erschien. Auf Instagram- und X-Aufnahmen sah man Menschen, die Auto- oder Mopedfahrer für einen Moment anhalten — eine kleine Unterbrechung des Alltags, nur um zuzusehen.

Für alle, die solche Szenen suchen oder besser festhalten wollen, ein paar praktische Hinweise aus dem Inselalltag: Standorte mit freier Sicht zur Tramuntana eignen sich besonders — Aussichtspunkte rund um Alaró, die Ebenen bei Sa Pobla oder höhere Wohnlagen in Son Ferriol. Am besten klappt es bei stabilem, aber windigem Wetter in höheren Luftschichten; AEMET-Windkarten geben dafür Hinweise. Fotografen mögen einen Weitwinkel für die komplette Formation und ein Teleobjektiv für Detailaufnahmen. Ein ruhiger Fußweg und Geduld bringen die besseren Motive als hektische Jagd im Straßenverkehr.

Solche Himmelsbilder sind für Mallorca mehr als hübsche Postkartenmotive. Sie erinnern daran, wie eng die Insel mit ihrer Landschaft und dem Wetter verbunden ist: Berge, Ebenen und das Meer spielen zusammen, oft sichtbar in einem Augenblick, der viele Menschen kurz innehalten lässt. Für lokale Fotografen und nachhaltigen Tourismus liefern solche kleineren Naturereignisse Anlass für Begegnungen — ob beim Markt, im Café oder auf dem Dorfplatz. Es sind Augenblicke, in denen Einheimische und Besucher zugleich den Alltag verlangsamen.

Und für die, die jetzt hoffen, selbst eine ähnliche Aufnahme zu ergattern: Behaltet den Himmel im Blick, besonders an Abenden mit kräftigem Höhenwind. Wenn sich wieder glatte, linsenförmige Wolken zeigen, lohnt es sich, stehenzubleiben. Auf Mallorca reicht oft ein Augenblick an der richtigen Stelle, und der Himmel erzählt eine neue, kurze Geschichte.

Ort der Beobachtungen: Sa Pobla, Alaró, Son Ferriol und Umgebung. Beste Zeit: Später Nachmittag bis Dämmerung. Leise Tipp fürs Fotoalbum: Gegenlicht und Silhouetten verstärken die Schlauch-Optik.

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