Son Bascós in Montuïri – Wachteln und familiäre Inselküche

Son Bascós in Montuïri: Wachteln, Familienküche und ein Stück Mallorca

Son Bascós in Montuïri: Wachteln, Familienküche und ein Stück Mallorca

Ein kleines, familiengeführtes Restaurant nahe dem Mühlendorf Montuïri serviert gegrillte Wachteln, Wachteleier mit Aioli und eine Atmosphäre, wie man sie sonst kaum noch findet: rustikal, preiswert und vorrangig von Einheimischen geschätzt.

Son Bascós in Montuïri: Wachteln, Familienküche und ein Stück Mallorca

Auf der Landstraße Richtung Montuïri, wo die Steinmauern noch vom Winterregen dunkler sind und die Windmühlen auf den Hügeln so still stehen, liegt das Son Bascós. Kein Ort für große Posen. Eher für Leute, die gern genau wissen, was auf den Teller kommt und wer hinter dem Herd steht. Schon beim Eintreten trifft einen der Duft von Bratfett, Kräutern und gebräunter Haut von Holzfeuern – genau das, was man von einer echten Inselküche erwartet.

Die Hausherrin, Antònia Miralles Martorell, führt das Lokal seit Jahrzehnten; es war einst ein Familienstück und ist es geblieben. Mit drei, vier Angestellten läuft hier der Service so routiniert wie das Öffnen einer Flasche Olivenöl. Die Speisekarte ist überschaubar. Hauptdarsteller sind die gegrillten Wachteln – Minis, die man wahlweise mit Pommes oder Salat bekommt. Weil eine einzelne Wachtel für die meisten nicht reicht, wird hier gerne die Portion mit zwei Vögeln bestellt. Wer noch Appetit hat, kann Wachteleier mit Aioli und Landbrot vorweg nehmen.

Was überrascht: Die Preise sind bodenständig. Das Hauptgericht kostet um die 12 Euro, Beilagen liegen im niedrigen einstelligen Bereich, und eine zusätzliche Wachtel ist für kleines Geld zu haben. Das macht Son Bascós zu einem Ort, an dem man ohne schlechtes Gewissen üppig probieren kann – ideal für Residenten, die Lokales lieben, und für Neugierige, die mal etwas anderes ausprobieren möchten.

Wer jetzt an industrielle Massenproduktion denkt, irrt: Antònia erzählt, dass die Familie früher selbst Wachteln hielt. Seit 2020 werden die Tiere jedoch nicht mehr auf Mallorca gemästet; die Lieferung kommt vom spanischen Festland. Das ändert nichts an der Zubereitung. Im kleinen, offenen Grill gelingt das Fleisch knusprig außen und zart innen – und die Bedienung reicht zur Endreinigung der Finger ein feuchtes Tuch, eine nette, fast altmodische Geste, die mir in Erinnerung blieb.

Die Atmosphäre im Son Bascós ist das, was man manchmal „mallorquinische Echtheit“ nennt: kein Schickimicki, sondern Stimmengewirr, Gelächter, das Klappern von Besteck, dazu der Geruch nach gebratenem Fleisch. An Wochenenden füllt sich der Gastraum; viele Stammgäste kommen mittags ab 13 Uhr, unter der Woche ist das Lokal montags und dienstags geschlossen, ansonsten öffnet es abends gegen 20 Uhr. Reservierungen sind möglich und sinnvoll – die Webseite des Hauses gibt Auskunft.

Es ist bemerkenswert, wie ein so kleines Lokal zur gastronomischen Vielfalt Mallorcas beiträgt. Nicht durch Design, sondern durch Kontinuität: ein familiengetragenes Angebot, bei dem Tradition, Geschmack und direkte Nachbarschaft zählen. Hier trifft man die unterschiedlichsten Gesichter: ältere Paare, die seit Jahren kommen, junge Leute in Arbeitskleidung nach einem Tag auf dem Feld, und auch mal Residenten aus Deutschland, die das Haus über Empfehlungen kennen.

Was das Son Bascós für die Insel besonders macht, ist nicht nur die Wachtel selbst, sondern die Haltung dahinter. Man verlässt das Lokal satter, zufriedener und mit dem Eindruck, etwas vom echten Mallorca erlebt zu haben. Für alle, die Wert auf regionale Küche legen und auf das Geplapper der Einheimischen hören wollen, ist ein Besuch eine kleine Entdeckung.

Ein kleiner Tipp

Wer teilnehmen möchte an dieser unkomplizierten Mahlzeit, sollte am Wochenende rechtzeitig kommen oder abends reservieren. Und ja: zu lernen, wie man eine Wachtel mit den Fingern entbeint, gehört zum Spaß. Son Bascós beweist, dass Inselküche nicht teuer sein muss, sondern gut gemacht und gemütlich. Eine Erfahrung, die Mallorca erhält – und die wir uns bewahren sollten.

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