
Strompedale und Elektrokatamaran: eBoat bringt Nachhaltigkeit in den Parc de la Mar
Strompedale und Elektrokatamaran: eBoat bringt Nachhaltigkeit in den Parc de la Mar
Am Wochenende verwandelte eBoat den Parc de la Mar in eine kleine Werkstatt für nachhaltige Mobilität: Kinder bastelten, Familien probierten Elektrobusse, und am Meer lag ein lautloser Katamaran. Eine Veranstaltung, die Lust macht, Dinge anders zu denken.
Strompedale und Elektrokatamaran: eBoat bringt Nachhaltigkeit in den Parc de la Mar
Ein lauter Nachmittag ohne Abgase – spielerisch, lokal, praktisch
Am Ufer vor der Kathedrale, wo das Salz in der Luft hängt und die Möwen über den Fahnen flattern, war am Samstag ein ungewöhnliches Treiben zu beobachten. Nicht laute Motoren, sondern Kinderlachen und das gelegentliche Klacken eines Modellwagens bestimmten die Geräuschkulisse. eBoat hat sich zum Ziel gesetzt, Technik und Umweltthemen nahbar zu machen – und das gelang hier am besten auf ganz einfache Weise: ausprobieren statt dozieren.
Im Parc de la Mar standen Zelte, Stände und kleine Aktionsinseln dicht an dicht. Die Theatergruppe mit dem Workshop "Mar y Energía" lockte die Jüngsten in eine improvisierte Inszenierung über Meer, Wind und Sonne. Daneben bastelten Kinder beim Recycling-Angebot von Saica aus Verpackungsmaterialien neue Spielsachen; Eltern applaudierten, manche schauten eher überrascht, wie geschickt aus Papptellern plötzlich Boote entstanden.
Für technische Neugierige war der BYD Quadis Dream zu besichtigen: ein Elektroauto, das zum Anfassen da war. Die städtische Verkehrsgesellschaft EMT brachte einen vollelektrischen Bus mit, und wer wollte, konnte zusammen mit der Fahrerin Carolina Bernabé einen Blick ins Cockpit werfen. Solche Begegnungen sind wichtig: Viele, die sonst nur an Haltestellen stehen, konnten sich ein Bild davon machen, wie ein Bus ohne Diesel funktioniert.
Die Veranstaltung war weit mehr als eine Autoschau. Scoobic Baleares erklärte, wie Lasten elektrisch in der Stadt bewegt werden können, und Melib zeigte eine Karte mit Ladesäulen, die das Aufladen transparent macht. Wer wollte, trat bei EcoPower Bikes in die Pedale: durch reines Treten erzeugten Besucherinnen und Besucher Strom für kleine Verbraucher – ein sehr visueller Moment, der verblüffend gut erklärt, wie viel Energie wir mit unserem Körper erzeugen können.
Am Wasser spiegelte sich das größte Stillwerden des Tages: der rein elektrische Katamaran Blue Circle lag ruhig in der Bucht. Unter dem Kommando von Nico, der die bisherigen Ausgaben begleitet hat, erklärte ein kleines Team, wie lautloses Fahren auf dem Meer funktioniert. Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein konkretes Angebot, das man anfassen, begehen und nachfragen kann.
Zwischen den Ständen sorgten Gonzalo und andere Ehrenamtliche für Bewegung: der ferngesteuerte Parcours am See entpuppte sich als Publikumsmagnet. Jugendliche und Eltern feuerten die Mini-Rennwagen an, während nebenan Verantwortliche der Stadtverwaltung gemeinsam mit Besucherinnen das stationäre Fahrrad testeten – die Radpedale wurden zum Symbol für Veränderung.
Bürgermeister Jaime Martínez war vor Ort und lobte das Format; auch Antonio Deudero (Referat Mobilität) und Antonio Román (Generaldirektor Mobilität) schauten vorbei. Solche Besuche sind mehr als Fototermine: sie zeigen, dass Verwaltung, Hersteller und die Leute auf der Straße ins Gespräch kommen – oft der erste Schritt zu spürbaren Veränderungen, etwa bei der Erneuerung der Busflotte oder dem Ausbau von Radwegen.
Was bleibt hängen von so einem Tag? Zwei Beobachtungen aus dem Alltag: Erstens, die Hemmschwelle, Neues zu testen, fällt auf, wenn man es anfassen darf. Zweitens, Nachhaltigkeit gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie Spaß macht – beim Basteln, beim Pedalieren, beim Einsteigen in einen leisen Bus.
Auf Mallorca, wo Tourismus, Stadtverkehr und Natur eng miteinander verwoben sind, funktionieren solche Formate besonders gut. Sie leisten keinen Plattitüdenersatz, aber sie machen aus abstrakten Konzepten konkrete Bilder: eine Karte mit Ladestationen, ein Elektro-Lieferroller, ein Kind mit selbstgebautem Pappboot. Das ist die Art von Vermittlung, die im Alltag ankommt und Gespräche auslöst – in Cafés am Passeig, in der Nachbarschaft um die Plaça Cort oder beim Abendspaziergang an der Passeig Marítim.
Wenn eBoat eine kleine Lehre hinterlässt, dann diese: Wandel braucht Bühnen. Nicht nur Studien, nicht nur Gipfeltreffen, sondern Orte, an denen Menschen ausprobieren, fragen und lachen können. Wer nach Ideen sucht, wie sich die Insel unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen lässt, sollte nicht nur nach großen Zahlen schauen, sondern solche Nachmittage wiederholen, ausbauen und an kleinen Orten in der Inselstruktur nachbilden.
Am Ende des Tages fuhren viele Besucher mit dem Gefühl nach Hause, etwas gesehen zu haben, das man sonst nur in Prospekten findet. Und das klingt vielleicht banal, aber auf Mallorca, zwischen Promenade und Tramuntana, ist das genau der Anfang, den es braucht: ein leiser Katamaran, ein lauter Kinderjubel und Menschen, die plötzlich wissen, wie eine Ladestation gefunden wird.
Ausblick: Mehr von solchen Veranstaltungen würde bedeuten: mehr Zugänge, mehr Praxis, weniger Angst vor Technik. Ein kleiner, gut bespielter Parc de la Mar kann zu vielen kleinen Veränderungen führen – und viele kleine Veränderungen addieren sich.
Häufige Fragen
Was war das eBoat-Event im Parc de la Mar in Palma?
Kann man auf Mallorca einen Elektrokatamaran erleben?
Wie funktioniert Stromerzeugung mit dem Fahrrad?
Welche nachhaltigen Mobilitätsideen werden auf Mallorca gerade gezeigt?
Was kann man im Parc de la Mar in Palma unternehmen?
Lohnt sich Mallorca auch für nachhaltige Familienaktionen?
Wie wichtig sind Ladestationen für E-Autos auf Mallorca?
Welche Rolle spielt die Stadtverwaltung bei der Mobilitätswende in Palma?
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