
Uber-Fahrer schlagen Alarm auf Mallorca: Mängel, lange Schichten und die Frage nach Kontrolle
Fahrer in Palma berichten von platten Reifen, schwachen Bremsen und ausbleibenden Airbags. Die zentrale Frage: Wer sorgt dafür, dass die Fahrzeuge sicher sind — der Betreiber, die Behörden oder beide?
"Man hört das Metall klirren" — Uber-Fahrer auf Mallorca fordern mehr Sicherheit
An einem heißen Morgen am Passeig Mallorca sitzen Fahrer im Schatten einer Zitrone und reden leise, aber bestimmt. Die Stimmen tragen Sorgen, keine Übertreibungen: Reifen, die während der Fahrt platzen; Bremsen, die sich schwammig anfühlen; und ein Airbag, der bei einem Unfall nicht ausgelöst hat. Mustafa Rami, Vorsitzender einer Fahrergemeinschaft in Palma, hat den Ton angegeben: "Wir fordern sichere Autos und faire Schichten."
Die Leitfrage: Wer trägt die Verantwortung?
Die zentrale Frage, die sich durch alle Gespräche zieht, ist einfach und dringlich: Wer kontrolliert die Sicherheit, wenn Betreiber schweigen und Fahrer unter Druck stehen? Auf Mallorca, wo die Straßen im Sommer brummen und in Portixol die Fähren pfeifen, sind das keine theoretischen Debatten. Es geht um Leben und Gesundheit — von Fahrern und Fahrgästen.
Die Fahrer sprechen von einer Flotte von rund hundert Fahrzeugen. Modelle, die eigentlich vertrauenswürdig sind, werden offenbar nur unzureichend gewartet. WhatsApp-Gruppen sind voll mit Fotos: abgefahrene Reifen, rauchende Motoren, Werkstattrechnungen und Hinweise auf fehlende Prüfbescheinigungen. Mindestens einer der Fahrer blieb mit einem defekten Getriebe auf einer Landstraße liegen; an der Avinguda Argentina stand einmal ein Wagen mit qualmendem Motor — Glück, dass es früh war. Alarm bei Uber-Fahrern auf Mallorca: Sicherheit offenbar aufs Spiel gesetzt
Ein Blick hinter die Kulissen: ökonomischer Druck als Unfallursache
Weniger beleuchtet wird oft, wie eng technische Mängel mit ökonomischem Druck verknüpft sind. Viele Fahrer arbeiten zwölf bis vierzehn Stunden am Tag, berichten von zu wenigen Pausen und von Leasing- oder Mietverhältnissen, die Reparaturen schwierig machen. Wer jeden Euro dreht, spart zuerst an der Wartung. Das ist keine Rechtfertigung, sondern ein Erklärungsansatz: Wenn Vertragskonditionen Instandhaltung entkoppeln, leidet die Sicherheit.
Außerdem: Wer besitzt die Fahrzeuge wirklich? Oft sind Fahrzeuge in komplexen Subunternehmerketten registriert. Solche Konstruktionen erschweren Verantwortungszuweisungen und Kontrollen. Versicherungsfragen und Mängelanzeigen verlaufen sich dann gern in langen bürokratischen Fluren.Wenn die Busse leer bleiben: Warum Mallorca Fahrpersonal verliert und wie man die Lücke stopfen kann
Was bisher geschah — und was fehlt
Die Fahrer haben eine Sammelbeschwerde bei der Arbeitsaufsicht eingereicht. Die Behörden prüfen, sagen die Betroffenen. Vom Betreiber kommt bislang nur Schweigen. Solange das so bleibt, wächst Misstrauen. Bewohner, die regelmäßig auf Fahrdienste angewiesen sind, hören die Geschichten und werden nervös: Eine Frau in Portixol sagt, sie steige ungern ein, wenn das Auto „komisch klingt". Verständlich.
Wichtig ist: Technische Kontrollen gibt es — doch offenbar sind sie nicht ausreichend oder werden umgangen. In anderen Städten wurden ähnliche Missstände dokumentiert; das Muster wiederholt sich.Über 350 ohne Führerschein auf den Balearen: Warum das Problem auf Mallorca nicht nötiger ist
Konkrete Schritte, die jetzt nötig sind
Die Betroffenen nennen drei zentrale Forderungen: strengere technische Kontrollen, kürzere Schichten mit klaren Pausenregelungen und transparente Wartungspläne. Das sind gute Startpunkte. Aus journalistischer Sicht lassen sich diese Forderungen noch konkretisieren und erweitern:
1. Unabhängige, regelmäßige Prüfstationen: Die Inselverwaltung könnte mobile Prüfstationen an Hotspots wie Avinguda Argentina und Passeig Mallorca einsetzen. Stichprobenkontrollen auch nachts, wenn die Flotte stark beansprucht wird.
2. Digitale Wartungsakte, sichtbar für Fahrer und Fahrgäste: Ein verpflichtendes, unveränderbares Wartungslog im Fahrerprofil der Vermittler-App würde Transparenz schaffen. Wer will, kann vor Fahrtantritt einen Blick werfen.
3. Arbeitszeitkontrollen und Mindestpausen: Klare Grenzen für Schichtlängen, dokumentiert und durchsetzbar. Müdigkeit ist ein Risikofaktor wie abgefahrene Reifen.
4. Sanktionen und Anreize: Bußgelder für Betreiber, die Wartung vernachlässigen, kombiniert mit Versicherungsrabatten für nachweislich gepflegte Fahrzeuge.
5. Förderung von Fahrer-Kooperativen: Wenn Fahrer mehr Mitsprache haben — etwa durch Genossenschaften — steigt oft auch die Bereitschaft, in Sicherheit zu investieren.
Ausblick: Kontrolle, Transparenz und ein bisschen gesunder lokalpatriotischer Druck
Die Behörden prüfen die Beschwerden. Ob und wie schnell sichtbare Maßnahmen folgen, bleibt offen. Auf den Straßen von Palma hört man derzeit mehr Blicke auf den Motorraum als sonst. Das ist kein schöner Sommersound.
Realistisch betrachtet braucht es ein Zusammenspiel aus Verwaltung, Kontrollen und Druck von Fahrern und Bewohnern. Kleine Schritte könnten rasch Wirkung zeigen: mobile Prüfungen, klare Schichtregeln und eine digitale Wartungsakte würden in Portixol, am Passeig Mallorca und anderswo Vertrauen zurückbringen. Bis dahin gilt: Wer unsicher ist, fragt den Fahrer nach den Wartungsunterlagen — und hofft, dass das nächste Klirren nur eine Dose war und kein Alarm.
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