Karte der Serra de Tramuntana mit markierten 142 Hektar, die vom Unterholz befreit werden sollen.

Feuer-Karte für die Tramuntana: Was der neue 142-Hektar-Plan offenlässt

Feuer-Karte für die Tramuntana: Was der neue 142-Hektar-Plan offenlässt

Inselrat will 142 Hektar Unterholz entfernen und investiert 1,8 Millionen Euro aus der Tourismussteuer. Kritische Fragen bleiben: Wo genau, wer kontrolliert die Folgen, und was bedeutet das für Anwohner und Natur?

Feuer-Karte für die Tramuntana: Was der neue 142-Hektar-Plan offenlässt

Der Inselrat hat beschlossen, in der Serra de Tramuntana auf 142 Hektar präventive Forstarbeiten durchzuführen. 1,8 Millionen Euro aus der Touristensteuer sollen dafür eingesetzt werden, 19 Gemeinden sind betroffen, und die Maßnahmen sollen im ersten Halbjahr 2026 beginnen und bis 2027 laufen. Ziel ist laut Plan, leicht brennbares Unterholz zu entfernen — auch entlang von Straßenrändern.

Leitfrage

Reicht das Entfernen von Unterholz an ausgewählten Stellen aus, um die Feuergefahr in einem zerklüfteten Gebirge wie der Tramuntana nachhaltig zu senken?

Kritische Analyse

Die Idee, Brennmaterial zu entfernen, klingt logisch. In der Praxis ist die Tramuntana kein homogener Wald, sondern ein Mosaik aus Olivenhainen, Macchia, Kiefernwäldern, Terrassen und Straßenrändern. Auf 142 Hektar verteilt gewinnt jede Maßnahme einen lokalen Charakter: Wo genau wird gearbeitet — an steilen Hängen über Deià, an den Zufahrten zur MA-10, in der Nähe von Sóller oder in den Hochlagen bei Bunyola? Solche Details entscheiden, ob eine Fläche wirklich leichter zu schützen ist oder ob unbeabsichtigte Erosion und Habitatverlust folgen können.

Die Finanzierung über die Touristensteuer ist pragmatisch, trifft aber eine öffentlich-politische Debatte: Werden Ressourcen damit kurzfristig gebunden, die langfristig in Pflege, Brandschutzinfrastruktur oder lokale Prävention besser aufgehoben wären? Wer überprüft, ob die Arbeiten fachgerecht durchgeführt und begleitet werden — Forstleute, Umweltschutzbehörden, lokale Gemeinden oder unabhängige Gutachter? Mehr dazu finden Sie in der Analyse zur Sanierung in der Tramuntana.

Was im öffentlichen Diskurs fehlt

Es fehlt eine lebendige Debatte über Prioritäten und Methoden. Öffentlich ist selten die Rede von Nachpflege, also dem, was nach dem Entfernen des Unterholzes passiert. Werden Flächen nachbearbeitet, damit Gras- und Krautbewuchs nicht die Leerstelle füllt? Wie wird der Zugang für Einsatzfahrzeuge verbessert, ohne neue Schneisen zu schaffen, die das Landschaftsbild zerstören? Und: Wie werden lokale Hirten, Landwirtinnen und Anwohner eingebunden? Sie kennen die kleinräumigen Risiken besser als jeder zentrale Planer. Über die Veränderungen in der Region können Sie in unserem Artikel über Tramuntana als Geldquelle lesen.

Alltagsszene aus der Tramuntana

Ein kalter Morgen am Mirador des Colomer: Autoreifen schlagen Salz und feuchten Kies von der MA-10, der Duft von Pinienharz hängt in der Luft, ein Schäfer sic

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Feuergefahr in der Tramuntana auf Mallorca?

Die Serra de Tramuntana gilt wegen ihrer steilen Hänge, der dichten Vegetation und vieler schwer zugänglicher Stellen als besonders anfällig für Wald- und Flächenbrände. Vor allem Unterholz, trockene Krautschichten und Wind können ein Feuer schnell begünstigen. Deshalb setzen die Behörden dort auf präventive Pflege statt nur auf Reaktion im Ernstfall.

Was bringen Forstarbeiten gegen Waldbrände auf Mallorca wirklich?

Das Entfernen von leicht brennbarem Unterholz kann helfen, damit sich Feuer langsamer ausbreiten und leichter bekämpfen lassen. Es ist aber nur ein Baustein im Brandschutz, gerade in einem Gebirge wie der Tramuntana. Entscheidend ist auch, ob die Flächen fachgerecht gepflegt und langfristig betreut werden.

Welche Orte in der Tramuntana sind von den Arbeiten betroffen?

Betroffen sind insgesamt 19 Gemeinden in der Serra de Tramuntana. Der Plan nennt keine vollständige Liste im Detail, daher lässt sich nicht pauschal sagen, welche Ortschaften im Mittelpunkt stehen. Klar ist nur, dass die Maßnahmen entlang verschiedener Bereiche der Gebirgskette ansetzen sollen, auch an Straßenrändern.

Wann starten die Arbeiten in der Serra de Tramuntana auf Mallorca?

Der Beginn ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen. Die Arbeiten sollen dann bis 2027 laufen. Für Anwohner, Verkehr und Wandernde kann das je nach Abschnitt zu zeitweisen Einschränkungen führen.

Wie viel Geld fließt in den Brandschutz in der Tramuntana?

Für die geplanten präventiven Forstarbeiten sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Das Geld stammt aus der Touristensteuer auf Mallorca. Damit sollen vor allem Maßnahmen finanziert werden, die das Brandrisiko in der Gebirgskette senken.

Ist die Tramuntana auf Mallorca auch im Sommer gut zum Wandern?

Grundsätzlich ist die Tramuntana das ganze Jahr über ein beliebtes Wandergebiet, im Sommer sollte man aber mit Hitze, trockener Vegetation und möglicher Brandgefahr rechnen. Wer unterwegs ist, sollte die aktuelle Lage beachten und nicht auf gesperrte Wege oder Hinweise vor Ort verzichten. Gerade an Straßen und Randbereichen können Arbeiten oder Sicherheitsmaßnahmen den Zugang zeitweise verändern.

Machen Straßenränder in der Tramuntana auf Mallorca einen Unterschied beim Brandschutz?

Ja, denn Straßenränder können als Übergangszonen schnell Brennmaterial sammeln und im Ernstfall die Ausbreitung von Feuer begünstigen. Wenn dort Unterholz entfernt wird, kann das den Zugang für Einsatzkräfte verbessern und die Flächen etwas sicherer machen. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass keine neuen Probleme wie Erosion entstehen.

Ist Unterholz entfernen in der Tramuntana immer sinnvoll?

Nicht automatisch. Das Entfernen von Unterholz kann Brände erschweren, aber in der Tramuntana muss jede Fläche einzeln betrachtet werden, weil Hänge, Terrassen und Naturraum sehr unterschiedlich sind. Werden Arbeiten zu grob oder falsch umgesetzt, können Erosion und Lebensraumverlust zum Problem werden.

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