Christine Neubauer dreht in der Atacama – Mallorca trifft Chile

Christine Neubauer dreht in Chile – ein Mallorca-Gefühl in der Atacama

Mallorca-Residentin Christine Neubauer reist für ihren neuen Film in die Atacama. Zwischen Wüstenkirche, Filmdreh und kirchlicher Trauung entsteht ein kleines Kulturbrücke-Märchen.

Christine Neubauer dreht in Chile – ein Mallorca-Gefühl in der Atacama

Wie eine Mallorquinerin den Norden Chiles als zweite Heimat nutzt und ein langes Filmprojekt zur persönlichen Rückkehr wird

Wenn am Passeig Mallorca die ersten Lieferwagen rollen und ein Espresso auf der Plaza dann doch lauwarm über den Tisch zieht, denkt man kaum an die staubige Stille der Atacama. Und doch ist genau dorthin eine Frau unterwegs, die wir hier inzwischen zur Nachbarin zählen: Christine Neubauer. Die Schauspielerin, die seit Jahren einen Alltag auf der Insel pflegt, steht derzeit in Chile am Set eines international angelegten Roadmovies und verbindet damit private und berufliche Bruchstücke zu einem Ganzen.

Die Produktion heißt "La Puta Vida" und entsteht als Koproduktion zwischen Chile, Kolumbien, Deutschland und Spanien. Gedreht wird an mehreren Orten im Norden Chiles; Regie führt Sebastián Araya Serrano. Neubauer schlüpft in die Rolle einer Frau, die auf die Suche nach ihren Wurzeln geht – eine Figur, die sie offenbar nicht nur handwerklich reizt, sondern auch persönlich berührt. An ihrer Seite spielen bekannte Namen aus Lateinamerika, darunter Claudio Cataño und Tamara Acosta. Die Dreharbeiten laufen noch bis Mitte August.

Für viele von uns auf Mallorca ist das eine schöne Erinnerung daran, wie klein die Welt inzwischen ist. Vor wenigen Tagen hat das Paar, das Neubauer mit dem chilenischen Fotografen und Produzenten José Campos bildet, offiziell auf der Insel den Bund fürs Leben geschlossen. Jetzt kehren sie für Dreharbeiten in Josés Heimat zurück: Schauplatz und Erinnerungsort zugleich. Die historische Kirche von Chiu Chiu, die am Rand der Wüste liegt, ist für das Paar mehr als Kulisse – hier begann ihre gemeinsame Geschichte.

Im Alltag auf Mallorca sieht man solche Verbindungen oft in Miniaturen: Die Deutschsprachige, die auf dem Wochenmarkt in Santa Catalina die Tomaten auswählt; der Chilene, der im Café am Portixol die Zeitung liest und noch ein paar Minuten länger bleibt, um den Sonnenuntergang zu sehen. Solche Szenen sind uns vertraut, sie machen die Insel zu einem Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichen Welten einander begegnen. Neubauers Projekt lässt das größer denken: Film, Familie und Heimat verschränken sich, und das Ergebnis trägt Mallorcas Ruf von Offenheit ein Stück weiter hinaus.

Wer nun befürchtet, das sei nur ein glamouröser Kurztrip, der irrt. Die Vorbereitungen für das Projekt waren umfangreich – Finanzierungsrunden, internationale Partner, Recherchen. Für ihre Rolle sprach Neubauer mit Frauen, die mit historischen Missständen in Chile verbunden sind; diese Begegnungen haben sie emotional stark gefordert. Solche Recherchen zeigen, wie ernst die Arbeit hinter einem internationalen Dreh sein kann, und wie weitreichend der Einfluss ist, wenn Künstlerinnen und Künstler reale Schicksale sichtbar machen.

Warum ist das für Mallorca eine gute Nachricht? Zunächst weil es die kulturellen Verbindungen der Insel stärkt. Residentinnen und Residenten, die in internationalen Produktionen mitarbeiten, sind Botschafterinnen – im besten Sinn. Sie bringen Erfahrungen und Netzwerke mit, von denen lokale Projekte profitieren können: Festivals, Kooperationen mit Filmhochschulen, Gastvorträge bei Workshops. Es geht nicht allein um Strahlkraft, sondern darum, dass hier erworbene Expertise vor Ort weitergegeben werden kann.

Ein praktischer Gedanke noch: Wenn der Film im kommenden Jahr seine Runde macht, könnten Kinos und Kulturhäuser auf Mallorca eine Plattform bieten – Premieren, Podiumsgespräche, Begegnungen zwischen Publikum und Beteiligten. Solche Abende bringen nicht nur Kultur ins Gespräch, sie schaffen auch Arbeit für Techniker, Übersetzer und Veranstalter auf der Insel.

Auf der menschlichen Ebene bleibt das Bild, das Neubauer in Chile zeichnet: Zwei Lebensorte, die sich gegenseitig bereichern. Am Ende des Tages sitzen wir vielleicht wieder auf der Placa Major, hören das Klappern der Stühle und wissen, dass Schauspielkunst nicht nur Geschichten erzählt, sondern Brücken baut. Wer neugierig ist, darf sich auf einen Film freuen, der persönliche Geschichte und großes Terrain verbindet – und darf hoffen, dass Mallorca dabei ein bisschen mehr im Gespräch bleibt.

Ausblick: Es lohnt sich, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten: Ein Festivalauftritt, lokale Gespräche mit Filmschaffenden oder eine Vorführung mit Hintergrundgespräch wären schöne Gelegenheiten, die Verbindungen zwischen Insel und Südamerika zu vertiefen.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Chile-Dreh von Christine Neubauer für Mallorca?

Der Dreh zeigt Mallorca als lebendige Brücke zwischen Inselleben und internationaler Filmproduktion. Bewohnerinnen und Bewohner der Insel können als Botschafterinnen fungieren und Wissen sowie Netzwerke teilen. Langfristig könnten kulturelle Formate wie Premieren oder Publikumsgespräche auf Mallorca neue Begegnungen ermöglichen.

Welche Bedeutung hat das Mallorca-Gefühl im Filmprojekt?

Die Geschichte verknüpft private Lebenswelten der Insel mit internationalen Drehs. Das Mallorca-Gefühl dient als konkreter Kontext, in dem zwei Lebenswelten aufeinanderprallen und voneinander lernen. So entstehen universelle Themen wie Heimat, Wurzeln und Zugehörigkeit.

Wie geht Christine Neubauer bei der Recherche vor, um Wurzeln und Geschichte zu verstehen?

Sie führt Gespräche mit Frauen, die Chile mit historischen Missständen verbinden, um Authentizität zu gewinnen. Diese Recherchen prägen die Figur und das Verständnis des Projekts. Sie dienen dazu, das Thema sensibel und glaubwürdig darzustellen.

Gibt es konkrete Pläne für Mallorca-Veranstaltungen rund um den Film?

Ja, es bestehen Vorstellungen, dass Mallorca-Premieren, Podiumsgespräche oder Public-Viewing-Abende stattfinden könnten. Solche Veranstaltungen würden Inselpublikum direkt mit Filmschaffenden in Kontakt bringen. Sie würden auch lokale Fachkräfte wie Übersetzer, Techniker oder Veranstalter einbeziehen.

Welchen Bezug hat der Santa Catalina Markt zur Inszenierung des Projekts?

Der Markt wird als Lebenszeichen der Insel beschrieben, das Alltag und Vielfalt sichtbar macht. Solche Szenen zeigen Mallorca als Ort der Begegnung unterschiedlicher Welten, der auch in der Filmhandlung eine Rolle spielt. So wird Inselnähe spürbar, ohne die Realität zu verzerren.

Welche Rolle spielt Portixol Café im Zusammenhang mit dem Film?

Der Portixol Café wird als Ort beschrieben, an dem ein Chilene Zeitung liest und den Sonnenuntergang genießt – ein Moment der Alltagsschnitte, der Inselkultur spürbar macht. Solche Szenen zeigen, wie Mallorca Lebenswelt und Filmwelt verbindet. Portixol wird so zu einem Alltagsanker der Erzählung.

Wie wird Paseo Mallorca in der Produktion sichtbar?

Der Text nutzt Passagen, in denen Mallorca als Ort des täglichen Lebens auftaucht – etwa am Paseo Mallorca, wo Alltag und Kulisse aufeinandertreffen. Diese Straßen geben dem Film ein realistisches, glaubwürdiges Inselgefühl. So wird Mallorca zum stillen Mitspieler der Erzählung.

Wie lange dauern die Dreharbeiten in Chile?

Die Dreharbeiten laufen noch bis Mitte August. Danach können weitere Schritte der Produktion folgen, abhängig von den Partnern und dem weiteren Verlauf.

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