
Gabriela Sabatini: Die ruhige Kraft auf Mallorcas Straßen und Courts
Gabriela Sabatini ist auf Mallorca längst mehr als eine frühere Tennisgröße. Zwischen Esporles und Santa Ponça lebt sie ein entschleunigtes Inselleben, ist stille Botschafterin junger Spielerinnen und ein vertrauter Anblick auf dem Rad und dem Padel-Court.
Die Legende, die leise bleibt
Wenn Gabriela Sabatini durch eine kleine Bar in Santa Ponça geht, passiert nichts Aufgeregtes. Kein Blitzlichtgetöse, kein großes Tamtam. Dafür das leise Klirren der Tassen, ein Gesprächsfetzen am Nebentisch und das entfernte Rauschen des Meeres. Sie setzt sich, bestellt einen Espresso, trinkt ihn in Ruhe — ohne Inszenierung. Genau diese Zurückhaltung macht sie hier so sympathisch.
Von Buenos Aires in die mallorquinische Morgenluft
Geboren in Buenos Aires, unterwegs in der Weltspitze, hat Sabatini auf der Insel eine zweite Heimat gefunden. Schon als junge Spielerin kamen Trainingsphasen nach Mallorca, später wurden aus Aufenthalten regelmäßige Besuche. Heute sieht man sie oft frühmorgens auf dem Fahrrad zwischen Esporles und Sóller, wenn die Tramuntana noch im ersten Licht liegt, die Luft nach Kiefernduft riecht und die Zikaden erst zaghaft beginnen zu singen.
Rivalin mit Respekt
Die Matchbälle gegen Steffi Graf gehören zur Sportgeschichte, doch Sabatini spricht nicht in Superlativen der Verbitterung, sondern in Tönen des Respekts: Die Duelle hätten sie gegenseitig schärfer gemacht. Es ist die Art von Erinnerung, die nicht nachquasselt, sondern nachdenkt — ein Tonfall, der auf Mallorca zu den Gesprächen an den Boulevards passt.
Keine Trainerin, eher eine Mentorin
Bei den Mallorca Women’s Championships ist sie gern gesehen: sie klatscht am Rand, lobt Ballkinder, gibt Tipps, wenn man sie fragt, aber sie füllt keine Trainermanier aus. Sabatini sieht ihre Rolle eher als Botschafterin für Frauen im Sport, nicht als Vollzeit-Ausbilderin. Das lässt Raum für junge Talente, die sich ausprobieren dürfen, während sie die Bühne teilen.
Soziale Medien mit Pragmatismus
Ob Instagram oder TikTok — Sabatini blickt nüchtern auf die digitale Welt: Hätte es die Plattformen früher gegeben, wäre vieles anders gelaufen. Heute rät sie jungen Athletinnen, sich professionelle Hilfe für die Online-Präsenz zu holen. Eine pragmatische Haltung in einer Zeit, in der ein Bild mehr wiegt als ein Gespräch.
Zwischen Familie, Padel und Meer
Privat bleibt sie zurückhaltend. Sie pendelt zwischen Buenos Aires, Florida und Mallorca, und Familie ist ihr wichtig — besonders die Zeit mit ihren Nichten. Auf der Insel trifft man sie beim Padel, beim Radeln an der Küste oder beim Espresso am Hafen, begleitet vom Kreischen der Möwen und dem Murmeln der Wellen. Diese Alltäglichkeit macht sie für Einheimische greifbar und erinnert an Szenen, in denen sie Padel spielt.
Ein Gewinn für die Insel
Dass eine ehemalige Weltranglistenspielerin regelmäßig hier ist, hat mehr Gewicht als reiner Promi-Charme. Sabatini bringt Aufmerksamkeit für Frauen im Leistungssport und stärkt Sportangebote, die Mallorcas Image erweitern: weg vom reinen Sommerparty-Image, hin zu einer Insel, die auch Sport, Natur und Ruhe bietet. Turniere und Trainingswochen schaffen Perspektiven für Nachwuchsspielerinnen und für Einheimische.
Der Charme der Unaufdringlichkeit
Man kann sie morgens auf dem Rad überholen und erst beim zweiten Blick registrieren: da fährt eine Person, die große Matches bestritten hat. So passt sie zu Mallorca — unaufdringlich, präsent, mit einer Ruhe, die ansteckend wirkt. Ihre Gegenwart ist kein Event, sondern ein vertrauter Ton im Inselalltag.
Zum Abschied sagt sie etwas, das in seiner Schlichtheit bleibt: Es sind nicht die Pokale, an die man sich am Ende erinnert, sondern die Menschen, die einem begegnet sind. Auf einer Insel, auf der kleine Cafés, enge Gassen und Berge die Tage ordnen, hat diese Aussage Gewicht. Sabatini ist nicht nur eine ehemalige Championspielerin — sie ist eine sanfte Erinnerung daran, dass Größe auch leise sein kann.
Wer ihr begegnet, hört vielleicht zuerst die Vögel, dann das Klicken der Pedale — und erst später die Geschichte, die hinter dem Gesicht steckt.
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