
Hollywood dreht in Pollença: Brosnan, Hardy und Mirren auf Sa Fortalesa
Eine internationale Serie verlegt Szenen nach Sa Fortalesa in Pollença. Für die Insel bedeutet das Aufträge für Dienstleister, ein bisschen Glanz und neue Chancen für lokale Kreative.
Hollywood dreht in Pollença: Brosnan, Hardy und Mirren auf Sa Fortalesa
Eine Serie verlegt Szenen in die historische Festung — und die Insel profitiert
Am frühen Morgen liegt der Pinienduft über der Bucht von Port de Pollença, Möwen schreien, und auf der Landzunge von Sa Fortalesa klappern Kisten mit Kameraequipment. Wer heute über die Strandpromenade geht, merkt es sofort: Hier ist etwas Größeres los als sonst. Nicht nur Tourist*innen schauen neugierig; lokale Taxifahrer, Köchinnen und junge Schauspielende haben die Augen offen.
Paramount+ hat für die zweite Staffel von "MobLand" Drehsequenzen nach Mallorca verlegt. Die Kulisse ist eine Festung aus dem 17. Jahrhundert, die seit Jahren als exklusive Privatresidenz genutzt wird. Alte Steinmauern, Blick aufs offene Meer und ein Hubschrauberlandeplatz — ein dramatischer Hintergrund für eine Serie, die von Machtkämpfen und Familienkonflikten erzählt. Namen wie Tom Hardy, Pierce Brosnan und Helen Mirren fallen in Plaudereien an Cafétischen; offiziell bestätigt sind einzelne Anwesenheiten selten, die Produktionslogistik aber ist in der Region spürbar.
Für viele hier ist das kein reiner Promi-Zirkus, sondern handfeste Arbeit: Hotels stellen Zimmer für Teams, Catering-Firmen liefern Paellas und Bocadillos für Crew und Komparsen, Transportfirmen fahren Material über die Serpentinen nach Pollença. Techniker aus der Inselbranche arbeiten gemeinsam mit internationalen Crews. Einkaufslisten werden länger, und kleine Dienstleister bekommen ungewöhnliche Aufträge — von Spezialreinigungen bis zu extra langen Verlängerungskabeln.
In der Cafetería am Plaça Major unterhalten sich Anwohner*innen über die neuen Gesichter. Eine ältere Frau zeigt Fotos ihrer Enkelin, die als Komparsin engagiert wurde. Ein junger Barmann freut sich auf die Tage mit hohem Trinkgeld. Solche kleinen Geschichten sammeln sich: ein gechartertes Taxi, das in zwei Stunden wieder zurückkehrt, ein zusätzlicher Job für einen Stunt-Assistant aus Palma. Sichtbarer Glamour mischt sich mit ganz normalem Inselleben.
Sa Fortalesa hat Erfahrung mit Filmproduktionen. Filme und Serien haben hier schon Kulturszene und Wirtschaft in Bewegung gesetzt. Der jetzige Dreh bringt erneut Aufmerksamkeit für Mallorca als Standort, der mehr bietet als den Sommerstrand: historische Orte, abwechslungsreiche Landschaften und eine etablierte Infrastruktur für Drehs. Das hilft, die Insel als Ganzjahresziel für audiovisuelle Projekte zu positionieren.
Was das konkret bedeutet: mehr Aufträge für lokale Handwerker*innen, erweiterte Möglichkeiten für Techniker*innen und Komparsen, neue Kontakte für Catering-Services und Transportfirmen. Für junge Filmschaffende ist eine Produktion vor der Haustür eine Lehrstunde: Wie läuft ein Set? Wie verhandelt man Lieferungen? Welche Standards gelten bei internationalen Teams? Diese Erfahrungen bleiben, auch wenn die Kameras irgendwann abgebaut werden.
Die Perspektive ist optimistisch: Eine gut organisierte Zusammenarbeit zwischen Produzent*innen und lokalen Dienstleistern kann langfristige Effekte bringen. Manche Gastronomen überlegen schon, wie sie in der Nebensaison auf Filmcrews ausgerichtete Angebote schaffen können. Schulen und örtliche Initiativen könnten Kooperationen mit Film-Workshops prüfen. Solche Verknüpfungen stärken die lokale Wirtschaft und öffnen Wege für Talente, die bisher nur zuschauten.
Vor Ort gilt trotzdem Rücksichtnahme. Drehpläne respektieren Ruhezeiten, Zugänge bleiben abgesichert, und es gibt abgewogene Regeln für Anwohnerzugang. Wenn das gelingt, entsteht eine Win-win-Situation: Die Produktion findet eine eindrucksvolle Kulisse, die Insel erzielt Einnahmen und gewinnt internationale Sichtbarkeit — ohne den Alltag zu überrollen.
Am Abend wird das Set ruhiger. Lampen summen, Wellen schlagen gegen die Füße der Festung, und in den Restaurants von Pollença spricht man noch lange über den Tag, an dem Hollywood vor der Haustür war. Für jemanden, der hier lebt, ist das kein Mythos: Es sind die kleinen Jobs, das zusätzliche Einkommen, die neugierig gestimmten Jugendlichen und das Gefühl, dass Mallorca mehr kann als nur Sommerurlab — es kann Bühne sein, Arbeitsort und Lernfeld zugleich.
Blick nach vorn: Lokale Betriebe können die Gelegenheit nutzen, sich als zuverlässige Partnerinnen für kommende Produktionen anzubieten. Ein Blick in die Werkstatt oder in die Küche, ein offenes Angebot an Zusammenarbeit und ein beherztes Willkommen für Crews — so wächst aus einem einzelnen Dreh vielleicht ein dauerhaftes Kapital für die Insel.
Häufige Fragen
Wie wirkt sich ein Film- oder Seriendreh in Mallorca auf die lokale Wirtschaft aus?
Kann man bei Dreharbeiten in Pollença oder auf Mallorca als Komparse mitmachen?
Ist Pollença ein häufiger Drehort auf Mallorca?
Was ist Sa Fortalesa bei Pollença auf Mallorca?
Wie läuft ein Filmset auf Mallorca für Anwohner und Besucher ab?
Lohnt sich Mallorca auch außerhalb der Sommersaison für Dreharbeiten?
Welche Berufe profitieren auf Mallorca von Filmproduktionen?
Was sollten Betriebe auf Mallorca tun, wenn sie mit Filmcrews zusammenarbeiten wollen?
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