
Lichter, Laufsteg, Meer: Pink Panther-Abend im Lobster Club von Puerto Portals
Ein lauer Abend im Lobster Club: Yvonne Struzek macht den Beachclub zum Laufsteg, Models aus aller Welt zeigen zurückhaltende Sommermode, und Sternekoch Sascha Lenz serviert kleine Luxusmomente zwischen Pool und Hafenlicht.
Mode am Meer: ein Abend, bei dem die Luft mitschwingt
Als ich an diesem frühen Abend am Lobster Club in Puerto Portals ankam, trug die Brise den Geruch von Meer und gebratenen Garnelen. Lichterketten glitzerten über dem Pool, im Hintergrund mischte ein DJ klassische Töne mit Popriffs — eine unaufgeregte Klangkulisse, die eher den Puls drosselte als anheizte. Genau richtig für eine Show, die Ruhe und Stil verbinden wollte.
Vom Laufsteg direkt in den Blick auf den Hafen
Gastgeberin Yvonne Struzek hatte den Beachclub so arrangiert, dass der Catwalk fast organisch mit der Terrasse verschmolz: Models schritten, drehten und schwebten zwischen Tischen und Palmen. Die Kollektion blieb größtenteils nüchtern: schokoladen- und cremetöne, kühles grau, klare Schnitte. Ein Mantel über dem Bikini, ein pastellfarbener Herren-Cut — Dinge, die man tragen kann ohne Theater, die am Strand genauso funktionieren wie beim Bootsanleger.
Carolina, ein Model aus Kolumbien, fiel durch ihr sonniges Lächeln auf. Bei ihr wirkte ein schlichtes Kleid zugleich feminin und unaufdringlich. Daneben Männer mit großen Ledertaschen, ein bisschen lässig, viel getragen-tauglich. Und mittendrin: Esther Schweins, die charmant moderierte, kleine Anekdoten erzählte und dem Abend eine salonfähige Note gab — wie eine vertraute Stimme, die Besucher und Nachbarn begrüßt.
Kulinarik zwischen Häppchen und Mini-Luxus
Das Essen war mehr als Fingerfood. Sternekoch Sascha Lenz servierte Mini-Garnelen-Cocktails, knusprige Croquetas, frittierte Calamares und Jakobsmuscheln in einer grün-sprühenden Sauce, bei der das letzte Körnchen Salz knallte wie ein kleiner Feuerwerksgruß. Zwischendurch kurze Auftritte von Kaviar und Räucherlachs — Inselmomente auf kleinen Tellern, die zu Gesprächen anregten und die Blicke immer wieder zurück zum Pool führen ließen.
Später wurden am Beckenrand Cocktails ausgeschenkt. Der Halbmond hing flach über der Bucht, die Silhouette der Illa d’en Sales war als dunkler Tupfer zu sehen. Das Zirpen der Zikaden mischte sich mit dem leichten Klirren von Gläsern — eine typische Mallorcaszene, die kaum noch fotografiert werden muss, weil sie vor Ort so schön ist.
Weltweit gedacht, lokal verankert
Yvonne und ihr Team hatten Marken aus Australien, Skandinavien und Frankreich zusammengestellt. Die Stücke wirkten international, fühlten sich auf der Insel aber zuhause an: zurückhaltende Eleganz trifft mallorquinischen Sommer. Es war nicht das große Blitzlicht, eher ein Abend für Leute, die Genuss ohne Alarm suchen. Gelächter, ein begeistertes „Wow“ beim Finalwalk — die Stimmung blieb gelöst.
Was auffiel: Kein steifer Champagner-Rausch, kein überdrehter Glamour. Stattdessen eine Haltung, die Mallorca gut steht: Bodenständige Eleganz mit einem Hauch Luxus, ohne zu protzen. Die Gäste plauderten, manche planten bereits, ihren nächsten Abend am Meer ähnlich zu verbringen.
Warum solche Abende wichtig sind
Solche Veranstaltungen sind mehr als nette Randnotizen im Veranstaltungskalender. Sie zeigen, dass die Insel Mode, Gastronomie und Meerblick organisch verbinden kann — ohne dass eines der Elemente das andere übertönt. Für lokale Dienstleister und kreative Köpfe sind das Chancen: Kooperationen, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, Mallorca als Ort für entspannte, hochwertige Events zu positionieren. Am Ende des Abends verließ ich den Club mit dem Gefühl, etwas Vertrautes wiedergefunden zu haben: die Fähigkeit, sich Zeit zu nehmen, zu schauen, zu essen und das Meer im Blick zu behalten. Ob man nun Modefan ist oder einfach nur gerne draußen sitzt — solche Sommerabende bleiben im Kopf, zumindest bis zur nächsten Saison. Und das ist schön so.
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