
Plötzlicher Umschwung: Regen im Norden, Palma bleibt trocken – ein kleines Durchatmen
In der Nacht zog ein kleines Tief über Nordmallorca, brachte nassen Asphalt, aufgefüllte Rinnsale und erleichterte Landwirte. Palma und der Süden blieben größtenteils verschont – ein Andeutung, dass der Spätsommer jetzt leichter atmet.
Überraschende Nacht im Norden: Regen, frische Luft und ein bisschen Ordnung
Es war eine jener leisen Insel‑Anekdoten: während viele in Palma am Morgen den Schirm wieder einstecken konnten, hörte man im Norden das Trommeln kleiner Schauer auf Dächern und das Rauschen frischer Bächlein, die kurzzeitig mehr Wasser führten. Gegen 03:00 Uhr drehte der Wind auf Nordost und schob die drückende, fast tropische Luft aus den Vortagen weg. Auf einmal roch die Nacht nach Salz und Kiefer statt nach Hitze.
Wer bekam Regen – wer nicht?
Nordküste und Nordosten: Alcúdia, Artà und die Küstenorte meldeten nasse Straßen, dunkle Flecken auf dem Asphalt und einzelne, kräftige Schauer, die wieder abebbten. Für Landwirte und Gärtner war das eine willkommene Hilfe: Oliven- und Mandelbäume zeigten sich dankbar, Staublegendes Wasser füllte Rinnsale, die Wochen zuvor trocken geblieben waren. Kurzregen, große Erleichterung: Mallorca atmet auf konnte die Situation gut zusammenfassen.
Palma, Süden und Westen: Hier blieb es überwiegend trocken. Ein paar feine Tropfen mischten sich mit feinem Sahara‑Sand und hinterließen matte Flecken auf Autokarosserien und Café‑Tischen. Am Flughafen liefen die Flüge normal, die Start‑ und Landeabläufe blieben ungestört – für Reisende also kaum ein Thema. Dennoch: die Luft wirkte spürbar leichter, die drückende Schwüle war verschwunden. Ein kurzer Spätsommer sorgt gerade für eine Abkühlung.
Temperaturen, Wind und Prognose
Die Hitze der Tage zuvor hatte lokal Werte um 34 °C erreicht – insbesondere in Llucmajor und einigen Binnenorten. Am Freitag herrschte dagegen wieder normales Spätsommerwetter: tagsüber knapp um die 30 °C, nachts vielerorts unter 20 °C. Das staatliche Wetteramt erwartet, dass diese mildere Phase in die ersten Septembertage hinein anhält; eine neue, ausgeprägte Hitzewelle ist vorerst nicht in Sicht. Für kommendes Montag steigt die lokale Regenwahrscheinlichkeit auf etwa 30 %. Mildes Intermezzo scheint der richtige Begriff zu sein.
Der Wind bleibt in den nächsten Tagen meist schwach bis mäßig mit wechselnden Richtungen. Küstenabschnitte müssen vereinzelt mit kräftigeren Böen rechnen – wer jetzt abends über den Passeig Mallorca spaziert, spürt die Veränderung deutlich: kein Schwitzen mehr, nur noch eine frische Brise und das entfernte Rauschen der Brandung.
Alltagsbilder: Cafés, Taxifahrer und Tramuntana‑Wanderer
Am Freitagmorgen war die Promenade überraschend gelassener. Weniger Handtücher, mehr Gespräche. Die kleinen Cafés entlang der Avinguda de Gabriel Roca füllten sich mit Nachbarn, die die angenehmere Nacht lobten. Ein Taxifahrer, der zwischen Hafen und Altstadt pendelt, lächelte und meinte kurz: „Endlich wieder atmen.“
Für Ausflügler ist die Lage praktisch: Die Serra de Tramuntana zeigt sich jetzt von ihrer angenehmen Seite – die Wege sind nicht mehr staubig‑glühend, und Wanderungen machen wieder Spaß, solange man mit einem wechselhaften Himmel leben kann. Bootstouren sind ebenfalls möglich; Kapitäne mahnen aber, das Wetter kurz vor dem Auslaufen noch einmal zu prüfen, weil die See an manchen Promenadenabschnitten ein paar Böen zeigen kann. Regenpause: Mallorca atmet auf ist hier programmatisch zu verstehen.
Kleine Tipps für den Alltag
Abendgarderobe: Nach Sonnenuntergang ist eine dünne Jacke oder ein leichtes Tuch empfehlenswert. Die Temperatur fällt spürbar, vor allem in Küstennähe.
Balkonpflanzen: Wer Pflanzen auf der Terrasse hat: noch nicht gießen. Die nächtlichen Schauer haben vielen Böden gerade genug Feuchtigkeit geschenkt.
Ob das der endgültige Abschied vom Sommer war? Nein. Eher eine kurze Pause, ein kleiner Reminder, wie schnell das Wetter hier umschlagen kann. Für die Insel bedeutet das vorerst vor allem eins: etwas weniger Hitze, etwas mehr Durchatmen – und in manchen Dörfern ein herzliches „gràcies“ an eine Regenwolke, die genau zur richtigen Zeit kam. Und genau das zeigt sich auch in den Berichten über die Neuerungen des Wetters.
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