
Regenbringer: Stauseen in Palma füllen sich – Atempause fürs Wasser
Regenbringer: Stauseen in Palma füllen sich – Atempause fürs Wasser
Die jüngsten Regenfälle und Schneeschmelze haben Palmas Trinkwasserspeicher deutlich aufgefüllt: Emaya meldet aktuell rund 59 Prozent Gesamtfüllstand. Gorg Blau liegt bei etwa zwei Dritteln, Cúber bei knapp 48 Prozent – und trotzdem bleibt Sparsamkeit gefragt.
Regenbringer: Stauseen in Palma füllen sich – Atempause fürs Wasser
Mehr Regen, mehr Reserve, aber kein Freifahrtschein für den Wasserhahn
Die Wolken über der Serra de Tramuntana haben in den vergangenen Wochen ihre Arbeit getan. Palmas städtischer Versorger Emaya meldet, dass die beiden Trinkwasser-Reservoirs in den Bergen inzwischen zusammen rund 59 Prozent ihrer Kapazität fassen. Wer morgens durch die Passeig-Mallorca-Gegend lief und den Duft nassen Asphalts einsog, konnte es ahnen: das Wasser kommt zurück.
Besonders deutlich ist der Sprung beim Stausee Gorg Blau: Er liegt jetzt bei etwa zwei Dritteln seiner Kapazität. Vor wenigen Tagen – Emaya spricht von einem starken Anstieg innerhalb einer Woche – war der Pegel deutlich niedriger, knapp unter der Hälfte. Auch Cúber hat zugelegt und steht aktuell bei etwa 48 Prozent; vor kurzer Zeit waren es noch circa 35 Prozent. Zusammengenommen hatten beide Speicher vor dem Regen nur etwas mehr als 42 Prozent gefasst.
Die Gründe sind handfest: ergiebiger Niederschlag in tieferen Lagen und Schneefall in höheren Lagen der Tramuntana, der beim Tauwetter zusätzlich Zuwachs bringt. Für Palma heißt das konkret: mehr Puffer in den Leitungen, weniger akute Sorge um die tägliche Versorgung und Spielraum, um mögliche trockenere Wochen entspannter zu überstehen.
Die Stadtspitze reagierte mit sichtbarer Erleichterung. Vizebürgermeister und Präsident von Emaya, Llorenç Bauzá de Keizer, wertete die Zahlen als deutlich positiv für die Vorräte – gleichzeitig erinnerte er daran, dass das Wasser jetzt nicht gedankenlos verschwendet werden dürfe. Das ist ein Ton, den viele Anwohner teilen: Die Erleichterung ist real, Vorsicht bleibt vernünftig.
Warum das für Mallorca mehr bedeutet als eine kurzfristige Nachricht: Wassersicherheit ist nicht nur ein Thema für den Wasserzähler in der Küche. Landwirtschaftliche Betriebe in der Inselmitte, städtische Gärten, Hotels mit Pools und die vielen privaten Brunnen und Zisternen profitieren von stabileren Reserven. Ein vollerer Gorg Blau reduziert auch den Druck, extrem teures Meerwasser zu entsalzen – das schont Haushaltskassen und die Umwelt.
Wer jetzt denkt „Mission erfüllt“, sollte trotzdem innehalten. Auf den Straßen von Palma sah man in den letzten Tagen Spritzpistolen zur Hausreinigung, aber auch Menschen, die Gießkannen statt Schlauch benutzten. Genau diese kleinen Gewohnheiten zählen: ein kleiner Tropfen hier, eine kaputte Leitung dort, summiert sich über Monate.
Was praktisch hilft: Tropfende Wasserhähne sofort reparieren lassen, automatische Gartenberegnung in den kühlen Morgenstunden laufen lassen statt am Nachmittag, Regenwasser in Fässern sammeln für den Balkon oder die Terrasse, und Blumenbeete mit mulch abdecken, damit das Wasser im Boden bleibt. Kommunal könnten gezielte Wartungsprogramme für Leitungsnetze, Anreize für wasserspeichernde Gartenanlagen und Informationskampagnen Sichtbares bewirken.
Die Stimmung in den Dörfern an der Tramuntana ist eine Mischung aus Erleichterung und realistischer Vorsicht. Auf den Plaça des Mercat trinkt man wieder einen Kaffee ohne das Thema in jedem Gespräch, aber Bauern wissen: ein guter Regen ersetzt keinen klugen Plan für den Sommer.
Fazit: Die aktuelle Wassermenge bietet Palma eine echte Atempause. Es ist eine Einladung, jetzt nachhaltiger mit dem Gut umzugehen, damit die Insel auch in weniger nassen Monaten nicht aufs Trockene fällt. Ein bisschen Vernunft beim Wasserhahn, ein bisschen Planung in der Kommune – mehr braucht es nicht, um die Ruhe zu bewahren.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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