
Unter Wasser in Puig de Ros: Wie Sabrina Kleinas Models zu Meerwesen formt
Unter Wasser in Puig de Ros: Wie Sabrina Kleinas Models zu Meerwesen formt
Sie arbeitet dort, wo der Morgen am klarsten ist: Sabrina Kleinas fotografiert Models knapp unter der Wasseroberfläche – in Port Adriano und an Mallorcas ruhigen Buchten. Einblicke in Technik, Licht und warum die Insel für ihre Kunst ideal ist.
Unter Wasser in Puig de Ros: Wie Sabrina Kleinas Models zu Meerwesen formt
Der Morgen in Puig de Ros riecht nach Pinienharz und Meer. Auf der Straße zur Küste flirrt das Licht, Lieferwagen tuckern vorbei, ein Angler wirft noch seine letzte Leine aus. Genau in dieser Stunde ist das Wasser für Sabrina Kleinas am besten: kristallklar, ruhig genug, damit ein Model mit Flossen und Stoff wie auf einer anderen Ebene wirkt.
Sabrina ist Fotografin, deutsch‑französisch, 34 Jahre alt, und lebt seit 2023 an der Südküste bei Llucmajor. Sie hat sich auf Unterwasseraufnahmen spezialisiert und macht aus Models gelegentlich regelrechte Meerjungfrauen oder Aquamänner. Dabei ist ihr Arbeitsplatz nicht ein Studio, sondern Buchten wie Port Adriano und andere geschützte Buchten der Insel – je nachdem, wie der Wellengang an dem Tag steht.
Technik und Timing spielen bei ihren Sessions eine große Rolle. Sabrina fotografiert meist in den frühen Vormittagsstunden, oft vor 11 Uhr, wenn das Wasser die kräftigsten Blau‑ und Türkistöne zeigt. Die Bilder entstehen knapp unter der Oberfläche, in circa einem Meter Tiefe. Sie arbeitet ohne Atemgerät, mit Gewichtsgürtel, Flossen und Taucherbrille. Als Kamera benutzt sie eine Canon EOS 5D Mark III in einem Seafrogs-Gehäuse – robust genug für die rauen Bewegungen von Wasser und Stoff.
Was das Ergebnis besonders macht, sind die feinen Lichtmuster auf Haut und Stoff, die sogenannten Kaustiken: die schimmernden Streifen, die die Wellen durch die Oberfläche schicken. Sabrina sucht gezielt nach diesen Effekten. Am Ufer steht oft jemand vom Team bereit, hilft mit Kleidern, hält Ausschau nach Bootsverkehr und passt die Zeiten an, wenn die Tide die Sicht reduziert.
Modeln unter Wasser ist kein Zuckerschlecken. Bevor es an die offene See geht, empfiehlt Sabrina, im Pool zu üben. Atemkontrolle, Ruhe beim Auftauchen, Posen mit Flossen – all das lässt sich vorher trainieren. Bei ihren Shootings sieht man Profis wie Marlene Kröger oder Christina Braun, aber auch Newcomer und experimentelle Tänzer. Ihre Erfahrung hilft, Szenen mit Sinnlichkeit und gleichzeitig Ruhe zu erzeugen; manchmal haben die Models nur ein paar Sekunden Unterwasser‑Aufenthalt, bevor sie an die Oberfläche müssen.
Ihr Weg zur Unterwasserfotografie verlief nicht direkt: ursprünglich hat sie eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete in anderen Städten Europas, bevor sie 2014 die Fotografie zum Beruf machte. Die Idee, unter Wasser zu arbeiten, kam später und füllte eine Lücke: das Bedürfnis nach einem anderen Licht, nach entschleunigter Arbeit, nach Orten, an denen Bewegungen langsamer wirken. Mallorca mit seinem klaren Wasser und den geschützten Buchten erwies sich als Glücksfall.
Wellen als Partner, Insel als Bühne
Die Insel selbst ist ein Teil der Arbeit. Auf Mallorca ist das Licht anders als in Paris oder Lothringen – härter, mit einem eigenen Ton, der sich durch das Wasser filtert. Das spürt man bei jedem Blick aufs Meer: Fischerboote in der Ferne, das leise Knarren von Yachten in Port Adriano, Spaziergänger, die neugierig stehen bleiben und die seltsamen Gestalten im Wasser beobachten. Für Sabrina hat das örtliche Tempo auch praktische Seiten: weniger Hektik, mehr Raum für Vorbereitung, und Menschen, die offen sind für ungewöhnliche Kunstprojekte.
International wird ihre Arbeit ebenfalls wahrgenommen: eine Auswahl ihrer Unterwasserbilder erschien zuletzt in einer portugiesischen Ausgabe einer Modezeitschrift, und ihre Serie findet außerhalb der Inselanstieg Anerkennung. Ihr zweites Buch „Oxidane“ zeigt zahlreiche Arbeiten auf 144 Seiten. Außerdem werden einige ihrer Arbeiten bei Veranstaltungen in Paris gezeigt.
Für Mallorca ist das mehr als ein hübsches Foto: Künstler, die hier leben und arbeiten, bringen Aufmerksamkeit jenseits von Strand und Paella. Sie entfachen Interesse an der Insel als Ort für kreative Produktion – ein Vorteil für Galerien, für lokale Kooperationen und für Tourismus, der kulturelle Angebote sucht statt rein sonniger Strände.
Was das für die Insel bedeuten kann
Schon jetzt spricht Sabrina mit Tauchschulen und kleinen Galerien vor Ort über gemeinsame Projekte. Konkrete Ideen liegen auf dem Tisch: Workshops für Fotografie am und im Wasser, Ausstellungen in Palma, Kooperationen mit Meeresschutzgruppen, die Bildwelten als Plattform für Aufklärung nutzen könnten. Das sind einfache Schritte, die den lokalen Kulturkalender beleben und zugleich junge Menschen an Fototechnik und Atemtraining heranführen.
Am Ende bleibt das Bild, wie ein Model schwerelos durch Mallorcas klares Wasser gleitet, Stoff und Haare im sanften Zupfen der Strömung. Wer am frühen Morgen an der Mole von Port Adriano steht, kann manchmal genau dieses Schauspiel sehen – und merken: Die Insel bietet mehr als Postkartenmotive. Sie ist ein Atelier, wenn man nur hinschaut.
Ein kleiner Hinweis: Wer an einem Workshop oder an einem Shooting interessiert ist, findet Sabrina auf sozialen Plattformen unter ihrem Künstlernamen und kann dort Termine und Voraussetzungen anfragen.
Häufige Fragen
Was macht Unterwasserfotografie auf Mallorca besonders?
Wann sind Unterwasser-Sessions auf Mallorca am besten zu planen?
Welche Ausrüstung braucht man für Unterwasserfotos ohne Atemgerät in Mallorca?
Welche Orte in Mallorca eignen sich besonders für Unterwasseraufnahmen?
Wie läuft typischerweise ein Unterwasser-Shooting auf Mallorca ab?
Welche Modelle und Stilrichtungen sind in Sabrina Kleinas Arbeiten zu sehen?
Welche Rolle spielen Workshops, Galerien und Kooperationen auf Mallorca?
Wie kann man sich für Shootings oder Workshops anmelden?
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