
Plaça Major voller Funken: Sant-Antoni in Sa Pobla zieht rund 12.000 Menschen an
Plaça Major voller Funken: Sant-Antoni in Sa Pobla zieht rund 12.000 Menschen an
Die Nit Bruixa in Sa Pobla verwandelte die Plaça Major am 17. Januar in ein Lichtermeer. Mit Pyro, Musik und etwa 12.000 Besuchern wurde der lokale Brauch zum größten Treffpunkt der Insel an diesem Abend.
Plaça Major voller Funken: Sant-Antoni in Sa Pobla zieht rund 12.000 Menschen an
Musik, Pyro und Nachbarschaft – ein Winterabend, der nach mehr klingt als nur Knall und Licht
Am Abend des 17. Januar füllte sich die Plaça Major von Sa Pobla. Nicht nur die Laternen warfen ihr warmes Licht auf die Pflastersteine, sondern ein Publikum, das an diesem Winterabend etwas suchte, das in den letzten Jahren seltener geworden ist: gemeinsames Staunen. Etwa 12.000 Menschen zählten die Veranstalter bei der sogenannten Nit Bruixa, der traditionellen „Hexennacht“, die hier mit einer aufwändigen Licht- und Musiksymbolik inszeniert wurde.
Die Show begann unter dem Murmeln der Menge und dem gelegentlichen Klappern von Weingläsern. Dann setzte die Musik ein – eröffnet wurde die Aufführung mit „Berghain“ von Rosalía – und kleine Feuerblitze zeichneten Linien in den Himmel. Pyrotechnik und sorgfältig abgestimmte Lichtsequenzen sorgten für einen Effekt, der in der Erinnerung der Anwesenden noch lange nachleuchten wird. Auf den Bänken saßen ältere Bewohner mit dicken Mänteln, an den Füßen nasse Schuhe, Kinder mit funkelnden Stäben und hinter den Reihen telefonierende Besucher, die die Szene für ihre Freunde filmten.
Unter den Gästen fanden sich auch politische Vertreter: Die Balearenpräsidentin Marga Prohens und Inselratspräsident Llorenç Galmés wohnten der Veranstaltung bei. Ihre Präsenz machte deutlich, dass Sant-Antoni hier nicht nur ein Volksfest ist, sondern ein Ereignis mit regionaler Sichtbarkeit.
Die Stimmung in Sa Pobla war typisch mallorquinisch: provisorische Food-Stände versprühten Bratenduft, kleine Gruppen diskutierten lebhaft vor den Cafés an der Carrer Major, und Taxis schlängelten sich durch die Ecke der Plaza wie geduldige Boten. Trotz der Vielzahl an Menschen blieb das Zusammenrücken eher herzlich als hektisch. Ein älterer Mann, der regelmäßig zur Plaça kommt, sagte trocken – und lächelte dabei: „So viele Leute und trotzdem hört man nur Lachen.“
Auch in anderen Orten auf der Insel wurde gefeiert: Pollença, Muro und Manacor hatten ihre eigenen Programme, und in Sa Pobla sowie Manacor ist heute ein lokaler Feiertag. Diese Verteilung der Feierlichkeiten zeigt, wie die Traditionen in den Dörfern lebendig bleiben und verschiedene Gemeinden ihre eigene Note hinzufügen.
Warum ist das gut für Mallorca? Solche Abende beleben die Insel auch außerhalb der Hauptsaison. Lokale Betriebe profitieren von Gästen, die in Bars und Bodegas sitzen, und Handwerker, die an Marktständen hängen, verkaufen regionales Kunsthandwerk. Gleichzeitig tragen Traditionen wie Sant-Antoni dazu bei, Gemeinschaftsgefühl zu stiften: Junge und Alte treffen sich, sprechen, streiten kurz und versöhnen sich wieder beim Gang zur nächsten Calçotada oder zu einem Glas Moscatel.
Eine kleine Alltagsbeobachtung: Wenn man am nächsten Morgen durch Sa Pobla geht, findet man keine Exotik, sondern die Spuren eines gut verlaufenen Dorffests – ein bisschen Asche in einer Ecke, ein einzelner Kinderschuh neben der Brunnenmauer, aber auch Straßenkehrer, die erstaunlich gelassen und effizient arbeiten. Das passt zur Insel: Feiern wird hier ernst genommen, aufgeräumt wird danach genauso sorgfältig.
Ausblick und Anregung: Damit solche Feste in Zukunft noch angenehmer und nachhaltiger bleiben, sind sinnvolle Schritte denkbar, ohne den Charakter zu verändern – bessere Informationen für Besucher im Vorfeld, zusätzliche Abfallbehälter an neuralgischen Punkten, und verstärkte Koordination bei Nachtbussen, damit Rückwege ruhiger und sicherer werden. All das ist leicht zu organisieren und erhöht den Komfort, ohne dem Abend seine Wärme zu nehmen.
Die Nit Bruixa von Sa Pobla hat an diesem Januarabend gezeigt, dass Traditionen nicht nur Vergangenheit sind. Sie können Treffpunkt, Treffpunkt für Nachbarn und Touristinnen sein, die nach etwas Echtem suchen. Und am Ende des Abends, wenn die Lichter verblassten und die Plaça wieder der Plaça entsprach, war da dieses leise Versprechen: Mallorca kann feiern – und dabei nahbar bleiben.
Datum: 17.01.2026. Orte mit eigenen Feierlichkeiten: Pollença, Muro, Manacor. Anwesende: Balearenpräsidentin Marga Prohens, Inselratspräsident Llorenç Galmés.
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