
Giftköder auf Mallorca: Drei Rotmilane tot — Ermittlungen laufen
In Santanyí und bei Palma wurden drei Rotmilane tot aufgefunden. Die Polizei vermutet Giftköder. Die Inselgemeinschaft ist alarmiert — es geht nicht nur um Vögel, sondern um die Sicherheit in Feld und Dorf.
Giftköder auf Feldern: Warum die toten Milane mehr sind als ein Naturschaden
Die Stille am Morgen wurde hier in den letzten Tagen von einer kleinen, bitteren Nachricht durchbrochen: Zwei tote Rotmilane bei Santanyí, ein weiterer am Stadtrand von Palma. Die Tiere trugen GPS-Sender; so konnten die Helferinnen und Helfer die Fundorte schnell lokalisieren. Erste Hinweise deuten auf ausgelegte Giftköder hin. Für viele Nachbarn fühlt sich das nicht wie eine abstrakte Statistik an, sondern wie ein Angriff auf die zaghaft zurückkehrende Tierwelt der Insel. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel Drei vergiftete Rotmilane auf Mallorca: Ermittlungen und offene Fragen.
Wie die Funde zustande kamen
Ein Landwirt fand die ersten beiden Vögel bei einem Kontrollgang über sein Feld, noch bevor die Hitze des Tages einsetzte. Der dritte Milan wurde an einem Feldweg außerhalb Palmas gemeldet, gegen neun Uhr morgens. Die kleinen Sender, einst als Rettungsanker gedacht, haben hier eine andere Funktion übernommen: Sie machen solche Verbrechen sichtbar. Ohne sie wären die Kadaver vielleicht nie gefunden worden.
Behördliche Reaktion und rechtliche Folgen
Das Umweltressort hat Anzeige erstattet und die Ermittlungen laufen. Nicht nur Ornithologen sind alarmiert: Auch Haustierhalter und Landwirte werden gewarnt. Besonders brisant ist die Frage, welche Substanzen verwendet wurden. Rattengifte sind leicht zugänglich, aber hochtoxisch — eine Gefahr auch für Hunde und Nutztiere. Bei einem nachgewiesenen Vorsatz drohen Geldstrafen, Jagdverbote und im Extremfall Freiheitsstrafen. Anna Torres, verantwortlich für Umweltangelegenheiten, mahnte: „Solche Taten haben weitreichende Folgen – für Wild- und Haustiere gleichermaßen. Wir dürfen nicht wegschauen.“ In Zusammenhang mit den aktuellen Vorfällen ist die Berichterstattung wichtig, wie in unserem Artikel Giftköder auf Mallorca: Drei Rotmilane tot — Ermittlungen laufen.
Was hier oft zu kurz kommt
In der öffentlichen Debatte bleibt gern unterbelichtet, warum solche Taten überhaupt passieren. Manchmal geht es um Frust: ein Landwirt, der seine Hühner oder Kaninchen verschwinden sieht; manchmal um Absicht, um Raubwild zu dezimieren oder die Konkurrenz bei der Jagd zu schädigen. Und dann ist da noch die praktische Lücke: Auf der Insel fehlen flächendeckend schnelle toxikologische Laborkapazitäten. Analysen dauern, Beweise können sich verflüchtigen. Ein anderes Problem ist die Zuständigkeit — wer überwacht eigentlich Feldränder oder Wege zwischen zwei Gemeinden? Gerade in ländlichen Zonen reißen Zuständigkeiten häufig die Lücken auf, durch die solche Aktionen schlüpfen.
Ökologische Nebenwirkungen
Der Verlust von Greifvögeln trifft das ökologische Gleichgewicht. Rotmilane übernehmen wichtige Funktionen als Aasverwerter und Räuber kleiner Schädlinge. Gehen sie verloren, kann das zu Populationsexplosionen bei Nagetieren führen oder zur Zunahme anderer, weniger erwünschter Arten. Kurz: Eine vergiftete Falle schadet nicht nur dem Einzeltier. Das kleine Ungleichgewicht kann sich über Monate bis Jahre auf den Alltag in unseren Dörfern auswirken — mehr Schädlinge, mehr Probleme für landwirtschaftliche Betriebe. Siehe auch unseren Artikel Zu viele tote Tiere am Straßenrand: Warum Mallorcas Straßen zur Todesfalle werden.
Konkrete Schritte, die jetzt helfen würden
Die Ermittlungen allein reichen nicht. Sofortmaßnahmen sollten sein: verstärkte Kontrollen in bekannten Brennpunkten wie den Fluren rund um Santanyí und die Feldwege bei Palma; eine Hotline für Fundmeldungen; und ein Belohnungsfonds für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Mittelfristig braucht Mallorca schneller zugängliche Labortests und klare Zuständigkeitsregelungen zwischen Gemeinden.
Außerdem sollten Ausbildung und Beratung für Landwirte und Jäger ausgebaut werden. Oft sind es unbedachte Maßnahmen — falsche Köder, unsachgemäße Lagerung von Giften — die das Risiko erhöhen. Prävention zahlt sich aus: zu wissen, welche Alternativen es zur Giftanwendung gibt, schützt Tiere und Menschen gleichermaßen.
Was Nachbarn jetzt tun können
Wenn Sie in den betroffenen Gebieten unterwegs sind, achten Sie auf verdächtige Köder an Feldrändern, Wegen oder unter Büschen. Melden Sie Funde umgehend bei der Policía Local oder der Naturschutzbehörde und lassen Sie Fundstücke nicht liegen. Hundebesitzer sollten ihre Tiere an der Leine führen und sie nicht in unübersichtlichen Bereichen schnüffeln lassen. Bei Verdacht auf Vergiftung ist ein Tierarzt die erste Anlaufstelle.
Ein Appell an die Inselgemeinschaft
Es geht hier nicht nur um drei tote Vögel, sondern um das Sicherheitsgefühl in unserem Alltag: auf dem Schulweg, beim Morgenlauf entlang des Feldweges, beim Spaziergang mit dem Hund. Wer Informationen hat, kann sie anonym melden. Die stille Vogelwelt hat ihre Fürsprecher nötig — und wir alle leben besser, wenn Feld und Dorf sicher sind.
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