Fensterplatz ohne Fenster: Wie Sie sich auf Mallorca beim Buchen schützen

Vorsicht, Fensterplatz ohne Fenster: Warum auf Mallorca die Aussicht beim Buchen fehlen kann

Beim Einsteigen am Gate in Palma merkt man es manchmal: Der reservierte „Fensterplatz“ zeigt auf eine Wand. Wie das passiert, welche Maschinen betroffen sind und wie man Ärger vermeidet — ein praktischer Leitfaden mit lokalem Blick auf Son Sant Joan und den Landeanflug über die Tramuntana.

Die große Frage am Gate: Warum ist mein Fensterplatz gar nicht am Fenster?

Neulich, Gate A12 in Palma, der Kaffee noch warm, hört man zwei Reisende diskutieren: "Ich hab doch den Fensterplatz gewählt." Antwort: "Tja, sieht aus wie 'ne Wand da draußen." Die Szene ist alltäglich geworden. Gerade bei Flügen nach oder von Mallorca, wo der Landeanflug über die Serra de Tramuntana oder die Bucht von Palma ein Highlight ist, trifft die Enttäuschung besonders ins Herz — und ins Fotoarchiv.

Welche Maschinen und Reihen sind betroffen?

Die Ursache liegt meist nicht in böser Absicht, sondern in Technik und Flottenpolitik: Schmale Jets der A320-Familie und bestimmte Boeing-737-Varianten haben in einigen Bestuhlungs-Konfigurationen Sitzreihen, deren Fensterlage nicht mit jedem Sitz zusammenfällt. Besonders die letzte oder sehr hintere Reihe kann gegen eine Außenwand blicken — also kein Blick nach draußen.

Einige Beispiele aus dem Linienbetrieb: Bei verschiedenen A320-Ceo- und A320‑Neo-Konfigurationen treten solche fensterlosen Plätze auf; ähnlich bei A321-Varianten und bestimmten 737‑Typen. Die kritischen Reihen sind je nach Airline unterschiedlich: mal ist es die Reihe 31, mal Reihe 38, gelegentlich sogar ungewöhnliche Nummern. Bei Billigfliegern kann die Zuordnung nochmal variieren, weil dort häufiger unterschiedliche Kabinenvarianten im Einsatz sind. Viele Reisende wissen nicht, dass die Flottenpolitik der Airlines direkt Einfluss auf ihre Sitzplatzwahl hat.

Warum passiert das — und warum hört man selten darüber?

Die Antwort hat mehrere Schichten: Erstens: Flugzeuge werden getauscht. Ein Flug, der in der Buchungsmaske als A320 angezeigt wird, kann von einer anderen A320-Variante oder sogar leicht anders bestuhlten Maschine durchgeführt werden. Zweitens: Buchungsportale arbeiten mit Standard-Sitzplänen — und die sind nicht immer auf dem neuesten Stand oder spezifisch für die tatsächliche Konfiguration einer Airline. Drittens: Für Airlines ist es schlicht eine wirtschaftliche Frage, wie Sitze nummeriert und verkauft werden. Dass ein Sitz als „Fensterplatz“ deklariert ist, bedeutet nicht automatisch, dass dort ein Fenster ist — daher der Frust beim Blick aus dem Kabinenfenster über Cala Major oder die Playa de Palma.

Was wird öffentlich zu selten diskutiert?

Im lauten Gewitter der Reiseangebote bleibt ein Thema oft unterbelichtet: die Verantwortung der Buchungsplattformen und der Airlines für korrekte, tagesaktuelle Sitzpläne. Auch Verbraucherschutz und Kennzeichnungspflicht spielen hier eine Rolle. Es gibt keine einheitliche Pflicht, einen 'Fensterplatz' als solchen deutlich zu markieren, wenn er gegen eine Wand schaut — das ist ein Graubereich, in dem Transparenz fehlen kann. Berichte über illegale Ferienanzeigen auf Mallorca zeigen, wie wichtig genaue Informationen sind.

Konkrete Schritte: Wie Sie Ärger vermeiden

Vor dem Kauf prüfen: Nicht nur den Preis, sondern das Fluggerät (z. B. A320ceo vs. A320neo) und die Sitzkarte anschauen. Seiten wie SeatGuru können helfen, sind aber nicht fehlerfrei.

Bei Unklarheiten nachfragen: Merken Sie sich Flugnummer und Datum und rufen Sie bei der Airline an. Manchmal hilft ein kurzer Check im Callcenter oder am Schalter am Flughafen — am Son Sant Joan wird so mancher Ärger noch vor dem Einsteigen gelöst.

Platzwahl mit Plan B: Wer den Landeanflug sehen will, wählt eher mittlere Reihen auf der rechten oder linken Seite je nach Anflugzeit. Bei Sonnenuntergang auf der rechten Seite sitzen? Ein Vorteil, wenn die Maschine nicht getauscht wird.

Last-Minute-Check: Flugkonfigurationen ändern sich. Kurz vor Abflug noch einmal die Sitzkarte prüfen — und beim Boarding notfalls den Bodenpersonal höflich ansprechen.

Was Airlines und Plattformen besser machen könnten

Mehr Transparenz wäre der einfachste Hebel: tagesaktuelle, maschinenbezogene Sitzpläne in Buchungsportalen, klare Kennzeichnung von Plätzen ohne Außenfenster und eine einheitliche Regelung, wie „Fensterplätze“ beworben werden dürfen. Für Mallorca-Touristen wäre das ein echter Servicegewinn — weniger enttäuschte Gesichter am Gate, mehr Kamera-Schnappschüsse von der Tramuntana oder der Küste.

Fazit: Es ist kein Drama, aber lästig: Ein „Fensterplatz“ kann ohne Fenster sein. Eine kleine Portion Vorbereitung, ein prüfender Blick auf Sitzpläne und eine Frage an die Airline sparen die Enttäuschung — und machen Platz für ein entspanntes Ankommen am Lieblingsstrand der Insel.

Kurzer Tipp für Mallorcareisende: Wenn Sie den Landeanflug fotografieren wollen, planen Sie etwas Puffer ein — und schlagen Sie am Gate nochmal einen Blick auf das Fluggerät. Der Duft von Espresso am Gate kann so viel schöner werden, wenn die Aussicht stimmt.

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