
Drohne über Palmas Altstadt: Anzeige nach Verstoß gegen Flugverbot
In Palma wurde ein Drohnenpilot angezeigt, nachdem er neben der Almudaina eine Drohne startete. Sicherheit, fehlende Genehmigungen und Lösungen für ein friedliches Nebeneinander von Technik und Altstadt stehen jetzt auf der Agenda.
Drohne über Altstadt: Anzeige nach Flugverbots-Verstoß
Am späten Vormittag, als die Kirchenglocken von La Seu noch langsam ausklangen und die Hitze über den steinernen Fassaden flimmerte, summte über der Plaça d’Armes ein leises, aber unverkennbares Geräusch: eine Drohne. Ein Mann hatte das Gerät neben dem Almudaina-Palast gestartet – mitten in der Altstadt, in einem klar ausgeschilderten Flugverbotsgebiet. Kurz darauf sprach die Guardia Civil den Piloten an und leitete ein Verwaltungsverfahren ein, wie auch bereits bei einem ähnlichen Vorfall zuvor.
Warum das so problematisch ist
Es klingt banal, doch die Gründe sind handfest: Enge Gassen, Touristen, Cafés mit nicht selten unachtsam abgestellten Sonnenschirmen und die historische Substanz der Kathedrale machen den Luftraum über Palmas Zentrum zu einer sensiblen Zone. Ein technischer Defekt, ein abrutschender Propeller oder nur ein unerwarteter Windstoß können schnell dazu führen, dass ein vermeintlich hübsches Luftbild in eine gefährliche Situation umschlägt. Die Behörden betonten deshalb, dass es hier nicht um Bürokratie aus Prinzip geht, sondern um Schutz von Menschen und Kulturgütern. In einem aktuellen Bericht wurde nochmals auf die Gefahren eingegangen.
Die Einsatzkräfte gaben an, der Mann sei serbischer Herkunft und habe keine Genehmigung vorgelegt. Die Drohne wurde sichergestellt. Ob ein Bußgeld verhängt oder weitere strafrechtliche Schritte folgen, hängt nun vom Ausgang des Verfahrens ab – Beschlagnahme des Geräts und Anzeigen sind typische Konsequenzen.
Lokalblick: Ein kurzer Moment, viele Blicke
Wer am Passeig del Born oder im Schatten der Kathedrale unterwegs war, hat das kleine Spektakel vielleicht beobachtet: ein Eisverkäufer, der nervös sein Wechselgeld sortierte, zwei Touristen, die schneller den Routenplaner hervorholten, und ein Mann mit Sonnenhut, der noch versuchte, ein Foto zu machen. Die Guardia Civil in dunklen Uniformen sprach ruhig, aber bestimmt. Ein paar Tauben flogen auf, ein Kind rief kurz aufgeregt — Alltag in Palmas Altstadt, gestört von einem akustischen Fremdkörper. Darüber hinaus zeigt ein weiterer Vorfall, dass eine Drohne auch den Airport lahmlegen kann.
Solche Szenen zeigen, dass digitale Technik und historisches Stadtleben nicht automatisch harmonieren. Viele Hobby-Piloten unterschätzen die lokalen Regeln oder kennen die Karten der zuständigen Luftfahrtbehörde nicht genau genug. Andere verlassen sich auf Automatikfunktionen moderner Drohnen – doch Geofencing ist nicht immer lückenlos und reicht nicht als alleiniger Schutz.
Weniger bekannte Ursachen und Folgen
Häufig übersehen wird die Rolle von Mietdrohnen und von Verleihern, die Geräte kurzfristig an Urlauber abgeben. Sprachbarrieren, fehlende Einweisung und der geringe zeitliche Aufwand bei der Nutzung können dazu führen, dass Piloten blauäugig in sensible Zonen vorstoßen. Auch Hotels oder Veranstalter, die „schöne Luftaufnahmen“ versprechen, tragen Verantwortung: Angebote ohne klare Hinweise auf Genehmigungspflichten sind riskant. Der aktuelle Stand verdeutlicht dies.
Langfristig können wiederholte Verstöße zu strengeren Regelungen führen, die das Hobby für alle einengen. Die Balance zwischen kreativen Möglichkeiten und öffentlicher Sicherheit ist dünn – und sie verschiebt sich, wenn Behörden reagieren müssen.
Konkrete Chancen und praktikable Lösungen
Die heutige Anzeige ist eine Erinnerung, aber auch eine Chance: Palma könnte Vorreiter werden bei einem vernünftigen Umgang mit Drohnen. Ein paar Vorschläge, die in der Praxis helfen würden:
1. Mehrsprachige Aufklärung: Flyer und Hinweise an beliebten Startpunkten, in Mietstationen und Hotels – in mehreren Sprachen, mit klaren Karten der No-Fly-Zonen.
2. Kooperation mit Verleihern: Pflicht zur Einweisung beim Verleih und klare Regeln, die in Mietverträgen verankert sind.
3. Gezielte Kontrollen: Präsenz in Spitzenzeiten (Wochenende, Veranstaltungen), kombiniert mit kurzen Schulungsangeboten statt nur Strafen.
4. Digitale Lösungen: Einfach zugängliche, offline nutzbare Karten und ein lokaler Online-Check, ob ein Startpunkt erlaubt ist. Schnelle Genehmigungsverfahren für professionelle Einsätze könnten ebenfalls Entlastung schaffen.
Fazit: Regeln sind kein Spiel
Ein Foto von oben wäre zweifellos schön gewesen — die Altstadt von Palma liefert Motive genug. Doch nicht um den Preis der öffentlichen Sicherheit. Wer eine Drohne besitzt oder plant, eine zu mieten: Blick in die offiziellen Karten werfen, gegebenenfalls registrieren und im Zweifel lieber an einen Strandabschnitt oder einen ausgewiesenen Startplatz ausweichen. Und an die, die hier leben und arbeiten: Ein wenig mehr Aufklärung könnte viel Ärger und Handeln der Behörden vermeiden. Der heutige Vorfall war kurz, laut und lehrreich – und erinnert daran, dass Regeln in Palmas steinerner Mitte nicht zur Zierde da sind.
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