
Geschwister auf dem Parkett: Philipp und Seraphina beim Mallorca Dance Festival
Geschwister auf dem Parkett: Philipp und Seraphina beim Mallorca Dance Festival
Zwei junge Tänzer aus Mallorca geben beim Dance Festival in Santa Ponça alles: tägliche Trainings, Umzug nach Ljubljana und der Traum vom Podium.
Geschwister auf dem Parkett: Philipp und Seraphina beim Mallorca Dance Festival
Wenn man an einem kühlen Maimorgen durch Santa Ponça läuft, mischen sich das Rattern der Busse mit dem leichten Klack ihrer Tanzschuhe im Kopf. Genau hier, im Pabellón Municipal Galatzó, treten momentan zwei junge Gesichter an, die man sich merken sollte: Philipp (18) und Seraphina (16) Bogdanov. Die beiden sind in den letzten Tagen mehrfach über das Hallenparkett gefegt – mit einem Ziel vor Augen: möglichst weit bei der Europameisterschaft des Mallorca Dance Festival zu kommen.
Der Weg hierher ist kein Blitzstart. Die Geschwister stehen seit ihrer frühen Kindheit auf dem Tanzboden: Seraphina begann mit drei, Philipp mit fünf Jahren. Aus Standardtänzen wurden bald lateinamerikanische Rhythmen, und ehe sie sich versahen, sammelten sie Auftritte und Platzierungen in verschiedenen Ländern: New York, Tschechien, Polen, die Niederlande und mehrere Schauplätze in Spanien wie Playa de Aro, Salou, Barcelona und Narón stehen auf ihrer Liste. Diese Erfahrung zeigt: Die beiden sind keine Wochenend-Hobbytänzer, sondern Athleten mit Programm.
Training ist bei ihnen kein Nebenschauplatz. Unter der Woche bedeutet das drei bis vier Stunden täglich, am Wochenende geht es sechs bis acht Stunden auf die Fläche – ergänzt durch Trainingscamps und Gruppenstunden. Besonders bemerkenswert ist, wie sie ihren Kopf trainieren: Sie arbeiten mit einem Sportpsychologen, üben Atemtechniken und Visualisierungen und gehen den Ablauf eines Wettkampftags im Geiste durch, bis die Schritte sitzen und Nervosität etwas leichter wird. Auch an der Kleidung wird nicht gespart: Für Vorrunde und Finale haben beide spezielle, maßgeschneiderte Outfits.
Das Festival selbst läuft vom 30. April bis 3. Mai und lockt bis zu 1.500 Tänzerinnen und Tänzer an. Organisiert wird das Treffen von Jordi Fàbrega, der in der lokalen Tanzszene einen Namen hat. In den Kategorien sind Paare aus ganz Europa vertreten – harte Konkurrenz also, aber genau das fordert. Philipp und Seraphina reisen für den Wettbewerb gemeinsam mit ihren Eltern an; ein wenig Entspannung in Palma nach dem offiziellen Teil ist ebenfalls eingeplant.
Eine weitere, prägende Entscheidung der jungen Tänzer: Ende 2024 verlegten sie ihren Lebensmittelpunkt nach Ljubljana. Während die Eltern weiterhin in Deutschland wohnen, besuchen die Geschwister die European School in der slowenischen Hauptstadt. Der Umzug erfolgte auf Anraten ihrer Trainer – in Ljubljana gibt es ein Umfeld und eine Trainingstiefe, die ihrem Weg zum internationalen Niveau besser entsprechen sollen.
Ein persönlicher Zug dieser Partnerschaft ist, dass die beiden als Geschwister tanzen. Das hat praktische Vorteile: Abstimmungen laufen schnell, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, und die Chemie auf der Fläche hat durch die vertraute Verbindung oft einen besonderen Fluss. Aktuell schließen sie andere Tanzpartner aus – die gemeinsame Ambition ist größer als die Suche nach Alternativen.
Wer auf dem Festival zusieht, bemerkt kleine Alltagsmomente, die nicht in Ranglisten auftauchen: das Rascheln der Stoffe beim Proben, das gedämpfte Lachen nach einer gelungenen Drehung, die Beruhigungsroutine vor dem Auftritt. Solche Szenen gehören ebenso zum Erfolg wie Technik und Ausdauer. Für die Bogdanovs sind es diese Details, die den Sport menschlich machen.
Warum das gut für Mallorca ist? Veranstaltungen wie das Dance Festival bringen Leben in Orte wie Santa Ponça: Hoteliers sehen Belegung, Cafés haben mehr Gäste, und die Halle wird Treffpunkt für junge Menschen aus ganz Europa. Gleichzeitig profitieren Einheimische von der kulturellen Vielfalt – ein Abend mit internationalen Tänzen bleibt länger im Gedächtnis als viele andere Touristenangebote.
Für Philipp und Seraphina ist das Festival ein Zwischenstopp auf einer langen Reise. Vorbilder wie der Slowene Soran Plohl und die russische Tänzerin Julia Zagoruychenko stehen für das Niveau, das sie anstreben. Der nächste Schritt? Weiter trainieren, Erfahrungen sammeln und wiederkommen – vielleicht dann mit einer Platzierung auf dem Podium.
Am späten Nachmittag, wenn die Sonne über Palma langsam wärmer wird und der Duft von Zitrusbäumen die Straßen füllt, laufen die beiden durch die Gassen Richtung Bus. Im Kopf schon die nächsten Kombinationen. Das ist kein Jugendtraum, das ist Arbeit mit Herz. Und ein kleines Versprechen an die Insel: Mallorca bleibt nicht nur ein Ort zum Ausruhen, sondern ein Parkett, auf dem junge Talente wachsen können.
Ausblick
Ob sie am Ende des Festivals auf dem Siegertreppchen stehen – das entscheidet der Wettbewerb. Sicher ist: Wer die Bogdanovs in Santa Ponça erlebt, sieht zwei junge Menschen, die mit Disziplin, Familie und Leidenschaft an ihrem Ziel arbeiten. Das ist inspirierend für andere junge Tänzer auf der Insel und ein Stück lebendige Kultur für Mallorca.
Häufige Fragen
Wie warm ist es im Mai auf Mallorca und reicht das schon für einen Städtetrip?
Kann man Anfang Mai auf Mallorca schon baden gehen?
Ist Mallorca im Frühling eine gute Reisezeit für Sportevents und Festivals?
Was sollte man im Mai für Mallorca einpacken?
Wo findet das Mallorca Dance Festival in Santa Ponça statt?
Warum ziehen junge Tänzer für das Training nach Ljubljana?
Wie bereiten sich Turniertänzer mental auf einen Wettbewerb vor?
Was bringt ein Tanzfestival wie das in Santa Ponça für Mallorca?
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