Kongresse verlegen Veranstaltungen von Mallorca wegen teurer Hotels und fehlender Verfügbarkeit kurzer Aufenthalte.

Viele Kongresse springen ab: Hotelpreise machen Mallorca für Businessreisen unattraktiv

Mehrere größere Firmen haben Veranstaltungen von der Insel wegverlegt. Zu hohe Zimmerpreise und die fehlende Verfügbarkeit kurzer Aufenthalte treffen die Kongressbranche hart.

Kurzfristige Absagen von Tagungen wegen hoher Hotelkosten

Am Montagmorgen war an der Avinguda hartnäckig grauer Himmel – ein kleines Spiegelbild dessen, was gerade in Palmas Kongresswelt passiert: Immer mehr Unternehmen sagen Events ab oder verlegen sie zurück aufs Festland. Grund: die gestiegenen Übernachtungspreise und die knappe Verfügbarkeit von Kurzzeitbuchungen.

Mehrere große deutsche Firmen, darunter zwei bekannte Automarken, haben in den letzten Wochen geplante Treffen auf Mallorca gestrichen und organisieren ihre Konferenzen lieber wieder in Deutschland. Das meldet das Kongresszentrum in Palma, das seit Monaten Anfragen bekommt, die letztlich am Preis scheitern.

250 Euro aufwärts sind keine Seltenheit

Wer in Palma ein Hotelzimmer für eine kurze, berufliche Reise sucht, zahlt aktuell oft 250 Euro und mehr pro Nacht. Für Firmen, die 100 oder 200 Zimmer brauchen, summiert sich das schnell. Gleichzeitig haben einige Häuser die Politik geändert: Sie nehmen nicht mehr gern Buchungen nur für zwei oder drei Nächte an, weil längere Aufenthalte wirtschaftlich attraktiver sind.

Das trifft nicht nur die Messehotels in der Nähe des Hafens. Auch kleinere Häuser in Sóller oder Cala Major berichten, dass Gruppenbuchungen dünner werden – und damit das Geschäftsjahr für viele Hoteliers unvorhersehbar bleibt. Das ist eine Besorgnis, die sich in der Branche verbreitet.

Was die Insel versucht

Tourismusverantwortliche und das Kongresszentrum diskutieren jetzt Maßnahmen: Preisbündel für Veranstaltungen, bessere Angebote für Business-Gäste und stärkere Kooperationen mit Airlines. Ob das genügt, ist offen. Viele Eventplaner sagen, sie bräuchten Planbarkeit und kurzfristige Flexibilität zu vertretbaren Kosten.

Ein Kollege erzählte mir neulich beim Kaffee in der Sa Llotja, dass er inzwischen zwei Anfragen pro Woche kennt, die aus Preisgründen nicht auf Mallorca stattfinden. Das klingt nach einem Trend, der uns alle betrifft: Hotels, Caterer, Taxifahrer – und die Innenstadt von Palma an sonst ruhigen Werktagen. Das ist ein Zeichen für den anhaltenden Druck auf die Industrie.

Was das für Reisende und Unternehmen bedeutet

Für Firmen heißt das: frühzeitig buchen, nach Paketpreisen fragen oder alternative Termine außerhalb der Hauptsaison prüfen. Für die Insel heißt es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen touristischem Profit und der Attraktivität als Business-Destination. Kurz: Mallorca muss sich entscheiden, welche Art von Besuchern sie langfristig anlocken will. Das ist entscheidend für die zukünftige Entwicklung.

Wer jetzt plant, eine Konferenz zu organisieren: holt mehrere Angebote ein, fragt nach Konditionen für kurze Aufenthalte und vergleicht auch Festland-Standorte. Manchmal ist ein Flug mehr als die Differenz wert – aber das sollten Sie vorher rechnen.

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