
Neustart am Paseo Marítimo: Wer schreibt die nächste Kapitel der Bar Marítimo?
Die traditionsreiche Bar Marítimo, seit 1951 Treffpunkt am Hafen und seit 2022 geschlossen, soll neu vergeben werden. Drei Bewerber stehen im Rennen; die Hafenbehörde entscheidet.
Neustart am Paseo Marítimo: Wer schreibt die nächste Kapitel der Bar Marítimo?
Tradition trifft neue Betreiber: drei Angebote für das Hafenlokal zwischen Santo Domingo und Es Jonquet
Auf dem Paseo Marítimo, wo am Morgen Lieferwagen anrollen, Cafétassen klirren und die Möwen ihre Runden drehen, gibt es bald wieder Gesprächsstoff: Die Hafenbehörde der Balearen (APB) hat für das historische Lokal »Bar Marítimo« drei Konzessionsanträge erhalten. Das Haus, das 1951 eröffnet wurde und seit den großen Hafenumbauarbeiten 2022 geschlossen ist, könnte in den kommenden Monaten einen neuen Pächter bekommen – und mit ihm ein Stück Alltag zurück ins Viertel.
Die drei Interessenten heißen Gran Wok Taste S.L., Marport Sunbeach S.L. und Mallorca Yatching Rental S.L. Aus dem Bewerberfeld sticht Gran Wok Taste hervor: Das chinesische Gastronomieunternehmen hat einen Betrieb im Gewerbegebiet Son Castelló in Palma und bewirbt sich nun um die prominente Lage am Wasser. Marport Sunbeach ist kein Unbekannter auf der Insel: Die Firma betreibt mehrere Restaurants und Strandbars, darunter das »Anssia Gastrobeach« in Portitxol, und verfügt bereits über mindestens eine Konzession der Hafenbehörde. Über Mallorca Yatching Rental S.L. ist derzeit nur wenig öffentliches Material verfügbar.
Die ausgeschriebene Konzession sieht eine Laufzeit von bis zu zwölf Jahren vor und umfasst neben dem Innenraum auch die Terrasse im Obergeschoss sowie eine Außenfläche vor der Hauptfassade. Die Lage ist sensibel: Zwischen den Gärten von Santo Domingo und dem Stadtteil Es Jonquet gelegen, verlangt das Umfeld Rücksicht auf Denkmal- und Landschaftsschutz. Es Jonquet steht seit 2009 unter besonderem Schutz, deshalb sind mögliche Eingriffe an der Bausubstanz und am Straßenbild klar reglementiert.
Der nächste formale Schritt liegt nun beim Vergabeausschuss: Er wird die administrativen Unterlagen und die wirtschaftlichen Angebote prüfen, bevor ein Betreiber ausgewählt wird. Das Verfahren ist öffentlich-verwaltungsrechtlich geregelt; die Frist für Bewerbungen ist bereits abgelaufen. Bis eine Entscheidung fällt, bleibt die Fassade leer – und die Spaziergänger auf dem Paseo Marítimo sehen weiter die Absperrungen, während die Sonne auf das Pflaster fällt.
Für Anwohner und Passantinnen ist die Wiedereröffnung mehr als ein gastronomischer Wechsel: Die Bar Marítimo ist ein Ort mit Erinnerungswerten. Ältere Stammgäste erinnern sich an einfache Tische, an Nachmittage mit Kaffee und Zeitungen, an den Blick auf die Boote. Junge Geschäftsöffner hoffen auf eine Terrasse, auf die Gelegenheiten für Straßencafés, die das Viertel beleben. Auf der Plaça de Santo Domingo de la Calzada, die inzwischen zur Fußgängerzone umgestaltet wurde, trifft man regelmäßig Menschen mit Hunden, Lieferanten mit dem Roller und Touristen mit Kamera – eine kleine Stadtbühne, die vom nächsten Mieter mitbespielt werden kann.
Was bringt das der Stadt? Die Hafenbehörde betont, dass emblematische Orte wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden sollen. Praktisch heißt das: Aufenthaltsqualität verbessern, lokale Gastronomie fördern und eine Verbindung zwischen Hafen und Innenstadt stärken. Für die Nachbarschaft könnte eine aufgearbeitete Bar Marítimo Arbeitsplätze bringen, zusätzliche Anlaufpunkte am Fuße der Promenade und wieder einen Ort, an dem Nachbarn sich treffen.
Gleichzeitig bringt die Wiederöffnung Pflichten mit sich: Wer den Zuschlag erhält, muss die Auflagen zum Schutz des historischen Umfelds beachten und darf das Erscheinungsbild nicht einseitig »modernisieren«. Gerade im Bereich Es Jonquet ist Sensibilität gefordert; hier entscheiden denkmalpflegerische Vorgaben mit darüber, wie viel Terrassenstruktur, Beschilderung oder Fassadenfarbe möglich sind.
Aus der Praxis heraus betrachtet: Ein Betreiber, der den Charme des Altbestands mit zeitgemäßer Gastronomie verbindet, hat Chancen. Ein Beispiel aus der Inselalltagspraxis: Kleine Betreiber mit regionalem Angebot, moderaten Preisen und Öffnungszeiten, die sowohl frühe Kaffeegäste als auch Abendbesucher ansprechen, haben sich in den letzten Jahren bewährt. Genau das würde dem Paseo Marítimo gut tun – ein Treffpunkt für verschiedene Generationen, mit Tischen im Freien und Service, der auch an ruhigen Wochentagen funktioniert.
Wer immer den Zuschlag erhält – die Entscheidung wird zeigen, wie die Balance zwischen öffentlichem Interesse, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Schutz des historischen Umfelds gewahrt werden kann. Für Palma wäre es ein sichtbares Signal: Dass ein Stück Stadtgeschichte nicht nur konserviert, sondern wiederbelebt wird. Bis dahin bleibt die Bar Marítimo Symbol: geschlossen, aber mit Plänen für eine Rückkehr.
Und so bleibt beim Schlendern entlang des Hafens ein kleiner Hoffnungsklang: ein Kellner, der Tabletts balanciert, leise Gespräche auf Mallorquin und Spanisch, das Klirren von Gläsern. Wer an einem warmen Abend über die Plaza geht, wird den Platz vielleicht bald wieder genau so vorfinden – nur mit einem neuen Namen auf der Tür, der nächste Generation von Besuchern willkommen heißt.
Häufige Fragen
Wann könnte die Bar Marítimo am Paseo Marítimo in Palma wieder öffnen?
Was passiert mit der Bar Marítimo am Paseo Marítimo in Palma?
Welche Bewerber gibt es für die Bar Marítimo in Palma?
Was ist an der Lage der Bar Marítimo in Palma besonders?
Darf man im Bereich von Es Jonquet in Palma einfach umbauen?
Welche Art von Gastronomie passt am besten an den Paseo Marítimo in Palma?
Warum ist die Bar Marítimo in Palma für Anwohner so wichtig?
Wie lange kann die neue Konzession für die Bar Marítimo in Palma laufen?
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