Porreres: Bibliothek, Auto, Erinnerung – das Erbe von Richard Nightingale Goss

Vom Lesesessel in den Streifenwagen: Wie ein Wahl-Porrerer sein Dorf weiter begleitet

Vom Lesesessel in den Streifenwagen: Wie ein Wahl-Porrerer sein Dorf weiter begleitet

Richard Nightingale Goss, der 2001 nach Porreres zog, hinterließ dem Dorf nicht nur Bücher, sondern jetzt auch seinen Wagen — der künftig für die örtliche Polizei im Einsatz ist. Eine kleine Geschichte über Dank, Alltag und wie Erinnerungen praktisch werden.

Vom Lesesessel in den Streifenwagen: Wie ein Wahl-Porrerer sein Dorf weiter begleitet

Ein Britischer Neuzugang wird in Porreres noch Jahre nach seinem Tod sichtbar

Wer an einem Markttag durch Porreres schlendert, hört das Klappern der Stände, sieht die Senioren auf der Plaça beisammensitzen und begegnet manchmal auch dem leisen Brummen eines Volkswagen, den die örtliche Polizei nun fährt. Das Auto gehörte einst Richard Nightingale Goss, einem Mann, der 2001 aus Großbritannien nach Mallorca zog und das kleine Dorf bald zu seiner Heimat machte.

Goss, der 2023 im Alter von 83 Jahren verstarb, war keine Lippenbekanntschaft des Ortes. Nach gesundheitlichen Einschnitten in seinem Berufsleben suchte er Anschluss und fand ihn: Er half beim Zivilschutz, trommelte mit der Batucada, ging zu Proben der Gregorianischen Schule und stand oft mit der Kamera an Festtagen, um die Umzüge der Riesenfiguren zu dokumentieren. Wer in der Bar neben dem Rathaus einen Kaffee trinkt, erinnert sich an ihn als einen von denen, die immer bereit waren, mitanzupacken.

Schon vor einiger Zeit hatte Goss seine umfangreiche private Büchersammlung der Gemeinde übergeben. Die Bücher landeten nicht auf einem Staubregal, sondern fanden Verwendung in Ausleiheprojekten und Lesestunden für Kinder; das Gemeindeamt erwähnte den Schritt anlässlich des Weltbuchtages Anfangs April. Nun folgte ein weiteres sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit: Seine Familie überließ der Kommune das Auto — ein Gebrauchswagen, der nach Abschluss der nötigen Formalitäten in den Dienst der örtlichen Polizei übernommen wurde.

Dass ein Fahrzeug den Besitzer wechselt, ist an sich keine Schlagzeile. An diesem Beispiel aber lässt sich etwas anderes ablesen: Wie in Dörfern auf Mallorca Sachwerte und Erinnerungen oft direkt in kommunale Nutzungen übergehen. Der Wagen fährt jetzt Patrouillen über die verkehrsberuhigten Straßen, bringt Beamte zu Veranstaltungen und wird bei Bedarf auf dem Land eingesetzt, wo ein robustes Auto mehr bewirkt als ein symbolisches Denkmal.

Für viele Menschen in Porreres ist das eine passende Fortsetzung. Goss hatte nie viel Aufhebens um sich gemacht; sein Wunsch war es, Dinge praktisch zu nutzen. Die Entscheidung der Angehörigen, den Wagen zu übergeben, entspricht diesem Pragmatismus. Gleichzeitig bietet der Fall eine kleine Lektion darüber, wie Nachlässe unterschiedlich aussehen können: Bücher, Fotos, ein Auto — alle tragen auf ihre Weise zur Erhaltung des dörflichen Alltags bei.

Auf der Plaça bemerkt man am Nachmittag Passanten, die beim Vorbeifahren kurz den Kopf heben, wenn der VW mit dem blauen Licht heranrollt. Manche lächeln, weil sie den Besitzer kannten, andere erkennen nur, dass das Fahrzeug nun offiziell Aufgaben übernimmt. Unter den Mitgliedern der Blaskapelle sagt eine Frau, sie finde es schön, dass etwas von ihm weiterhilft; ein älterer Zivilschutzmann nickt zustimmend und berichtet von einer Fahrt, bei der der Wagen unter anderem Material zu einer Gemeindeveranstaltung transportierte.

Solche kleinen, konkreten Nutzungen sind oft nachhaltiger als große Gesten. Das Auto spart dem Haushalt der Gemeinde Mietkosten, ist sofort einsatzbereit und erinnert täglich an einen Menschen, der sich entschieden hatte, das Dorf zu teilen — mit seiner Zeit, seinen Büchern und am Ende auch mit seinem Fahrzeug.

Was können andere Gemeinden daraus lernen? Wer sein Eigentum gemeinnützig überlässt, sollte klar regeln, wofür es gedacht ist; Familien und Kommunen profitieren, wenn Übergaben transparent laufen und der Zweck praktisch bleibt. Auf Mallorca, wo Nachbarschaft mehr ist als ein Wort, können solche Transfers die Arbeit ehrenamtlicher Gruppen erleichtern und den Gemeindefundus stärken.

Am Ende bleibt die Erinnerung an einen Mann, der aus Neugier und Zuneigung blieb. In Porreres wird man ihn nicht nur an alten Fotos oder in Auszügen aus Büchern wiederfinden, sondern auch an einem Wagen, der seine Runden zieht. Das ist kein großes Monument — aber vermutlich genau das, was er sich gewünscht hätte: nützlich sein, ohne viel Aufhebens.

Und so geht das Leben weiter: Auf dem Platz klingt noch das Akkordeon, aus der Kirche dringt ein gregorianischer Ton, und ein Volkswagen fährt langsam die Carrer Major entlang. Ein kleiner, vertrauter Kreis an Dingen, die ein Dorf zusammenhalten.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf Mallorca im Frühling?

Im Frühling ist das Wetter auf Mallorca oft angenehm mild und gut geeignet für Spaziergänge, Märkte und erste Ausflüge ans Meer. Gleichzeitig kann es noch wechselhaft sein, daher lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Wetterlage vor Ort. Für Tage in Orten wie Porreres ist eine leichte Jacke oft sinnvoll.

Kann man auf Mallorca im Frühling schon baden?

Ob Baden angenehm ist, hängt auf Mallorca im Frühling stark vom persönlichen Temperaturempfinden ab. Für manche ist das Meer dann schon erfrischend genug für ein kurzes Bad, andere warten lieber auf wärmere Wochen. Wer eher an Land unterwegs ist, findet in dieser Zeit oft gute Bedingungen für Märkte, Dorfspaziergänge und Ausflüge.

Welche Kleidung sollte man für Mallorca im Frühling einpacken?

Für Mallorca im Frühling ist Kleidung nach dem Zwiebelprinzip praktisch. Tagsüber kann es angenehm warm sein, am Morgen und Abend aber noch kühler, besonders in kleineren Orten im Inselinneren wie Porreres. Sinnvoll sind bequeme Schuhe, eine leichte Jacke und etwas für wechselhaftes Wetter.

Lohnt sich ein Besuch auf dem Wochenmarkt in Porreres?

Ja, ein Marktbesuch in Porreres kann sich lohnen, wenn man das ruhige Dorfleben auf Mallorca erleben möchte. Auf dem Marktplatz trifft man Einheimische, sieht die Stände und bekommt einen guten Eindruck vom Alltag im Ort. Gerade für Besucher, die nicht nur Strand, sondern auch das ländliche Mallorca kennenlernen wollen, ist das interessant.

Was macht Porreres auf Mallorca besonders?

Porreres gilt als ruhiger Ort im Inselinneren mit starkem Gemeinschaftsgefühl. Das Dorfleben spielt sich rund um die Plaça, die Cafés, Feste und lokale Vereine ab, sodass man den Alltag auf Mallorca dort sehr direkt erlebt. Wer ein eher ursprüngliches Mallorca sucht, findet in Porreres einen unaufgeregten und bodenständigen Eindruck.

Wie nutzen Gemeinden auf Mallorca Nachlässe sinnvoll?

Auf Mallorca gehen Nachlässe in Gemeinden manchmal in ganz praktische Nutzung über, etwa als Bücher für Ausleiheprojekte oder als Fahrzeuge für kommunale Aufgaben. Entscheidend ist, dass der Zweck klar geregelt ist und der Gegenstand im Alltag wirklich helfen kann. So bleibt ein persönlicher Besitz oft auf nützliche Weise mit dem Ort verbunden.

Warum spielt Ehrenamt in kleinen Orten auf Mallorca eine so große Rolle?

In kleinen Orten auf Mallorca tragen Ehrenamtliche oft sichtbar zum Alltag bei, etwa im Zivilschutz, bei Festen oder in Kulturgruppen. Dadurch bleiben Veranstaltungen, Hilfe im Dorf und gemeinschaftliche Projekte überhaupt erst gut organisiert. Gerade in Gemeinden wie Porreres ist dieses Miteinander ein wichtiger Teil des öffentlichen Lebens.

Was sollte man auf Mallorca bei einem Ausflug ins Inselinnere beachten?

Im Inselinneren von Mallorca geht es oft ruhiger zu als an der Küste, dafür sind die Orte stärker vom Dorfalltag geprägt. Wer zum Beispiel nach Porreres fährt, sollte auf bequeme Schuhe, etwas Flexibilität beim Wetter und genug Zeit für kurze Pausen achten. So lässt sich das ländliche Mallorca entspannt erleben.

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