Chile trifft Mittelmeer: Jhonatan Maldonado im Can Bordoy

Wenn Chile auf Mittelmeer trifft: Ein neuer Geschmack im Can Bordoy

Wenn Chile auf Mittelmeer trifft: Ein neuer Geschmack im Can Bordoy

Im Can Bordoy in Palmas Altstadt verbindet der chilenische Küchenchef Jhonatan Maldonado patagonische Meeresprodukte mit mediterranen Inselzutaten – serviert auf einer schattigen Terrasse unter alten Bäumen.

Wenn Chile auf Mittelmeer trifft: Ein neuer Geschmack im Can Bordoy

Auf der Terrasse des Botànic, dem Restaurant im Can Bordoy, mischen sich zwei Dinge, die man auf den ersten Blick nicht zusammenbringt: der salzige, kühle Hauch patagonischen Meeres und das sonnige, kräuterige Aroma des Mittelmeers. Der Grund dafür sitzt am Herd: Jhonatan Maldonado, ein Koch aus Chile, der auf Palma inzwischen eigene Wege geht.

Das Menü, das Maldonado „Pewma” nennt und für 140 Euro anbietet, führt Gäste durch eine Serie von Geschmackskombinationen. Besonders auffällig: die Paarung von patagonischem Krustentier mit menorquinischem Käse – ein Zusammenstoß der Texturen, der auf dem Teller anders wirkt als in der Theorie. Neben diesem Gericht umfasst das Angebot noch acht weitere Gänge, die mal sparsam, mal üppig daherkommen.

Wer an einem späten Septemberabend dort sitzt, hört das leise Klappern von Besteck, das entfernte Dröhnen von Rollern in den Gassen der Altstadt und das Rascheln der Blätter über der Terrasse. Kellner balancieren Teller zwischen kleinen Tischen; unter den Gästen sind Einheimische und wohlhabende Urlauber, die sich in den 24 Suiten des Hauses einquartiert haben – ein wiederkehrendes Bild seit der Umwandlung des 500 Jahre alten Stadthauses zur Boutique-Unterkunft im Jahr 2018.

Der Rahmen ist bewusst intim: ein Altstadtpalacio mit Patina, Bäume, die Schatten spenden, und eine ruhige, tropisch anmutende Atmosphäre. Maldonado selbst fasst seine Arbeit gern auch in ein paar literarische Zeilen; das ist keine Selbstinszenierung, sondern eine Art, wie er Geschmack und Erinnerung verbindet. Seine Handschrift ist experimentell, aber nie willkürlich.

Für Mallorca ist das ein kleines Plus: Eine Küche, die Brücken baut. Sie bringt neue Stimmen in eine Szene, die ohnehin offen ist — von einfachen Bars bis zu gehobenen Häusern. Solche Angebote ziehen nicht nur Feinschmecker an, sondern auch Reisende, die kulinarische Geschichten suchen, und das belebt die Altstadt rund um das Hotel.

Das Haus selbst hat eine bemerkenswerte Geschichte: Ein schwedischer Eigentümer hat den Palast vor einigen Jahren zum Boutique-Hotel mit 24 Suiten umgestaltet. Eine nueva Direktorin leitet das Haus seither; der Betrieb richtet sich an Gäste, die bewusst das Besondere suchen. In Kombination mit einer Küche wie der von Maldonado entsteht daraus eine kleine, gut abgestimmte Einheit.

Was man an solchen Projekten schätzt, ist ihre Wirkung im Kleinen. Ein Menü wie „Pewma” schafft Gesprächsfäden zwischen Köchen, Produzenten und Gästen. Wenn ein Patagonischer Hummer neben einem lokalen Käse existiert, wird über Herkunft gesprochen, über Fischerei, über handwerkliche Käseherstellung. Das öffnet Türen für lokale Zulieferer und lenkt Aufmerksamkeit auf Produkte von den Inseln.

Ein praktischer Tipp für Neugierige: Wer hingeht, plant etwas Zeit ein. Hier geht es nicht um schnelle Teller, sondern um ein bewusstes Essen. Der Platz auf der Terrasse ist begrenzt; an späten Abenden sorgen warme Lichter und das Rascheln der Bäume für eine angenehme Stimmung.

Es ist schön zu sehen, wie internationale Einflüsse und lokale Ingredienzen in Palma zusammenfinden. Nicht alles ist neu, aber die Kombinationen überraschen. Für die Stadt bedeutet das: mehr Vielfalt, mehr Gespräch, und eine kleine Erinnerung daran, dass Mallorcas Gastronomie noch lange nicht ausgeschrieben ist.

Wer sich inspirieren lassen möchte, findet in solchen Küchen einen Aufruf zum Probieren: andere Produkte, andere Techniken, eigene Notizen in einem Menü. Und auf der Terrasse des Botànic bleibt nach dem letzten Gang oft das Gefühl: Man hat etwas erlebt, das sowohl von fernen Küsten als auch von heimischen Bäumen erzählt.

Häufige Fragen

Was genau bietet das Pewma-Menü im Can Bordoy?

Es ist ein neungängiges Menü, das der chilenische Koch Jhonatan Maldonado in Palma präsentiert. Der Preis liegt bei etwa 140 Euro und führt durch eine Reihe geschmacklicher Paare, darunter patagonische Meeresfrüchte und menorquinischer Käse. Die Gänge variieren von sparsam bis üppig und laden zu Gesprächen über Herkunft, Handwerk und Erinnerung an.

Welche Geschmackskombinationen sind typisch im Pewma-Menü?

Das Menü pairt patagonische Krustentiere mit menorquinischem Käse, was eine besondere Textur- und Geschmacksgeschichte erzählt. Ein bemerkenswertes Detail ist die Verbindung patagonischer Meeresfrüchte mit lokalen Käsesorten, begleitet von insgesamt acht weiteren Gängen mit variierenden Portionen.

Wie wirkt die Atmosphäre auf der Terrasse des Botànic im Can Bordoy?

Die Terrasse bietet einen intimen Rahmen in einem Altstadtpalacio. Bäume spenden Schatten, die Atmosphäre wirkt tropisch und ruhig. Abends mischen sich leises Besteckklappern, Rascheln der Blätter und warme Lichter zu einer besinnlichen Stimmung.

Ist das Can Bordoy auch ein Hotel?

Ja, es ist ein Boutique-Hotel, das in einem 500 Jahre alten Stadthaus umgesetzt wurde. Die Anlage bietet 24 Suiten und wird von einer neuen Direktorin geführt, wobei das Besondere im Fokus steht.

Welche Rolle spielen lokale Produkte in diesem Küchenkonzept?

Lokale Zutaten und deren Herkunft spielen eine zentrale Rolle. Gespräche drehen sich um Fischerei, Käseherstellung und regionale Produktion, während patagonische Einflüsse mit mallorquinischen Produkten eine verbindende Kulisse bilden. Die Küche öffnet auch Türen für lokale Zulieferer.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Es geht nicht um schnelle Teller; plane Zeit für ein bewusstes Essen ein. Der Platz auf der Terrasse ist begrenzt, daher lohnt sich ein später Abend mit warmer Beleuchtung und Rascheln der Blätter.

Welche Rolle spielen internationale Einflüsse in Palmas Gastronomie?

Internationale Einflüsse schlagen Brücken zwischen verschiedenen Stimmen und mallorquinischen Zutaten. Diese Offenheit bringt neue Perspektiven in die Szene und regt Gespräche zwischen Köchen, Produzenten und Gästen an.

Gibt es Tipps für Reisende, die kulinarische Geschichten suchen?

Solche Küchen laden dazu ein, Produkte, Techniken und Herkunft hinter dem Teller kennenzulernen. Wer kulinarische Geschichten sucht, findet hier Gespräche über Produzenten und eine Erzählung am Teller, ergänzt durch die besondere Atmosphäre Palmas.

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